In Erwartung einer großen Zuhörerzahl verlegte man die erste Sitzung des neuen Marktgemeinderates in die Aula der Grundschule. Über 100 Zuhörer kamen, sodass zusätzliche Stühle benötigt wurden. Bürgermeister Richard Kammerer begrüßte die Verwaltung und lobte den würdigen Rahmen mit Kerze und Manteler Wappen. Kämmerin Barbara Fütterer hatte alles bestens vorbereitet. Schriftführer war noch der leitende Beamte Stefan Diedl, sein Nachfolger Johann-Peter Wiesent half bei den Wahlen der Bürgermeister mit.
Johann Gurdan (CSU) wurde nach 18 Jahren im Marktgemeinderat verabschiedet. Sieben Jahre davon engagierte er sich als dritter Bürgermeister. Er sagte, er habe die Arbeit gerne gemacht und es sei eine spannende Zeit gewesen. Andrea Bertelshofer (SPD) wurde nach 23 Jahren verabschiedet: „Wir haben viel erlebt und viel gearbeitet. Es war mir eine Ehre, im Marktgemeinderat zu sein“, betonte Bertelshofer. Philipp Fuhrmann war sechs Jahre Mitglied im Gremium: "Es war eine interessante Zeit, in der ich viel gelernt habe." Herbert Steiner war ebenfalls sechs Jahre im Marktgemeinderat und lernte als einziger zwei Seiten der Kommunalarbeit kennen: als Mitarbeiter der Verwaltung und Kämmerer sowie als Marktgemeinderat.
Als neue Mitglieder des Marktgemeinderats wurden Vanessa Brüderer, Max Heindl und Reinhold Meier von der Bürgerliste Mantel vereidigt sowie Markus Gräf von der AfD. Siegfried Janner, jetzt Mitglied der Bürgerliste, gehörte bereits vorher dem Gremium an und musste nicht mehr vereidigt werden. Vanessa Brüderer von der Bürgerliste betonte beim Beschluss über einen oder zwei Stellvertreter für das Bürgermeisteramt, dass keine Vorschläge für das Bürgermeisteramt von den anderen Parteien gekommen seien. "Die Bürgerliste ist gegen ein zusätzliches Amt." Ein Stellvertreter würde reichen. Der Marktrat beschloss dennoch, zwei Stellvertreter zu wählen.
Friedrich Janner setzt sich durch
Max Heindl schlug Vanessa Brüderer als zweite Bürgermeisterin vor. Sie erhielt 47 Prozent der Stimmen bei der Bürgermeisterwahl und erzielte bei der Marktratswahl das drittbeste Ergebnis – ein klar erkennbarer Wählerwille laut Heindl. Vanessa Brüderer hätte gerne Stellung zu Punkten genommen, die gegen ihre Wahl sprechen könnten. Bürgermeister Kammerer erklärte jedoch, dass es nur um Wahlvorschläge gehe. Von den Freien Wählern schlug Stefan Lippik Friedrich Janner vor. Dieser sei fest im Markt Mantel verwurzelt und schon viele Jahre im Gemeinderat tätig gewesen. Mit zehn Stimmen setzte sich Janner gegen Brüderer durch.
Bei der Wahl zum weiteren Stellvertreter schlug Franziska Göppl für die SPD Daniela Fuhrmann vor. Ihre Begründung: "Daniela arbeitet konstruktiv und zielgerichtet." Mit acht Stimmen ging das Amt an Daniela Fuhrmann. Für den Fall gleichzeitiger Verhinderung aller Bürgermeister bestimmte man einstimmig weitere Stellvertreter in der Reihenfolge des ältesten Gemeinderatsmitglieds nach Lebensjahren. Als künftigen Sitzungstag wurde mehrheitlich Donnerstag vorgeschlagen. Die Sitzungen sollen um 18:30 Uhr beginnen.
Neue Struktur für Ausschüsse
Auch die Ausschüsse wurden diskutiert. Es wurden fünf Sitze vorgeschlagen, jeweils einer für jede Partei oder Gruppierung. Im Rechnungsprüfungsausschuss sollte die CSU zwei Sitze erhalten. Max Heindl schlug vor, die Zahl der Mitglieder auf sieben zu erhöhen, damit die Bürgerliste und die CSU entsprechend dem Wahlergebnis bei den Kommunalwahlen je zwei Sitze hätten. Der Bürgermeister schlug vor, die bisherigen fünf Ausschüsse auf drei zu verkleinern. Die Ausschüsse für Kultur, Freizeit und Jugend sowie der Ausschuss für Familie, Senioren und Soziales sollten dem Hauptausschuss zugeordnet werden. Max Heindl hätte diese beiden Ausschüsse lieber zusammengefasst gesehen. Franziska Göppl und Daniela Fuhrmann von der SPD hielten dagegen, dass Sitzungen Geld kosten und der Hauptausschuss ausreiche.
Die Mehrheit des Gremiums war der Meinung, dass es in Mantel auch Beauftragte für Familien-, Senioren- und Jugendangelegenheiten gebe. Ein Ausschuss sollte klein gehalten werden. Gegen die vier Stimmen der Bürgerliste wurden dann der Haupt-, Finanz- und Personalausschuss sowie der Bau- und Umweltausschuss und der Rechnungsprüfungsausschuss mit einem Vorsitzenden und fünf weiteren Mitgliedern des Gemeinderates beschlossen. Bei der Besetzung der Ausschüsse stellte Max Heindl den Antrag auf Rückstellung, da die Bürgerliste nicht genügend Unterlagen für eine ordnungsgemäße Beratung innerhalb der Fraktion erhalten habe. Sie hätten die Tagesordnung erst wenige Tage vorher erhalten. Dem Antrag wurde stattgegeben.
Gleiches galt für die Vertreter zur Verbandsversammlung des Zweckverbandes zur Wasserversorgung sowie zur Planung, zum Bau und zur Unterhaltung der Kläranlage. Die Bürgerliste habe keine Erfahrung im Zweckverband, zudem lag auch keine Satzung vor. Daher wurde dieser Punkt ebenfalls verschoben. Abschließend wurde Bürgermeister Richard Kammerer zum Eheschließungsbeamten bestellt. Er bestätigte, dass er gerne in seiner Freizeit am Samstag Paare traut, wenn diese es wünschen.















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