14.02.2020 - 14:02 Uhr
MantelOberpfalz

Freie Wähler Mantel wollen mindestens drei Sitze

Friedrich Janner, Vorsitzender der Freien Wähler in Mantel, macht aus seinem Herzen keine Mördergrube. Bei der Vorstellung des Wahlprogramms für Mantel übt er Kritik an der CSU.

Vorsitzender Friedrich Janner (links) und Landratskandidat Tobias Groß (rechts) vor dem Wahlplakat der Freien Wähler in Mantel. Sie plädieren beide für Aufrichtigkeit gegenüber dem Wähler.
von Jürgen MaschingProfil

Im Gasthaus Hauptmann kamen die Mitglieder und die Kandidaten für den Marktrat für eine Bilanz und die Vorstellung ihres Wahlprogramms zusammen. "Wir haben schon sehr früh mit der Kandidatenwerbung angefangen", merkte Vorsitzender Friedrich Janner zur Liste an, auf der sich auch neun parteilose Kandidaten zur Wahl stellen. Der Vorsitzende befürchtete, dass es bei der der diesjährigen Wahl sehr schwer werde für die FW, da sich nun vier Parteien zu Wahl stellen. "Die AfD hat aber in Mantel noch keine Großtaten vollbracht. Und wir werden mit unserer Liste versuchen, es der AfD so schwer wie möglich zu machen."

Janner stellte die einzelnen Kandidaten vor, davon acht Frauen, und merkte an, es sei von jungen, aufstrebenden Bewerbern bis hin zu erfahrenen alten Hasen alles vertreten. 75 Prozent der Kandidaten seien Landwirte. Das Ziel sei, so Janner, drei, wenn nicht sogar vier Markträte zu stellen.

Die FW wolle einfache und praktische Themen ansprechen. "Wenn man zu den Leuten aufrichtig ist, ist dies vielleicht nicht immer vorteilhaft. Aber es ist in jedem Fall nachhaltig." Janner spielte auf die Konstellation an, das sich Bürgermeister Richard Kammerer auf die CSU-Liste habe setzten lassen. "Wenn heute Richard Kammerer viele Stimmen bekommt, verfallen diese Stimmen nicht. Diese Stimmen bekommt ein anderer, der dann in den Marktrat kommt, obwohl er eigentlich nicht gewählt worden ist. Das ist für mich keine anständige und aufrichtige Politik", kritisierte Janner.

Auch die Themen Umgehungsstraße und Brücke stießen ihm sauer auf. "Seit Mitte der 80-er Jahre reden wir über eine Umgehungsstraße, die letzten 20 Jahre haben wir gebettelt", meinte der Vorsitzende. Bis Mai soll das Planstellungsverfahren abgeschlossen sein. "Dann habe ich aber immer noch kein Baurecht und eine Genehmigung. Was ist so schlimm, wenn man aufrichtig zu den Bürgern ist", fragte Janner. "Der Bürger hat das Recht zu erfahren, was Sache ist."

Weiteres Thema in Janners Rede war die Städtebauförderung, die durch die Freien Wähler 2017 wiederbelebt worden sei. "Und da sind wir stolz darauf. " Der Ausbau des schnellen Internets stand ebenfalls auf der Agenda. "Hier gibt es eine Förderung von 90 Prozent", fügte der Redner an. Des Weiteren ging es um die Sanierung der maroden Infrastruktur in der Gemeinde, also sanierungsbedürftigte Straßen. "Gewisse Sachen wurden einfach vernachlässigt", meinte Janner. Dazu gehöre die erst im letzten Jahr begonnene Bestandsaufnahme (Straßen, Kanäle). Auch die Nutzung vom "Gasthaus zur Post" sowie die fast 38 Jahre alte Mehrzweckhalle thematisierte der Vorsitzende, sowie Einrichtungen, die es Senioren und pflegebedürftigen Menschen ermöglichen, ihren Lebensabend in der Heimatgemeinde zu verbringen.

FW-Landratskandidat Tobias Groß kritisierte die leeren Versprechungen politischer Mitbewerber. "Wir haben seit zwei Jahren Schwung bekommen, wir liefern bodenständige Politik von Bürgern für Bürger", stellte er fest. Und deswegen sollen die Bürger informiert und mitgenommen werden. Er kann sich für die Themen in Mantel eine Bürgerumfrage sehr gut vorstellen.

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