Mit einem eindrucksvollen Festgottesdienst in der proppenvollen Jakobuskirche feierten die Einwohner von Marchaney am vergangenen Sonntag gebührend das Jubiläum der erstmaligen urkundlichen Erwähnung der Ortschaft vor 900 Jahren.
Das Fest fand nach dem traditionellen Leonhardi-Gottesdienst mit Pferdesegnung statt, den Pfarrer Konrad Amschl zelebrierte. In seiner Predigt ging Amschl auf eine Spruchweisheit aus dem Mittelalter ein: „ich komm, weiß nit woher; ich bin und weiß nit wer; ich fahr, weiß nit wohin; mich wundert’s, dass ich fröhlich bin.“ Vieles sei dem Menschen rätselhaft, erklärte der Pfarrer, der erste Ursprung, das wahre Wesen und das letzte Ziel des Daseins seien unbekannt. Dann ging Amschl detailliert auf die 900-jährige Geschichte Marchaneys ein. In all der Zeit sei unveränderlich geblieben, dass der christliche Glaube bleibende Werte setzte. „Die egoistischen Werte von Macht und Ansehen vergehen, aber die sozialen Werte der Nächstenliebe, der Mitmenschlichkeit, der Solidarität bleiben bestehen“, betonte der Pfarrer. Die Menschen seien verantwortlich dafür, dass auch nachfolgende Generationen in Zukunft eine Welt vorfinden, in der es sich lohne, zu leben. In Deutschland gebe es nun seit 77 Jahren fortwährend Frieden, der aber aktuell sehr stark bedroht sei. Abschließender Höhepunkt des Gottesdienstes war die Pferdesegnung im Freien neben der Kirche. Viele Pferdeliebhaber und -freunde waren dazu eigens mit ihren Tieren nach Marchaney gekommen.
Auch Bürgermeister Franz Stahl gratulierte zum Jubiläum. Er verwies darauf, dass Marchaney mit seinen rund 40 Einwohnern seit dem 1. Mai 1978 ein Ortsteil von Tirschenreuth sei. Das Ortsbild von Marchaney sei geprägt von der barocken Jakobuskirche aus dem Jahre 1744 und seinen mächtigen Linden. Stahl betonte, dass das Landleben leiser und damit gesünder sei. „Menschen, die auf dem Land leben, sind seltener psychisch krank.“ Stahl weiter: „Sie sind Nutzer dieser positiven Aspekte und leben in einem Ort, der auf eine 900-jährige Geschichte zurückblicken darf. Ich als Bürgermeister bin stolz auf das, was hier geleistet wurde und wird“, lobte er die aktive Dorfgemeinschaft von Marchaney. Anschließend trafen sich alle aktuellen und ehemaligen Marchaneyer zum Mittagessen und Beisammensein beim „Schomerwirt“ in Griesbach.






















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