27.11.2020 - 12:43 Uhr
MantelOberpfalz

Manfred Klier zieht sich aus Marktrat Mantel zurück

In der Manteler Kommunalpolitik macht eine interessante Personalie von sich reden. Sie leitet einen Generationswechsel ein.

Manfred Klier verlässt zum Jahresende den Marktrat.
von Friedrich Peterhans Kontakt Profil

Man könnte meinen, Manfred Klier folgt seinem langjährigem Chef. Im gleichen Jahr, in dem Nürnbergs OB Ulrich Maly seinen Rückzug wahrmacht, verlässt Manfred Klier seinen Posten im Nürnberger Rathaus, wo er Jahrzehnte in der Wirtschaftsförderung und später im Sozialreferat gearbeitet hat.

Damit verliert die SPD zwei Galionsfiguren. Maly in Nürnberg und Klier in Mantel, wo er zum Jahresende sein Ausscheiden aus dem Marktrat angekündigt hat. "Gesundheitliche Gründe, nichts Akutes, aber es muss was gemacht werden", begründet der 65-Jährige, der seit Sommer beruflich die Freistellungsphase angetreten hat, den Schritt. "Außerdem sollen mal die Jungen ran."

Klier war zweimal Bürgermeisterkandidat (2008 und 2019) sowie 2003 bis 2014 Fraktionssprecher und seitdem stellvertretender Fraktionssprecher. 2003 war er als Nachrücker in den Marktrat eingezogen. Dort hatte seine SPD immer eine CSU-Mehrheit gegen sich. Die Atmosphäre sei zwar stets kollegial gewesen, manches hätte ein Bürgermeister Klier aber anders gemacht, sagt er: "Die CSU hat ihre Posten fast nur mit ihren Leuten besetzt, das läuft in Nürnberg schon anders." Und das Gewerbegebiet "Luderhäusl" sei viel zu langsam erschlossen worden. Ferner habe die SPD seit Anfang der 90er-Jahre die schönere Gestaltung des Marktplatzes eingefordert, was die CSU immer mit dem Hinweis abgelehnt habe, zuerst soll die Umgehungsstraße gebaut werden. Nun erfolge ein Umdenken. Immerhin: 2008 erreichte Klier im Duell gegen Amtsinhaber Josef Wittmann 43 Prozent der Stimmen, was in einer CSU-Festung wie Mantel recht beachtlich ist.

Der promovierte Pädagoge und Politologe hat Jahrzehnte 12- bis 13-stündige Arbeitstagstage inklusive der Pendelei mit dem Zug ab Weiherhammer nach Nürnberg wegstecken müssen. In denen war er damit beschäftigt, Langzeitarbeitslose wieder in Lohn und Brot zu bringen. Kein leichter Job in einer Stadt, in der AEG, Alstrom oder Quelle nach Krisenmanagement verlangen. Doch nun soll es ruhiger werden. Klier ist seit September Großvater, die häusliche Bibliothek will geordnet werden, "und ich genieße es, mal bei Tageslicht joggen".

Die Kinder, 35-jährige Zwillinge, sind längst außer Haus. Die Tochter ist in Elternzeit. Sie geht als Geschäftsführerin der SPD-Stadtratsfraktion in Nürnberg beruflich ein bisschen nach dem Vater. Der Sohn kümmert sich um das Risikomanagement bei der Unicredit-Gruppe in München. Ehefrau Silvia arbeitet nach wie vor als Wirtschaftsprüferin in Weiden.

Für Manfred Klier rückt Franziska Göppl in den Marktrat nach. Die 26-Jährige verdient ihr Geld bei Schott in Mitterteich, seit der Geburt ihrer Tochter im März hat sie aber die Elternzeit angetreten. Die verheiratete Chemielaborantin kam über die Gewerkschaftsarbeit bei der der IG BCE zur SPD und arbeitet dort im Vorstand des 62-köpfigen Ortsvereins mit.

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