30.12.2019 - 13:52 Uhr
MantelOberpfalz

An selbst gehäkelter Wetterdecke Temperaturanstieg ablesen

Einem faszinierenden Projekt hat sich in diesem Jahr Martina Lucke gewidmet. Sie hat eine „Wetterdecke“ gehäkelt. Heute an Silvester wird sie mit der letzten Reihe fertig.

Susanne Hausmann (Dritte von rechts) arbeitete für ihren Man als Geburtstagsgeschenk eine Wetterdecke mit den Temperaturen aus dem Jahr 1972 in seinem Geburtsort im Harz nach. Martina Lucke (Dritte von links) wurde von ihr angesteckt und häkelte in diesem Jahr mit den Temperaturen das ihr Thermometer im Garten anzeigte eine Wetterdecke. Die Farben Orange, Rot, Pink und Fuchsia zeigen die hohen Temperaturen ab 25 Grad an. Bei Luckes Decke kann man ablesen dass es da 2019 in Mantel wesentlich höhere Temperaturen gab als 1972 im Harz.
von Eva SeifriedProfil

Zuerst konnte sich Martina Lucke damit gar nicht anfreunden. Aber dann wurde sie vom "Wetterdeckenfieber infiziert", und startete am 1. Januar 2019 ihr eigenes Projekt. Angesteckt wurde sie von Susanne Hausmann. Diese hat vorher schon für ihren Mann als Geburtstagsgeschenk eine Wetterdecke mit den Wetterdaten seines Geburtsjahres gehäkelt.

Susanne Hausmann ist im Internet auf das Projekt gestoßen. Dort findet man die Angaben, wann welches Wetter war und welche Temperaturen herrschten, ob die Sonne schien, es bewölkt war, es geregnet oder gestürmt oder gar geschneit hat. Das brauchte sie, weil Ihr Mann 1972 im Harz geboren ist. Die Decke wurde 1,20 mal 2,20 Meter groß. Hausmann brauchte für eine Häkelreihe, also für jeden Tag, eine Stunde, das bedeutet, dass 365 Arbeitsstunden in der Decke stecken.

Man kann an den beiden Decken deutlich die Klimaveränderungen ablesen, denn die wärmeren Tage werden in den Farben Gelb bis Fuchsia gehäkelt. Da weist die Decke von Martina Lucke wesentlich mehr wärmere Tage auf. Susanne Hausmann erzählt, dass 1972 im Harz nur ein einziger Tag mit über 30 Grad war, während Martina Lucke extra noch Garn mit einer Farbe für über 40 Grad nachkaufen musste. Susanne Hausmann hat noch eine Farbskala an ihrer Decke angebracht, und den Geburtstag ihres Mannes zu kennzeichnen. "Die Familie wusste lange nicht, was ich da mache", schmunzelt sie.

Martina Lucke hat 300 Maschen angeschlagen, bei ihr dauert eine Häkelreihe eine halbe Stunde. Ihre Decke hat die Maße 2 mal 1,40 Meter. Sie war ja beim Fototermin noch nicht ganz fertig. Lucke hat immer am gleichen Thermometer in ihrem Garten zur gleichen Zeit gegen Mittag die Temperatur abgelesen und danach gehäkelt. Wenn sie im Urlaub war, hat ihre Schwester zu Hause die Temperatur notiert und sie hat dann nachgearbeitet.

Jede Farbe bedeutet eine andere Temperaturskala: Bei Martina Lucke werden etwa Tage mit Minus 12 bis 15 Grad in Anthrazit verewigt, Weiß steht für 1 bis 4 Grad, Fuchsia für 37 bis 40 Grad. Je nach Wetterlage werden Regen, Wolken, Sonne Sturm oder Schnee noch in einem anderen Häkelmuster eingearbeitet.

Am kompliziertesten waren bei Martina Lucke die Schneeflocken. Beim Fototermin vor Weihnachten hoffte sie, dass es bis zum Jahresende nicht mehr schneit.

Am 1. Januar fängt sie aber eh mit einem neuen Wetterschal an. Dafür schlägt sie aber nur 80 Maschen an. Vorsicht ist geboten: "Wetterdecke häkeln kann ansteckend sein". Die Gruppe, die sich in der Marktbibliothek einmal im Monat an einem Donnerstagabend trifft, ist gespannt, wer als nächstes mit dem "Virus" infiziert wird.

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