29.11.2018 - 09:48 Uhr
MantelOberpfalz

Freie Wähler nominieren einstimmig Bürgermeisterkandidaten

Ehrenvorsitzender Anton König sagt, dass FRiedrich Janner durch seine langjährige Tätigkeit im Marktgemeinderat und seine Ausbildung der geeignete Mann sei.

Mit Zuversicht geht Friedrich Janner (Zweiter von links) ins Rennen um das Bürgermeisteramt. Die Marktratskollegen Franz Sperl (links) und Werner Paulus (rechts) gratulieren zur einstimmigen Wahl ebenso wie Anton König (Mitte). Janner ist mit seiner Frau Kerstin (Zweite von rechts) seit 1995 verheiratet.
von Eva SeifriedProfil

Mit großer Zuversicht geht FWG-Vorsitzender Friedrich Janner in die Bürgermeisterwahl. Seine Partei nominierte ihn im Gasthaus „Hauptmann“ einstimmig. Sein Leitgedanke lautet„Neue Wege gehen“. Janner ist 50 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Der gelernte Landmaschinenmechaniker arbeitete als Betriebsschlosser, leistete zwei Jahre Wehrdienst und übernahm dann die elterliche Landwirtschaft.

„Ich bin Landwirt mit Leib und Seele, aber die Landwirtschaft hat sich negativ entwickelt und ist kein zukunftsträchtiges Gewerbe mehr, deshalb habe ich mit einem Neuanfang kein Problem“, bekennt der Bürgermeisterkandidat.

Ehrenvorsitzender König gratulierte. „Die Freien Wähler hatte noch nie eine so große Chance wie jetzt“, ist König überzeugt. Durch die Beteiligung an der bayerischen Staatsregierung sei der Bekanntheitsgrad erheblich gestiegen. „Die CSU steht auf Bundesebene und in Bayern nicht so gut da. Mach es mit ganzem Herzen“, appelliert er an Janner.

„Dass ich mit ganzem Herzen dabei bin, zeigt, dass ich bereit bin, für das Bürgermeisteramt meine Landwirtschaft aufzugeben“, bestätigte der FWG-Vorsitzende. „Bei dieser Wahl wird nicht nur der Rathauschef gewählt, sondern auch über die Mehrheitsverhältnisse im Marktrat abgestimmt. Verliert die CSU als Mehrheitsfraktion den Chefsessel im Rathaus verliert sie auch die Mehrheit. Das ist für unseren Markt von Vorteil, denn dann sind die Parteien bei strittigen Themen auf Zusammenarbeit angewiesen. Absolute Mehrheiten sind nicht mehr zeitgemäß da sie dazu verleiten, überheblich zu werden“, erklärte Janner.

Beispiel dafür sei, dass das Baugebiet "Schlossäcker" in einer Nacht-und-Nebelaktion durchgedrückt worden sei, , ohne vorherige Diskussion. Dazu komme der Kreisverkehr mit Kosten von etwa 450.000 Euro, wo eine Kreuzungsregelung für 100.000 bis 150.000 Euro auch genügt hätte. Außerdem werde der neue Netto gar nicht an den Kreisverkehr angebunden, da auswärtige Einkäufer von der Hauptstraße den Supermarkt anfahren.

Da der Markt Stabilisierungshilfen bekam, wurden die Hebesätze für die Steuern sowie Gebühren erhöht. "Dadurch wird der Bürger zur Kasse gebeten, und auf der anderen Seite wird das Geld zum Fenster rausgeworfen." Nicht so wichtig sei das Thema Kirchweih, aber es zeige auch, dass der Bürger nicht informiert werde und keine Initiative ergriffen werde. "Die Aussage von Bürgermeister Oetzinger, dass wir nur eine Wirtshauskirchweih hatten, stimmt absolut nicht."

Eine "tragische Geschichte" sei auch der alte Festplatz. Die Gemeinde trat in Vorleistung und entfernte das Pflaster. Nun haben wir ein mit Unkraut bewachsenes Loch." Der Bürgermeister müsste mit dem Bauträger reden, ob eine vorzeitige Rückgabe möglich sei. Während in anderen Orten zur schönsten Sommerzeit fleißig gebaut werde, sei in Mantel nichts passiert, obwohl das Baugebiet "Schlossäcker" fertig war. Das liege daran, dass keine Schlussrechnung der Baufirma vorliege. Laut Janner hätten die Grundstücke trotzdem verkauft werden können, mit Abschlagszahlung für die Erschließung und späterer Endabrechnung.

„Der Kreisverkehr ist auch nicht fertig. Obwohl schon lange der Verkehr drüber läuft haben wir in der Mitte einen Dreckhaufen mit Unkraut. Und vom Gemeindezentrum erfahren wir auch nicht, wann es voraussichtlich wiedereröffnet wird."

Janner erwartet von einem Bürgermeister, dass er Rückgrat zeigt, eine eigene Meinung vertritt und auch unbequeme Sachen anspricht und nicht nur in Zeitungsartikeln erscheine, wenn er Spenden oder Blumen übergebe. Janner nehme sich die Wiederbelebung des Ortskerns und des Marktplatzes vor. Auf Initiative der Freien Wähler wurde die Städtebauförderung wieder aufgenommen. „Wenn jemand vor 30 Jahren von Mantel wegzog und nun über den Marktplatz fährt, der schlägt die Hände über dem Kopf zusammen, wie es da aussieht.“

Nachbarorte wie Weiherhammer, Kohlberg oder Etzenricht putzten ihren Ortskern heraus. Das sei absolut nicht abhängig von der Ortsumgehung. Beim Gasthaus "Zur Post" könnte sich der Kandidat vorstellen, dass das Gebäude saniert und dort die Verwaltung mit ausreichend Platz untergebracht werde. „Das alte Rathaus könnte dann eventuell verkauft werden." Die Freien Wähler halten es auch als Ärztehaus für geeignet.

„Die meisten unserer Straßen sind ein Flickenteppich, die müssen saniert werden. Neue Baugebiete müssen verantwortungsvoll ausgewiesen und Baulücken geschlossen werden", lauten weiter Forderungen.

Zum leidigen Thema Seniorenwohnanlage bemerkte Janner: „Hier haben wir schon dreimal eine Bauchlandung hingelegt, aber wir müssen dranbleiben, damit gerade Bürger. die unseren Markt mit aufgebaut haben, im Alter auch in Mantel bleiben können." Was den Beifall betraf, kam dieses Programm im "Hauptmann" gut an.

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