07.04.2019 - 15:52 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

FGV verkauft Marktredwitzer Haus

Fast einstimmig entscheiden die FGV-Mitglieder, das Gebäude im Steinwald noch heuer zu verkaufen. Der Verein kann sich das 90-jährige Haus nicht mehr leisten.

Mit der Auszeichnung „Goldener Siebenstern“ wurde Karl Lenhard (links) vom Ortsverein Neusorg für seine langjährige Mitarbeit im Heimatverein geehrt. Die Urkunde überreichten die Hauptvorsitzende Monika Saalfrank und der stellvertretende Vorsitzende Adrian Roßner.
von DTRProfil

Was sich in den vergangenen Wochen bereits abgezeichnet hat, ist jetzt fix: Der Fichtelgebirgsverein wird das Marktredwitzer Haus so schnell wie möglich verkaufen. Bei der Jahreshauptversammlung in Kirchenlamitz - während des nichtöffentlichen Teils - stimmten die Mitglieder "nahezu einstimmig für den Verkauf des Hauses", informierte die Vorsitzende Monika Saalfrank hinterher.

Weil das Haus in die Jahre gekommen ist und viele teure Investitionen notwendig sind, die sich der Verein nicht leisten kann, zieht er nun Konsequenzen. Während der Versammlung informierte Hüttenwart Günther Karl die Mitglieder genau über die Probleme des FGV-Hauses. Neben mehreren Sturmschäden, welche bereits wieder beseitigt worden sind, gehörten eine immer wiederkehrende Fliegenplage, die in die Jahre gekommene Holzfassade sowie kleinere Schimmelbildungen am Gebäude zu den Problemen.

Doch das Marktredwitzer Haus ist nicht die einzige Immobilie, die den Verein in Bedrängnis bringt. Ganz generell sei der Erhalt aller Vereinsgebäude sehr arbeits- und kostenintensiv. Dies unterstrich auch der Referent für Naturschutz, Jörg Hacker. Selbst der Verkauf des Marktleuthener Hauses sei erst nach dem endgültigen Ausräumen durch den Verein abgeschlossen. Beim Seehaus zwischen Bischofsgrün und Tröstau gestalte sich die Suche nach geeigneten Pächtern als schwierig. Das Objekt sei in den Wintermonaten nur mit Allradfahrzeugen erreichbar. Gerade diese Problematik hätte die laufenden Arbeiten verzögert. Zusätzlich könne man trotz laufender Gespräche mit einer Pächtergemeinschaft absolut noch nichts Konkretes sagen: "Wie es hier weitergeht, wird sich nächste Woche zeigen", so Jörg Hacker.

Ein zweites Thema macht dem Verein aber auch zu schaffen. Innerhalb des vergangenen Jahres sind 581 Mitglieder ausgetreten oder gestorben. Eingetreten sind nur 62. Aktuell hat der Verein noch 15 583 Mitglieder. "Nicht nur der Ort, sondern auch der ansässige Ortsverein hat mit dem Strukturwandel in der Region zu kämpfen", waren sich der Kirchenlamitzer Bürgermeister Thomas Schwarz und der FGV-Ortsvorsitzende Klaus Roßner einig.

Doch nicht nur der Schwund, sondern auch das hohe Durchschnittsalter der Mitglieder beschäftigt die Verantwortlichen. Der Strukturwandel habe nicht nur Einfluss auf die Einwohnerzahl, sondern würde beim Ortsverein in einem Altersdurchschnitt von 67 Jahren münden. "Aber ohne die fleißige Vereinsarbeit wäre es schlecht um den Tourismus im Ort bestellt", lobte Schwarz.

"Der Fichtelgebirgsverein hat in den vergangenen Jahren viel erreicht und sich für die kommenden Jahre einiges vorgenommen", betonte Monika Saalfrank. Zahlreiche Wanderungen und Events stünden auch heuer auf der Tagesordnung. Sie dankte allen Helfern für die fleißige Mitarbeit. Dieser Einsatz hätte den großen Vereinserfolg herbeigeführt. Saalfrank bedauerte jedoch, dass beim Wanderführer-Seminar nur wenige Teilnehmer vor Ort waren. Erhöhte Kosten bei der Generalsanierung der Schönburgwarte auf dem Großen Kornberg hätten zu Lücken in der Vereinskasse geführt. Diese seien jedoch durch zahlreiche Spenden wieder ausgeglichen worden.

Neben diesen Sorgen seien jedoch die eigentlichen Hauptarbeiten des Vereins der Umweltschutz, das Erhalten der Traditionen und das Betreuen der Wanderwege. Hier leiste der Verein beachtliche Arbeit in allen Sparten. Auch aktuell seien die Ortsvereine zum Beispiel wieder fleißig bei der Arbeit. So würden vielerorts Winterschäden beseitigt, Blumen gepflanzt und die Osterbrunnen geschmückt.

"Alleine bei der Ausschilderung der Wanderwege wurden im vergangen Jahr über 3800 Stunden ehrenamtliche Arbeit erbracht", lobte der Referent für Wanderwege, Christian Kreipe. Man solle auch bedenken, dass die realistische Zahl wegen nicht notierter Stunden sicher weit höher liege.

"Die offiziellen Teile der Veranstaltungen waren meist schlechter besucht als die geselligen Treffen", erklärt der stellvertretende Vorsitzende Adrian Roßner. Hierauf würde man nun reagieren und zukünftig zum Beispiel den Fichtelgebirgstag wie früher feiern. Die Besucher könnten sich dann auf viele Wanderungen, verschiedene Führungen und einen Gottesdienst freuen.

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