15.05.2019 - 11:34 Uhr
MantelOberpfalz

Die Frau für 1000 Fragen

Auf Antrag der CSU-Fraktion hat der Marktrat Carola Brust aus dem Ossangerweg zur Beauftragten für die Belange von Menschen mit Behinderung ernannt. Die 46-jährige ist keine Unbekannte in Mantel.

Behindertenbeauftrage Carola Brust (rechts) machte ihren Antrittsbesuch im Rathaus bei Bürgermeister Richard Kammerer (links).
von Eva SeifriedProfil

Vor 14 Jahren haben sie und ihr Mann in den Winteräckern ihr Eigenheim gebaut. Brust, selbst von einer chronischen Krankheit betroffen, engagiert sich bereits seit 2001 beim VdK-Kreisverband in Weiden. 2018 wurde sie dort zur stellvertretenden Kreisvorsitzenden für mehr als 8000 Mitglieder und Frauenbeauftragten ernannt.

Ebenfalls im Mai 2018 löste sie Erhard Kleber als neue VdK-Ortsvorsitzende in Mantel ab. Andere wiederum kennen sie als Trainerin der VdK-Wassergymnastikstunden (Rehasport) im Hallenbad Weiherhammer. „Ich bin ein VdK-Kind“ sagt sie von sich selbst. „Mir wurde dort 2001 nach meiner Diagnosestellung so geholfen. Das gebe ich gern zurück.“

So war es auch nicht verwunderlich, dass die CSU-Fraktion Brust als passende Kandidatin für dieses Amt vorschlug. Sie selbst sieht ihr neues Amt so: „Behindert zu sein, heißt nicht, gleich dem VdK beitreten oder bedeutet Rente, Prozente und betrifft nur ältere Menschen. Behinderung trifft einen meist unerwartet, oft schon in jungen Jahren und mit völlig unterschiedlichen Diagnosen. Doch wer hebt schon gerne die Hand und sagt: ,Ich bin behindert'." Wohl die wenigsten, vermutet Brust. Doch Fragen zur Gleichstellung im Betrieb, irgendwann Rentenanspruch, Umgang mit einer Erkrankung, erforderten Gespräche und Hilfestellung.

"Wenn so ein Fall eintritt, hat man 1000 Fragen und meist niemanden, der antwortet", weiß Brust aus eigener leidvoller Erfahrung. Das Amt der Behindertenbauftragten soll eine anonyme Anlaufstelle für Menschen mit Behinderung sein. Treffen werden auf Wunsch nur in kleinsten vertrauten Kreisen stattfinden. "Behinderung ist kein Thema für einen Stammtisch.", sagt Brust. Sie wünscht sich einen engen Kontakt zur Gemeinde in Sachen Barrierefreiheit, behindertengerechte Städtebauförderung und sonstigen Anliegen. Denn eines steht für Brust fest: „Eine Behinderung sucht sich freiwillig keiner aus – jedoch haben wir das Recht, uns ebenso frei im ganzen Ort bewegen zu können wie gesunde Menschen.“

Das sagte sie bei ihrem Antrittsbesuch im Rathaus auch Bürgermeister Richard Kammerer.

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