7. Kastler Kunsttage

Bei den Kunsttagen im Herbst sind im Steinstadel Werke von vier Künstlern zu sehen. Mit dabei sind Bilder von Karin Allar, Papierkunst von Helene Tschacher, Beton-Objekte von Wolfgang Bittner und Holz-Skulpturen von Michael Pickl.

Wolfgang Bittner - Stufen
von Externer BeitragProfil

Die Vernissage beginnt am Freitag, 27. September, um 19 Uhr. Danach ist die Ausstellung ist bis Sonntag, 13. Oktober, an den Wochenenden sowie am Tag der deutschen Einheit geöffnet.

Vier ganz unterschiedliche Künstler haben die Kastler Kunsttage-Macher versammelt: Karin Allar aus Neumarkt stellt in ihren Arbeiten den Menschen in den Mittelpunkt, sagt sie: Beobachtungen im Alltag sind es oft, besondere Momente. In ihrem Atelier gestaltet sie diese inneren Schnappschüsse, mit Acrylfarben auf großformatiger Leinwand. Zu sehen sind Menschen im Café und unterwegs, dynamisch oder nachdenklich, oft mit dem Rücken zum Betrachter - wichtig ist das Lebensgefühl, das diese Szenen transportieren.

Allar ist Jahrgang 1964 und studierte an der freien Akademie Faber-Castell. Sie lebt und arbeitet in Neumarkt. Sie ist Künstlerin im Galerieprogramm Kunst Herrmann in Neumarkt.

Helene Tschacher erschafft aus Papier ganz unterschiedliche Werke: organisch geformte Wellen, Schmuck oder Objekte, die wie Organismen anmuten. Für sie ist "Gedrucktes immer noch eine wichtige Informationsquelle, doch gelesen hat es meistens seinen Zweck erfüllt und wird entsorgt". In Tschachers Arbeiten wird "Gedrucktes von seiner Funktion befreit", sagt sie. Sie achtet auf Papierqualität, Typografie, Farbigkeit. Durch ihre Bearbeitung des Materials eröffne sich eine andere Seh- und Nutzungsgewohnheit. "Die Informationen bleiben - wenn sie auch in den Windungen, Schichtungen, Verklebungen verborgen sind."

Taiwan bis Kanada

Tschacher kam 1955 in Höchstädt in Bayerisch-Schwaben zur Welt, wurde Fachlehrerin und arbeitet seit 1990 in ihrer eigenen Papierwerkstatt. Den Meistertitel als Buchbinderin erwarb sie 1997. Ihre Arbeiten waren bei internationalen Ausstellungen zu sehen, von Taiwan über Kanada bis Australien.

Wolfgang Bittners Materialien sind Beton und Papier. 1947 wurde er in Plauen geboren und lebt in Leipzig. Er studierte Architektur in Dortmund und ist seit 1997 freier Künstler. Auf der Oberfläche der Objekte sind Spuren von Schalungen und Wasser zu sehen, Luftblasen, Schlieren. In seinen Skulpturen begegnet der Betrachter "bekannten Elementen wie Treppen, Brüstungen, Durchgängen, Rampen, Öffnungen", sagt Bittner, doch die Elemente seien "maßstabslos angeordnet, eine surreale Wirklichkeit entsteht". Bittner sollte schon 2018 in Kastl ausstellen, musste aber wegen Erkrankung kurzfristig absagen und ist nun heuer dabei.

Entspannt und klar

Der Bildhauer Michael Pickl lebt mit seiner Familie in Kastl. Er arbeitet mit Holz. Sein Thema ist der Mensch. Mit einer von ihm entwickelten Technik sind die Skulpturen farbig gefasst. Manchmal porträtiert er Menschen, denen man auf der Straße begegnen könnte, ihre Körperhaltung entspannt und klar. Oft sind es aber auch meditative, in sich ruhende Personen, mit geschlossenen Augen. Im Wechselspiel aus grober und feiner Bearbeitung entstehen Figuren mit besonderer Ausdruckskraft. Dazu Pickl: "Die Bildhauerei ist meine Form der Sprache."

Er besuchte die Berufsfachschule für Holzbildhauerei in Oberammergau und die Akademie der Bildenden Künste in Nürnberg. Seit 2005 ist er freischaffend tätig.

Die Ausstellung im Steinstadel an der Brauhausgasse ist geöffnet am 28./29. September, am 3./5./6. Oktober, jeweils von 14 bis 18 Uhr und am Wochenende 12./13. Oktober jeweils von 11 bis 18 Uhr. An den beiden letztgenannten Tagen öffnen zusätzlich drei Kastler Künstler ihre Ateliers: Wer möchte, kann bei Lichtobjekt-Künstler Stefan Stock, Hainthalstraße 38, und Michael Pickl im Atelier in der Hohenburger Straße 15 vorbeischauen oder die Fotos von Georg Pickl im Schaufenster in der Hohenburger Straße 13 betrachten.

Helene Tschacher - Das entführte Herz.
Michael Pickl
Karin Allar Philadelphia
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