01.02.2019 - 15:28 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Mit einem Charmeur auf Tuchfühlung

Sky du Mont begeistert die Frauenwelt in Marktredwitz. Mit viel Humor stellt er sein Buch „Jung sterben ist auch keine Lösung“ vor. Der Roman trägt keine autobiografischen Züge.

Die Damen stehen Schlange, um ein persönlich signiertes Buch von Sky du Mont zu bekommen. Gut gelaunt kommt der Filmstar und Autor den Wünschen gerne nach.
von Autor FPHProfil

„Da kommt der Herr Huber – steh’ auf und gib ihm die Hand!“ Das ist die einzige autobiografische Botschaft von Sky du Mont in seinem Buch „Jung sterben ist auch keine Lösung“. „An den Satz, den meine Mutter vor gut zehn Jahren zu mir gesagt hat, habe ich mich erinnert, als ich das Buch schrieb“, erzählt der Filmstar und Autor im Gespräch mit der Frankenpost, ehe er ins Rampenlicht steigt, um dem überwiegend weiblichen Publikum vor lange ausverkauftem Haus in der Buchhandlung Rupprecht einen himmlischen Abend zu bescheren.

Eigentlich könnte es Parallelen zum Leben des berühmten deutschen Schauspielers und seiner Mutter geben. Die Protagonisten ähneln altersmäßig einander: Sky du Mont ist 71, der Klausi, der in seinem fröhlich, zuweilen nachdenklichen Buch nie erwachsen werden darf, fast 76. Die rüstige Frau Mama hat zwar 96 Lenze auf dem Buckel, mag den viel zu langsamen Rollator aber keineswegs und lässt sich lieber von braungebrannten Jünglingen ausführen und massieren. Sky du Monts Mutter wurde 97 und ist erst vor Kurzem gestorben. „Aber sie war nie dominant“, versichert der Autor. Ganz im Gegenteil zu Klausis Mutter, die nicht wahrhaben will, dass ihr Junge nicht sieben, sondern weit über siebzig ist. Aber meist nur deshalb, weil sie sich sonst selbst alt fühlt. Und manch einer oder eine im Auditorium mag sich bei der Lesung ertappt fühlen.

Privates behält der Womanizer aus Hamburg, der zum ersten Mal in Marktredwitz ist, für sich. „Ich gebe eigentlich keine Interviews.“ Schön, dass er für die Frankenpost eine Ausnahme macht. Und wenn er sich dabei ertappt, etwas Privates auszuplaudern, rudert er zurück: „Jetzt reicht’s aber!“ Er selbst bezeichnet sich als Vater „zwischen streng und nachgiebig“, mische sich aber nicht so sehr ins Leben seiner Kinder ein wie seine mütterliche Romanfigur. Du Monts Söhne sind zwölf und 25, seine Tochter 17 Jahre alt. „Alle zwei Wochen sind sie bei mir.“

Mit dem Tod beschäftigt sich der etwas „vertrottelte Bösewicht“ aus dem „Schuh des Manitu“ auch, spannt er den Bogen zu seinem Buch. „Ich habe keine Angst davor, aber ich möchte nicht mit Schmerzen sterben.“

Über das Sterben macht sich die Mutter von Klausi Gedanken, inszeniert ihre eigene Beerdigung, um zu sehen, wer so alles kommt, um ihr die letzte Ehre zu erweisen. „Ich wäre fast gestorben, Mama!“, gesteht der fast greise Sohn seiner noch greiseren Mutter, als sie den schwarzen Schleier lüpft, um zu erkennen zu geben, dass sie noch unter den Lebenden zu weilen pflegt. „Ich auch“, kontert sie trocken. „Tut mir leid. Aber ich fand, es war nötig, mal einen Testlauf zu machen.“ Und dann ermuntert sie die Musiker, zur Feier des Tages mal etwas Flotteres zu spielen.

Ehe es zum tragischen Ende mit glücklichem Ausgang kommt, schickt die Frau Mama Klausi von Seniorenresidenz zu Seniorenresidenz – Altersheim ist verpönt –, damit sie ihren Bub gut aufgehoben weiß, wenn sie mal nicht mehr sein sollte. Und so gerät Klaus Berg von einem Missgeschick ins nächste, will seiner Mutter gern die Leviten lesen, gibt aber immer wieder klein bei.

Dass sie für ihn auch noch Partnerschaftsanzeigen in verschiedensten Zeitungen – „mit meinem Konterfei!“ – aufgibt und die Post aus seinem Briefkasten nur so quillt, findet Klausi „irre peinlich“: „Jugendlicher Rentner (relativ unsportlich, leicht vergesslich, einigermaßen humorvoll, schnell erregbar) sucht jung gebliebene, ordentliche Partnerin zur Freizeitgestaltung. Eigenschaften wie Kochen, Nähen, Putzen, körperliche Reinlichkeit und finanzielle Unabhängigkeit sind Voraussetzungen.“ Als Klausi sich auch auf „senioren-tinder.com“ findet, können sich die Damen im Publikum vor Lachen kaum mehr halten. „Ich wundere mich, dass Sie alle wissen, was Tinder ist. Also ich musste erst nachlesen, was das ist“, gesteht Sky du Mont.

„Oh, die Erste geht schon!“, mutmaßt der Autor, als sich eine Dame vor ihm erhebt. „Meine Blase drückt“, gesteht die. Und als sie zurückkehrt, versichert die Besucherin: „Ich hab‘ alles mitbekommen, man hört Sie bis auf die Toilette.“ – „Dann müssen Sie die Tür zumachen“, kontert du Mont. Das Publikum ist außer sich vor Lachen. Ein himmlischer und humorvoller Abend, der den Damen sicherlich lange in Erinnerung bleiben wird.

„Jung sterben ist auch keine Lösung“ ist erhältlich unter der ISBN 978-3-404-60981-9. Sky du Mont ist als nächstes in der Serie „Haunted – Seelen ohne Frieden“ auf dem Kabel-TV-Sender TLC zu sehen, wo er als Host durch die deutsche Produktion führt.

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