07.02.2019 - 15:35 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Andreas Ernstberger neuer THW-Chef

Die THW-Ortsbeauftragte Ute Eckstein übergibt das Amt an ein Eigengewächs des Ortsverbands. Zum Abschied erhält sie Geschenke und großes Lob.

Nun ist es offiziell. Der THW-Ortsverband Marktredwitz hat mit Andreas Ernstberger einen neuen Ortsbeauftragten. Von links: Sebastian Prüm, Andre Murmann, Lisa Eckstein, Andreas Ernstberger, Erwin Eckstein, Ute Eckstein, Dr. Karl Döhler, Rüdiger Maetzig, Horst Geißel
von Autor ABIProfil

Es war eine regelrechte Punktlandung: Am 23. Januar 1996 hatte Ute Eckstein als Kraftfahrerin im Technischen Hilfswerk (THW) Marktredwitz begonnen. Exakt zehn Jahre später, im Januar 2006, begann sie ihre Tätigkeit als Chefin, sprich Ortsbeauftragte, im Ortsverband Marktredwitz. Seinerzeit war sie bundesweit sogar die erste weibliche Führungskraft in dieser Position. Nun schloss sich der Kreis. Sie übergab offiziell den Staffelstab an Andreas Ernstberger, den neuen Ortsbeauftragten des Technischen Hilfswerks.

Ute Eckstein selbst bleibt ihren Damen und Herren in Blau in der Funktion als Köchin erhalten. Im Rahmen einer offiziellen Feier im Landratsamt fanden sich zur Amtsübergabe zahlreiche hochrangige Vertreter von THW, Feuerwehr, Polizei, BRK, Zoll, Reservistenkameradschaft sowie von der Leitstelle Hochfranken und natürlich jede Menge THW-Helfer ein.

Rüdiger Maetzig, der Leiter der THW-Regionalstelle Hof, fand als humorvoller Moderator nur lobende Worte für die scheidende Chefin. "Ute Eckstein übernahm 2006 ihr Amt und schaffte es mit verbindendem Wesen, dass alle gemeinsam an einem Strang ziehen. Sie war manchmal trotzig, aber immer zum Wohle des Ortsverbandes, und hat sich nie in Belange eingemischt, die sie nichts angehen." Als besonderes Merkmal der 1958 geborenen Konradsreutherin bezeichnete Maetzig ihre engagierte Netzwerkbildung und die Pflege von Kontakten. "Ihr besonderes Steckenpferd war und ist dabei die THW-Jugend."

Andreas Ernstberger, der neue Chef im THW, ist Jahrgang 1985 und ein echtes Eigengewächs: "Ich kam vor 13 Jahren durch den Wehrersatzdienst zum THW. Im Laufe der Jahre habe ich etliche Ausbildungen in der Bundesschule in Hoya absolviert." Unter anderem gehörten dazu die Ausbildung und anschließende Ausübung zum Truppführer, zum Gruppenführer sowie zum Zugtruppführer. "Das THW hat mir in diesen 13 Jahren sehr viel gegeben. Jetzt ist es an der Zeit, ihm etwas zurückzugeben. Lasst uns gemeinsam Freude am Ehrenamt haben und gut zusammenarbeiten", forderte er die Anwesenden auf.

"Sicherlich wird sich unter seiner Führung einiges ändern, Bewährtes wird bleiben", betonte Rüdiger Maetzig und bat bei der Ehefrau des neuen Ortsbeauftragten, Marina Ernstberger, schon einmal um Verständnis und Nachsicht, "wenn der neue Marktredwitzer THW-Chef so manches Problem mit nach Hause bringt".

Landrat Karl Döhler erzählte: "Ich hatte bereits in meinen ersten Amtstagen als Landrat mit dem THW zu tun. Wir hatten damals Hochwasser, und das THW musste unseren Keller auspumpen, seitdem hatten wir immer gute Beziehungen zueinander." Nach Döhlers Worten ist es sehr wichtig, dass es Menschen gibt, die ihre ganze Kompetenz in die Hilfe für den Nächsten stecken. "Das ist etwas, das nicht selbstverständlich ist und das man nicht mit Geld aufwiegen kann."

Der Marktredwitzer Bürgermeister Horst Geißel betonte, dass er Ute Eckstein bei vielen Gelegenheiten habe erleben dürfen. Er sagte: "Sie haben die vielfältigen Aufgaben mit Bravour gemeistert und haben es mit den anderen Hilfsorganisationen geschafft, dass die Hilfe für den Nächsten stets im Vordergrund steht." Erster Polizeikommissar Robert Roth sprach stellvertretend für alle beteiligten Dienststellen: "Alles hat seine Zeit, und es gibt auch die Zeit loszulassen. Und die ist nun für Ute Eckstein gekommen."

Kreisbrandrat Wieland Schletz betonte, dass seine Vorgänger mit der Anbahnung eines sehr guten Verhältnisses zwischen Feuerwehr und THW sehr gute Arbeit geleistet hätten. Gemeinsam mit Kreisbrandinspektor Armin Welzel verlieh er dann das zivile Ehrenzeichen der Feuerwehr in Gold an Ute Eckstein.

Der Kreis- und Bezirksdelegierte der Reservisten, Bruno Salomon, lobte ebenso wie Michael Filchner, Hauptfeldwebel der Reserve, die langjährige Freundschaft zwischen dem THW und der Reservistenkameradschaft Waldsassen. Diese werde auf jeden Fall weiterhin gepflegt: Denn Andreas Ernstberger ist hier aktives Mitglied. Die beiden überreichten Ute Eckstein die Kreismedaille der Reservisten in Silber sowie einen Gutschein für das Sibyllenbad.

Ute Eckstein stand schließlich das Schlusswort zu: "Vor 23 Jahren habe ich meine Seele mit Leidenschaft dem THW verschrieben, aber man muss auch mal nein sagen können. Wir hatten alle viele Höhen, aber auch manche Tiefen, deshalb ein Dankeschön an meine Helfer, dass sie immer zum Ortsverband gehalten haben, wenn es darauf ankam". Neben vielen Geschenken und Blumen erhielt sie von ihrem Team einen Gutschein für einen Aufenthalt in Hamburg.

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