Mantel
11.01.2019 - 14:35 Uhr

Vier Männer wollen auf den Chefsessel im Manteler Rathaus

Die ersten Wahlplakate stehen, der Wahlkampf nimmt langsam Fahrt auf. Wenn die Manteler am 3. Februar einen neuen Bürgermeister wählen, haben sie eine so große Auswahl wie noch nie.

Dass Mantel einen neuen Bürgermeister wählt, ist nicht zu übersehen. Von großen Plakaten lachen die Kandidaten dem Wahlvolk entgegen. Bild: Gabi Schönberger
Dass Mantel einen neuen Bürgermeister wählt, ist nicht zu übersehen. Von großen Plakaten lachen die Kandidaten dem Wahlvolk entgegen.

Es ist schon eine Überraschung, dass gleich vier Männer Stephan Oetzinger beerben wollen. Der CSU-Mann ist in den Landtag gewechselt und hat den Chefsessel im Rathaus freigemacht. Der Marktrat beschloss, dass darauf künftig nicht mehr ein ehrenamtlicher, sondern ein hauptamtlicher Bürgermeister sitzen wird. Exakt 2284 Männer und Frauen dürfen nach Angaben von Geschäftsleiter Stephan Diedl am Sonntag, 3. Februar, entscheiden, wer dies sein wird.

Wie bei der Landtagswahl werden drei Urnenwahllokale und zwei Briefwahlbezirke eingerichtet, alle im Gemeindezentrum in der alten Schule. Die Wahlzentrale befindet sich im Rathaus. Wahlleiterin ist zweite Bürgermeisterin Rita Steiner. Viele rechnen mit einer Stichwahl. Diese würde dann zwei Wochen später, am 17. Februar, stattfinden.

Minister kommt

Klar war zunächst nur, dass die CSU Richard Kammererins Rennen schicken will. Der 49-jährige Teiledienst-Leiter der Weidener Firma Göppel Fahrzeugbau GmbH ist dritter Bürgermeister und Vorsitzender des Vereinskartells. Seit zehn Jahren sitzt er im Marktrat. Unterstützung erhält er im Wahlkampf von prominenter Stelle: Bei der Hauptveranstaltung am Samstag, 26. Januar, in der Mehrzweckhalle spricht der Finanz- und Heimatminister Albert Füracker.

Auf dem Programm stehen auch etliche Ortsteilversammlungen: 16. Januar "Feuertonnengespräch" in der Siedlung "Winteräcker", 15. Januar in der Turnhallensiedlung (TSG-Turnhalle) und am 21. Januar in Rupprechtsreuth (Gasthaus Melchner). Am 30. Januar diskutiert Kammerer im neuen Jugendraum bei einer Brotzeit mit Heranwachsenden. Gemeinsam mit dem Bundestagsabgeordneten Albert Rupprecht ist noch ein Unternehmensbesuch vorgesehen. Wahrscheinlich kommt noch der eine oder andere Termin dazu.

Dagegen lässtFriedrich Jannerdie Angelegenheit ruhiger angehen. "Ich möchte das nicht überstrapazieren", sagt der Freie Wähler. Der 50-jährige Landwirt gehört ebenfalls seit 2008 dem Gemeinderat an. "Die Leute kennen mich und wissen, dass ich auch unangenehme Sachen anspreche." Er hält daher eine Wahlversammlung für ausreichend. Zugpferd am Freitag, 18. Januar, um 19.30 Uhr im Gasthaus Hauptmann ist die Regensburger Landrätin und Bezirksvorsitzende Tanja Schweiger. Dazu bringt Janner in den nächsten Tagen einen Flyer heraus, auf dem er sich und sein Wahlprogramm vorstellt. Für die SPD will es Manfred Kliernoch einmal wissen. Der Leiter der Koordinierungsstelle Soziale Integration bei der Stadt Nürnberg ist seit 2003 Marktrat und kandidierte bereits 2008 gegen Josef Wittmann (CSU). Er brachte es damals auf knapp 43 Prozent der Stimmen.

Von Haus zu Haus

Der 63-Jährige lädt an diesem Samstag, 12. Januar, um 19 Uhr in die Gaststätte Hauptmann zum Zoiglabend "Auf ein Bier mit Manfred Klier" ein. Ehrengäste sind Bürgermeister Jürgen Kürzinger (Kirchenthumbach), Kreisrat Rainer Vater und Juso-Vorsitzenden Sebastian Dippold. Weiter geht es mit einer Sitzung der SPD-Kreistagsfraktion am Dienstag, 22. Januar, um 14 Uhr in der Gaststätte Hauptmann. Und schließlich kommt es am Freitag, 25. Januar, um 14 Uhr zu einer Ortsbegehung zu den Themen Marktplatzerneuerung und Bekämpfung der Leerstände. Mit dabei sind die stellvertretende Landrätin und Waidhauser Bürgermeisterin Margit Kirzinger sowie Bürgermeister und Kreisrat Reiner Gäbl aus Eslarn.

Einen anderen Schwerpunkt als seine Kontrahenten setzt Johannes Neumannvon den Grünen. Der Überraschungskandidat aus Kiel, der erst seit einem Jahr in Mantel wohnt, besucht die Leute zu Hause und stellt sich vor. Er möchte mit den Mantelern ins Gespräch kommen und so deren Anliegen kennen lernen. Der 31-jährige Notfallsanitäter beim Roten Kreuz in Weiden will vor allem den Marktplatz wieder zum Aufblühen bringen.

Briefwahlunterlagen:

Gemeindebote Werner Stocker hat inzwischen die Wahlbenachrichtigungen an alle Haushalte verteilt. Am Wochenende werden auch die Stimmzettel aus der Neustädter Druckerei eintreffen, so dass in der nächsten Woche die Briefwahlunterlagen versandt werden. Laut Gabriele Paulus aus dem Meldeamt haben bereits 110 Bürger Briefwahl beantragt.

 
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