Mantel
02.05.2019 - 10:53 Uhr

Regie nach Maß: Manteler leitet Bayreuther Behörde

In der Freizeit beschäftigt sich Frank Borchardt mit Schwänken wie "Leberkäs und rote Strapse". Beruflich ist er indes ein ganz Genauer. Der Regisseur der "Manteler Noofrösch" leitet seit diesem Jahr eine hochmoderne Behörde in Bayreuth.

Frank Borchardt ist Behördenchef in Bayreuth. Bild: exb
Frank Borchardt ist Behördenchef in Bayreuth.

In der Freizeit beschäftigt sich Frank Borchardt mit Schwänken wie "Leberkäs und rote Strapse". Beruflich ist er allerdings ein ganz Genauer. Der Regisseur der "Manteler Noofrösch" leitet seit diesem Jahr eine hochmoderne Behörde in Bayreuth.

Landläufig heißt sie noch "Vermessungsamt". Offiziell ist Borchardt Chef des ADBV. Das steht für "Amt für Digitalisierung, Breitband und Vermessung". Der Zuständigkeitsbereich ist der größte Landkreis in Oberfranken. Zuvor war Borchardt 16 Jahre Leiter der Außenstelle Tirschenreuth, die früher eigenständig war und heute zur Weidener Vermessungsbehörde gehört. Vor Kurzem wurde er offiziell in die neue Aufgabe eingeführt.

Mit dem Wechsel ist auch die Verantwortung für den gebürtigen Lübecker gestiegen. Waren es in Tirschenreuth 13 Mitarbeiter, ist er in Bayreuth für 40 Frauen und Männer verantwortlich. Die betreuen 33 Städte und Gemeinden mit 38 000 Kilometern Flurstücksgrenzen. Denen wollen sie neueste Infrastruktur zur Verfügung stellen. Zum Beispiel, wenn die Telekommunikationsanbieter sich zieren, kleinere Flecken mit Breitband zu erschließen. Die Beamten versuchen dann, Lösungen zu finden, dass sich etwa Orte zusammenschließen, damit die Lose bei den Ausschreibungen größer und lukrativer werden.

Der Freistaat bastelt überdies am Programm "BayernWLAN": Das soll 20 000 Hotspots vor allem in ländliche Gebiete bringen, die damit auch touristisch aufgewertet werden sollen. Nach Möglichkeit ist an zwei Hotspots pro Gemeinde gedacht. Der Freistaat würde die Anschubfinanzierung leisten, um den Unterhalt müssten sich die Kommunen kümmern. Damit sich das für alle Beteiligten rechnet, sind Borchardt und Kollegen gefordert. Dazu kommen Grundstückvermessungen, Baulandumlegung oder die Erstellung von Geodaten. Zum Beispiel mit dem Grabungsatlas, einer digitalen Übersicht, wo Leitungen verlegt sind und Leerrohre für weitere Erschließungen verlaufen. Jeder Bürger kann sich im Internet über diese und andere Geodaten kostenfrei informieren. Die Adresse: https://geoportal.bayern.de/bayernatlas

Borchardt bringt dazu reichlich Erfahrung mit. Unter anderem arbeitete er in Coburg, wo Anfang der 90er Jahre die größte Katasterneuvermessung Bayerns nach dem Zweiten Weltkrieg über die Bühne ging. Der 62-Jährige studierte bei der Bundeswehr Geodäsie und arbeitet seit 1990 in der Bayerischen Vermessungsverwaltung. Zuvor war er wie sein Vater Berufssoldat. "Insgesamt bin ich 17 Mal umgezogen." Seine erste Frau war eine Irchenrietherin, die er in München kennengelernt hat. Mit ihr kam er nach Weiden. Dort lebte er in guter Nachbarschaft mit Doris Schätzler. Nach dem Tod seiner Frau knüpfte er nähere Kontakte zu ihr, die schließlich in der Hochzeit mündeten. Das Ehepaar wohnt heute in Mantel, wo es näher an der Oma der Ehefrau war, um die sich beide bis zu ihrem Tod kümmerten.

Dort fühlen sich beide gut aufgehoben. Das beweisen unter anderem die bestens besuchten "Noofrösch"-Aufführungen. Mit seinem zweiten Hobby, den Oldtimern, hinterlässt Frank Borchardt bei gutem Wetter rund um den Markt Mantel ebenfalls Eindruck.

 
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