Mit einem Festgottesdienst in der Kirche St. Jakobus ist am Sonntag in Marchaney das Jakobifest begangen worden. Dem Gottesdienst vorausgegangen war ein Kirchenzug mit den Vereinen und ihren Fahnen, angeführt von der Blaskapelle Thanhausen. Um möglichst vielen Gläubigen die Teilnahme zu ermöglichen, standen auch im Freien vor dem Gotteshaus Bänke bereit.
Pfarrer Konrad Amschl freute sich eingangs, dass das Jakobifest nun endlich wieder "ganz normal" gefeiert werden könne, mit einem Gottesdienst und einem anschließenden Frühschoppen im "Stodl". In seiner Predigt ging er zunächst auf das abgefahrene Profil eines Autoreifens ein, mit dem man keine Bodenhaftung mehr habe und somit "wie auf Schmierseife dahin rutsche". Mit abgefahrenen Reifen komme man aus der Spur. Ein Ministrant legte dazu passend einen alten Reifen vor dem Altar ab.
Profil haben, Profil zeigen - dies gelte auch für das menschliche Zusammenleben, führte Pfarrer Amschl weiter aus. An anderer Stelle kam der Prediger auch auf die Profilierungssucht bestimmter Menschen zu sprechen. "Es ist leichter, die Verdauung zu befördern als die Beförderung eines Anderen zu verdauen", meinte Amschl. Herrscher unterlägen der Versuchung der Macht, nach dem Motto "Ich bin mehr als du". Jesus hingegen aber sage: "Ich will euer Diener sein." Amschl weiter: "Ja, das Dienen hält uns in Gottes Spur." Dabei sei das Wort Dienen heute eher abgegriffen, viele sprächen von "Self-Performance". Trotz alledem, das Dienen sei wichtig, etwa bei der Pflege von kranken Familienangehörigen oder bei der Pflege von behinderten Kindern. Wer dies tue, gewinne an christlichem Profil. "Ohne Profil wird man das Leben nicht gewinnen. Denn es ist wichtig, die Bodenhaftung zu Jesus nicht zu verlieren", so Pfarrer Amschl. Mit einer Anekdote beendete er seine teils humorvolle, aber dennoch zum Nachdenken anregende Predigt. So sei im Religionsunterricht die Frage aufgetaucht, warum der Pfarrer beim Beten die Arme ausbreitet. Ein kleiner Junge habe geantwortet: "Damit er das Gleichgewicht nicht verliert."
Nach dem Gottesdienst lud die Feuerwehr Matzersreuth im benachbarten "Stodl" zum Frühschoppen mit musikalischer Unterhaltung durch die Blaskapelle Thanhausen ein. Am Nachmittag spielte bei Kaffee und Kuchen Alleinunterhalter Karl Gleißner auf. Für den gemütlichen Dämmerschoppen am Montagabend waren noch "Die jungen Wittschauer" verpflichtet worden.
Die Kirche in Marchaney ist dem heiligen Jakobus, einem der Jünger Jesu, geweiht. Jährlich zu dessen Namenstag am 25. Juli findet das Jakobifest statt. Baumeister der Kirche ist Johann Jakob Philipp Muttone, 1733 wurde das barocke Kleinod fertiggestellt. Marchaney gehört zur Pfarrei Schwarzenbach, politisch gehört die Ortschaft aber zur Stadt Tirschenreuth.















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