04.03.2020 - 11:38 Uhr
MantelOberpfalz

Richard Kammerer neuer Selbsthilfechef

Viele andere Kommunen beneiden Mantel darum. "Die Selbsthilfe ist ein einmaliges Sozialwerk, das es nur bei uns hier gibt", lobt Zweite Bürgermeisterin Rita Steiner den Verein. Nach zehn Jahren gibt es nun einen Wechsel an der Spitze.

Mit Blumenstrauß wird Ingrid Zwerenz (Bildmitte) als Unterkassier verabschiedet. Richard Kammerer (rechts dahinter) übernimmt den Vorsitz von Stephan Oetzinger (rechts).
von Johann KneißlProfil

Einstimmig wählten die Mitglieder im Rahmen der 94. Generalversammlung des Unterstützungsvereins bei Sterbefällen im Gasthaus Hallermichl Bürgermeister Richard Kammerer zum Nachfolger von Landtagsabgeordneten Stephan Oetzinger, der nach zehn Jahren nicht für eine weitere Amtszeit kandidierte.

Oetzinger zog eine Bilanz seiner Amtszeit: „Mein ganz besonderer Dank geht an Hauptkassier Ulrike Schiller und die beiden Unterkassiere Christine Dirrigl und Ingrid Zwerenz, ohne die die Abwicklung von Sterbefällen nicht so reibungslos in den vergangenen 10 Jahren funktioniert hätte“, lobte Oetzinger die drei Damen. Zudem sei es in den vergangenen Jahren gelungen, das Sterbegeld zwei Mal anzuheben, auf zwischenzeitlich 1525 Euro pro Sterbefall und einem Beitrag von gerade einmal 1,20 Euro. Oetzinger betonte, dass in seiner Amtszeit über 250.000 Euro an Sterbegeld ausbezahlt worden seien.

Seit der Gründung 1926 habe man über 1150 Sterbefälle betreut. „Besonders das vergangene Jahr 2019 war mit 34 Sterbefällen eines der arbeitsintensivsten in der Geschichte der Selbsthilfe. Allein 2019 konnten wir die stolze Summe von 51 850 Euro Sterbegeld an Hinterbliebene ausbezahlen“, betonte der scheidende Vorsitzende. Schiller konnte eine einwandfreie Kassenführung vorweisen. Neben dem neu gewählten Vorsitzenden Richard Kammerer wurden Ulrike Schiller als Kassier sowie Evi Jankowski und Gerhard Seiser als Beisitzer in ihren Ämtern bestätigt.

Renate Buchfelder vom Malteserhilfsdienst erläuterte die Arbeit im Bereich der ambulanten und stationären Hospizarbeit. „Besonders das neue Hospiz im ehemaligen Krankenhaus Neustadt schließt eine Versorgungslücke in unserer Region“, freut sich die Referentin. Der ambulante Hospizdienst der Malteser im Raum Weiden-Neustadt habe sich seit Ende der 1990er auf Initiative der Familie Stock entwickelt. „Aktuell haben wir vier hauptamtliche Koordinatorinnen und 70 Ehrenamtliche, die im Jahr 120 bis 140 Begleitungen von schwerstkranken Menschen übernehmen“, erklärte Buchfelder.

Ergänzend berichtete Martina Gropengießer über die Betreuung von Menschen in ihrem letzten Lebensabschnitt. „Unser Ziel ist es, soviel Lebensqualität wie möglich zu erhalten, Hilfe zu geben, damit die Betroffenen so lange wie möglich ein Leben in Würde führen können“, erklärte die Hospizhelferin. Der ambulante Hospizdienst begleitet im Jahr rund150 Menschen in der Region Weiden sowie dem Landkreis Neustadt/WN. Zusätzlich bietet der Hospizdienst eine Reihe von Trauerangeboten an, um auch Angehörigen in der Zeit nach dem Todesfall eine Hilfe zu sein.

Der neue Vereinschef, Bürgermeister Kammerer, hob die Bedeutung der Mitgliederwerbung des Vereins hervor. „Seit beinahe 100 Jahren besteht die Selbsthilfe. Nun tun wir das Unsrige dazu, dass sie auch für die nächsten Generationen erhalten bleibt“, warb Kammerer um Unterstützung bei der Mitgliedergewinnung. Zudem verabschiedete Kammerer die bisherige Unterkassierin Ingrid Zwerenz, die vergangenes Jahr aus gesundheitlichen Gründen ihr Amt aufgegeben hatte.

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