03.08.2020 - 12:49 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Bessere Diagnostik bei Prostatakrebs

Die Diagnostik des Prostatakarzinoms hat sich verbessert. Patienten am Klinikum Fichtelgebirge können von einer neuen Untersuchungsmethode profitieren. Das neue Verfahren ist jedoch nicht kostenlos.

Dr. Alexander Kugler führt eine Fusionsbiopsie durch. Das spezielle neue Ultraschallgerät, das zusätzlich auch bei anderen Untersuchungen verwendet werden kann, wurde vom Klinikum für einen sechsstelligen Betrag angeschafft.
von Externer BeitragProfil

Prostatakrebs ist für die meisten Männer ein echtes Schreckgespenst. Im Frühstadium ist er jedoch heilbar. Dennoch ist die Vorsorgeuntersuchung sehr unbeliebt. Wird hierbei ein erhöhter PSA-Wert festgestellt, kann das ein erstes Alarmzeichen sein. Durch eine Kombination aus MRT-Untersuchung und einem speziellen Ultraschallgerät soll jetzt punktgenau ermittelt werden, welches Areal in der Prostata betroffen sein könnte. Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, hat das Klinikum einen sechsstelligen Betrag in ein neues Ultraschallgerät investiert.

Das „Prostataspezifische Antigen“ (PSA) sei ein Eiweiß, das nur von Prostatazellen und besonders auch von Prostatakrebszellen gebildet werde. Aus seiner Menge könne man Veränderungen ableiten. „Nicht immer bedeutet es, dass Krebs die Ursache ist. Leider aber oft“, heißt es in der Mitteilung. Bei einer Biopsie würden nach einem vorgegebenen Schema aus verschiedenen Arealen der Prostata mindestens zehn kleine Gewebeproben entnommen. Dabei bestehe jedoch die Möglichkeit, dass der Krebsherd im jeweiligen Areal nicht getroffen werde. Am Klinikum Fichtelgebirge werde jetzt eine neue Diagnostik angeboten, die „multiparametrische Magnetresonanztomographie samt „Fusionsbiopsie“. Das MRT-Bild werde in Kooperation mit der Radiologischen Gemeinschaftspraxis Kollerer und Purucker erstellt, beide Bilder würden zusammengerechnet und ermöglichten eine viel exaktere Biopsie. Dieses Vorgehen wird als derzeit diagnostisch aussagekräftigste Methode zur Darstellung und Markierung krebsverdächtiger Herde der Prostata beschrieben.

Die Untersuchung erfolge in bequemer Rückenlage. Durch eine lokale Betäubung der Nerven verlaufe sie in der Regel schmerzfrei. Die Biopsie erfolge durch den After. „Mit der neuen Methode kann viel zielgerichteter biopsiert werden, weil wir unser Ziel wesentlich exakter ansteuern können“, erläutert Dr. Alexander Kugler, leitender Oberarzt an der Klinik für Urologie am Klinikum Fichtelgebirge. „Zusätzlich erlaubt uns diese neue Methode auch eine hervorragende Verlaufskontrolle, da nicht jeder Prostatakrebs sofort operiert oder mit einer Strahlentherapie behandelt wird.“

Das neue Verfahren wird als zuverlässiger, aber auch aufwendiger beschrieben. „Leider wird es von den gesetzlichen Kassen noch nicht komplett bezahlt“, bedauert Alexander Kugler. Der Patient müsse für die MRT-Untersuchung 600 Euro zuzahlen, die dann eventuell folgende Fusionsbiopsie werde von den Kassen getragen.

Hintergrund:

Häufigster bösartiger Tumor bei Männern

Das Prostatakarzinom ist in der westlichen Welt mittlerweile der häufigste bösartige Tumor beim Mann. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr etwa 65 000 Männer. Da der Tumor im frühen, heilbaren Stadium keinerlei Beschwerden verursacht, wird er meist im Rahmen der urologischen Vorsorgeuntersuchung entdeckt. Bei Tumorverdacht ist eine Biopsie (Probeentnahme) die einzige Methode, um den Tumor zu sichern. Die MRT/Ultraschall-Fusionsbiopsie ist eine Technologie, die eine wesentlich präzisere Diagnostik beim Prostatakarzinom ermöglicht und die Anzahl unnötiger Biopsien verringern kann.

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