13.01.2020 - 16:51 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Was 2020 in Marktredwitz passiert

"Alles soll so fantastisch weitergehen", wünscht sich Oliver Weigel beim Neujahrsempfang. Der Oberbürgermeister nennt die wichtigsten Projekte und Pläne der Stadt.

Dicht an dicht drängten sich die vielen Besucher am Mittwochabend beim Neujahrsempfang in der renovierten Marktredwitzer Stadthalle.
von Autor FPHProfil

Viele anspruchsvolle Aufgaben warten im Jahr 2020 auf die Stadt. "Wir werden sie meistern", versprach Oberbürgemeister Oliver Weigel den Besuchern, die sich beim Neujahrsempfang dicht an dicht in der Stadthalle drängten. "Wir haben uns wieder zum Ziel gesetzt, uns um möglichst viele passende Fördertöpfe zu bewerben, schnell, zuverlässig und kompetent auf Anfragen potenzieller Investoren zu reagieren, immer ein offenes Ohr für die Anliegen und Ideen unserer Bürger zu haben und dabei aber zügig das Tagesgeschäft abzuarbeiten."

Edeka sichert 450 Arbeitsplätze

Als "Highlight im vergangenen Jahr" bezeichnete der Oberbürgermeister die Nachricht, dass die Unternehmensgruppe Edeka Nordbayern-Sachsen-Thüringen am Standort Marktredwitz ein hochmodernes Logistik-Zentrum mit einem Investitionsvolumen von sage und schreibe 250 Millionen errichtet. Weigel betonte, wie wichtig diese Entscheidung von Edeka für die Stadt und für die ganze Region sei: "Vor allem ging es uns hier in Marktredwitz - und wir befanden uns in einem harten Wettbewerb mit anderen Standorten - um den Erhalt der rund 450 Arbeitsplätze."

Gefragte Bauplätze

Zusätzlich kämen noch einige Arbeitsplätze hinzu. Außerdem ziehe eine solche Rieseninvestition bereits in der Bauphase eine erhebliche Wertschöpfungskette nach sich.

Der Zuzug junger Familien erfordere frühzeitiges Handeln, daher baue die Kommune zwei neue Kinderbetreuungs-Einrichtungen, erklärte der Oberbürgermeister: Zum einen das Kösseine-Kinderhaus auf dem Benker-Areal mit 174 Plätzen, aber auch den neuen Margarethen-Kindergarten im Ortsteil Brand mit 100 Plätzen. Außerdem werde "tüchtig an den Spielplätzen in der Stadt gearbeitet".

Auch in das Schulzentrum werde investiert. Die Generalsanierungen des Hallenbads und der Fichtelgebirgsrealschule liefen, für die Erich-Kästner-Schule sei eine Erweiterung geplant. Der Landkreis Wunsiedel bereite schon den Neubau einer Dreifachturnhalle sowie die Generalsanierung des Gymnasiums vor.

Nach langen Vorplanungen gingen die Bauarbeiten auf dem Benker-Areal nun endlich richtig los, die Erschließung sei abgeschlossen, sagte Oliver Weigel. Bereits 2020 soll in dem neuen Stadtquartier der Bau des neuen Parkhauses und der Zentrale für das Nahwärmenetz beginnen. Für rund 100 Beschäftigte der Staatlichen Führungsakademie für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie des IT-Dienstleistungszentrums des Landesamtes für Digitalisierung errichte der Freistaat hier ein Bürogebäude.

Großprojekt Glasschleif

Für rund zwölf Millionen Euro baue die Stadt die Glasschleif zu einer Veranstaltungshalle aus, erklärte Oliver Weigel. Neu entwickelt werde außerdem das Winkel-Quartier. In wenigen Wochen beginne dafür der Abriss des alten Parkhauses sowie des ehemalige Areals "Kaufen & Wohnen". "Auch die enge Begleitung des Investors, der in der Lindenstraße am Stadtpark ein Multifunktionsgebäude mit Tiefgarage errichten wird, steht auf unserer Agenda", betonte der Oberbürgermeister. Hier liefen derzeit die Abstimmungen der Planunterlagen, insbesondere mit dem Landesamt für Denkmalpflege.

Ebenfalls eine Erfolgsgeschichte sei die Entwicklung der Baugebiete. In den seit 2014 erschlossenen Arealen seien inzwischen fast alle 60 Grundstücke verkauft, und die Reservierungen in den neuen Quartieren überträfen alle Erwartungen. An der Wuttigmühle seien bereits alle elf Grundstücke reserviert, im Baugebiet Hammerberg-West von ursprünglich 51 Grundstücken nur noch 17 verfügbar. "Wer also interessiert ist, sollte sich möglichst bald bei uns melden."

Justizminister kommt

Im Februar besuche der bayerische Justizministers Georg Eisenreich Marktredwitz, um mit den Verantwortlichen die weiteren Schritte für den Bau des dann bayernweit modernsten Gefängnisses zu besprechen, teilte der Oberbürgermeister mit. Diese Justizvollzugsanstalt bringe "weitere rund 200 Arbeitsplätze in unsere Stadt".

Schuldenabbau geht weiter

Weiter verbessert hat sich Weigel zufolge die finanzielle Lage. Trotz aller Investitionen schreite der Schuldenabbau stetig voran - allein 2019 habe man 5,3 Millionen Euro abgebaut. "Wir werden 2020 erstmals keine neuen Kredite aufnehmen", versprach der Oberbürgermeister. In den vergangenen neun Jahren seien 31 Millionen Euro Schulden getilgt worden - auch dank großzügiger Bedarfszuweisungen und Stabilisierungshilfen.

Bereits am 12. Dezember habe der Stadtrat den Haushalt verabschiedet und hoffe nun auf Genehmigung. "Wir wollen nämlich weiter kräftig investieren, aber eben auch wieder deutlich Schulden abbauen", betonte Weigel. Rekordwerte vermeldete er bei den Einnahmen: "Die Gewerbesteuereinnahmen liegen bei noch nie dagewesenen 15,3 Millionen Euro, und die Einkommensteuereinnahmen sind auf 8,5 Millionen Euro gestiegen."

Auch die 93 Jahre alte Künstlerin Ursula Benker-Schirmer war gekommen, um sich Oberbürgermeister Oliver Weigels Neujahransprache anzuhören.
Dicht an dicht drängten sich die vielen Besucher am Mittwochabend beim Neujahrsempfang in der renovierten Marktredwitzer Stadthalle.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.