03.05.2021 - 16:11 Uhr
MantelOberpfalz

Mittelalterliche Helme aus Tetra-Packs festigen Schulfreundschaft

Schüler der Notbetreuung fertigen mittelalterliche Helme und Kopfputz aus Recycling-Material.

Stolz zeigen die Schüler der Notbetreuung ihre aus Recycling-Material selbst gebastelten Kunstwerke wie Krone, Hut, Helm mit Visier sowie Stirnbänder mit Gehängen. Rektorin Elisabeth Graßler (vorne, von links) freute sich über das Engagement ihrer Schüler. Tschechischlehrerin Lenka Uschold weckte die Begeisterung in den Schülern und in Fachlehrerin Birgit Luber.
von Eva SeifriedProfil

Der Verein „Via Carolina – Goldene Straße“ gab den Anstoß zu einem Kunstprojekt an der Grundschule Mantel. Ausgelobt wurde es vom Geschichtspark Bärnau-Tachov, der in Normalzeiten ein Ort der Begegnung ist. Derzeit ist ein Besuch der Schüler wegen der Pandemie nicht möglich.

Die Partnerschule der Manteler Grundschule aus Lazne Kynzvart beteiligte sich an dem grenzüberschreitenden und vom Deutsch-Tschechischen Zukunftsfonds unterstützten Kunstprojekt. Es war dann Ehrensache für Lenka Uschold, Tschechischlehrerin an der Grundschule Mantel, auch die Oberpfälzer Schüler zur Teilnahme an der Aktion zu erwärmen.

Nach Abschluss des Projektes ist geplant, eine öffentliche Ausstellung der Kunstwerke der Mädchen und Buben auf der Webseite des Geschichtsparks zu zeigen. Bei der Einladung erfuhren die Schüler die Aufgabe, eine mittelalterliche Kopfbedeckung aus recycelten Müll-Materialien herzustellen, die sie zu Hause haben. So werde der Natur geholfen, weil nicht so viele Rohstoffe verbraucht würden. Auf einer Bilderseite konnten die Schüler Kopfbedeckungen aus Deutschland, England Frankreich und Italien vom 12. bis 15. Jahrhundert ansehen.

Auf Info-Blättern lasen sie Beschreibungen der Kleidung des Mittelalters. Sie bestand aus Naturmaterialien wie Wolle oder Leinen. Jeder Faden, Stoff oder Filz musste selbst hergestellt werden. Die Kinder erfuhren, dass ein Mensch für ein Hemd aus Wolle zwei Monate arbeiten musste. Dazu gehörte es, Schafe zu scheren, Wolle zu waschen, zu kämmen und daraus Fäden zu spinnen, daraus Stoff zu weben und zu färben, Hemden zuzuschneiden und zu nähen. Fazit: Die Menschen im Mittelalter kannten noch keine Einwegdinge und fast keinen Müll. "Schon damals haben unsere Vorfahren ganz viel Upcycling und Recycling praktiziert."

Die Kinder arbeiteten mit Aluminiumfolie, Plastiktüten, Säcken, Luftpolsterfolie, Toilettenpapierrollen und Eierverpackungen. Es gab eine virtuelle Kontaktaufnahme mit der Partnerschule. Die Mädchen und Buben werkelten auch mit Kartonverpackungen von Apfelsaft-Tetra-Packs, alten Stofftaschen und Tischdecken, Wellpappe, Federn und Kränzen. Die Jungs begeisterten sich mehr für die Helme der mittelalterlichen Kämpfer und den Mädchen gefielen mehr die Stirnbänder mit Gehängen.

Handwerkliche Tipps gab Fachlehrerin Birgit Luber. Die Schüler, die in Notbetreuung an der Grundschule Mantel waren, versetzten sich an zwei Nachmittagen gedanklich ins Mittelalter und beteiligten sich an der Aktion des Geschichtsparks. Zugleich pflegten sie damit die Schulpartnerschaft ins Nachbarland.

Stolz zeigen die Schüler der Notbetreuung ihre an zwei Nachmittagen gefertigten Mittelalterlichen Kopfbedeckungen aus Recycling-Matieral. Rektorin Elisabeth Graßler (links) freute sich über das Engagement der Schüler. Tschechischlehrerin Lenka Uschold (vorne Mitte) konnte die Kinder für das Projekt begeistern.

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