17.07.2018 - 11:54 Uhr
MantelOberpfalz

Umgehung ist ein "Wahnwitz"

Zweite Station der Besuchsreise von Lisa Badum, Bundestagsabgeordneter von Bündnis 90/ Die Grünen in der nördlichen Oberpfalz: Parteikollege Klaus Bergmann wirbt für Unterstützung seines Kampfes gegen die Umgehungsstraße in Mantel

"Diese Naturlandschaft soll durch eine Straße zerschnitten werden", erläutert Klaus Bergmann (Dritter von links), Landtagskandidat von Bündnis 90/Die Grünen, der Bundestagsabgeordneten aus seiner Partei, Lisa Badum. Mit dabei auch Parteifreund Hermann Scharl (links) und Richard Mark Leighton-Myles von der NES GmbH in Erbendorf (rechts)
von Siegfried BühnerProfil

(sbü) Ortstermin auf der grünen Wiese in Mantel hinter dem VfB-Sportplatz. „Diese Wiese soll durch eine Straße auf einer hohernBöschung und eine Brücke auf rund 900 Meter zerschnitten werden“, erklärt Landtagskandidat Klaus Bergmann der Bundestagsabgeordneten Badum. Viele Argumente brauchte Bergmann nicht, um seine Parteikollegin zu überzeugen. Rasch erklärte diese: „Es ist ein Wahnwitz in einem FFH-Gebiet diese Straße zu bauen.“ Generell stellte Badum auch fest „wir können mit dem Verbrauch von Naturflächen so nicht weitermachen“. Sie setzt auf das Volksbegehren in Bayern zur Begrenzung des Flächenverbrauchs, denn „Umgehungsstraßen werden überall gebaut“. Die Kommunen alleine könne dies nicht regeln. „Weiterer Straßenbau verschärft die Klimakrise“, sagte Badum. Bergmann erläuterte seiner Besucherin ausführlich seine Argumentation. So sprach er von einer „Verkehrszählung und einer Hochrechnung eines umstrittenen Gutachters“. Die Verkehrszählung sei an nur einem Tag genau während der Stoßzeiten abgelaufen. Im langgestreckten Biotop würden zahlreiche seltene Pflanzen und Tierarten vorkommen. Einzelheiten seien auf seiner Internetseite nachzulesen. Längst habe sich auch der Bund Naturschutz gegen das Projekt ausgesprochen, denn „Artenschutz ist Klimaschutz“. Bergmann sieht auch einen Widerspruch, wenn für eine innerörtliche Ampelregelung für Fußgänger behördlicherseits kein Bedarf gesehen wird, andererseits aber eine 11,2-Millionen Euro teure Umgehungsstraße gebaut werden soll. Schon jetzt sei der Landkreis Neustadt/WN „einsame Spitze in Bayern im Flächenverbrauch“. Hoffnung setzt Bergmann auf die höhere Naturschutzbehörde, denn „noch läuft das Planfeststellungsverfahren“.

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