23.05.2019 - 13:03 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Grenzerfahrungen beim Historischen Club

Der Wunsiedler Dietmar Hermann und der Marktredwitzer Rudolf Zemek sind Freunde. Gemeinsam haben die Mitglieder des Fichtelgebirgsvereins die bayerisch-böhmische Grenze abgewandert. Davon erzählt Hermann beim Historischen Club.

Mit-Vorsitzender Friedrich Haubner (rechts) bedankte sich bei Dietmar Hermann für den „Spitzenvortrag“.
von Werner RoblProfil

Die Wanderung, auf die der Referent die Zuhörer mitnimmt, startet im Dreiländereck bei Regnitzlosau. Unweit der Bayerisch-Sächsisch-Böhmischen Grenze bei Prex, packt Hermann mit seinen Begleitern den Rucksack, um auf eine über 40 Kilometer lange Reise aufzubrechen, die in Pechtnersreuth bei Waldsassen enden wird. Den Vortrag hat er mit "Grenzerfahrungen" überschrieben.

Eines der ersten Ziele ist der Weiler Häusellohe mit seinen Moorgebieten bei Selb, wo der Referent von alten Grenzsteinen erzählt. Die Bilder dazu hat er mitgebracht, um sie auf der Leinwand im Festsaal des "Meister Bär Hotels" zu zeigen. "Bedeutung hatten sie früher einmal", verweist er auf einen Grenzstein, auf dem "Pozor" ("Sei vorsichtig") steht. "Heute zeigen sie einfach nur, wo Bayern endet und Böhmen beginnt", ergänzt der Wunsiedler. In seinem Lichtbildervortrag, um den ihn der Historische Club gebeten hatte, erwähnt er auch eine Örtlichkeit, wo ein unbekannter Soldat aus dem Zweiten Weltkrieg begraben liegt. Auf einem anderen Gedenkstein taucht der Name "Vacula" auf. "Der Mann wurde während der Flucht erschossen", rüttelt Hermann Erinnerungen an den Eisernen Vorhang wach. "Heute begrüßt man sich mit ,Dobry Den' oder ,Grüß Gott', das war vor dem Grenzfall undenkbar."

Trinkwasser für Eger

Anders als sonst führt der Vortrag bei den Historikern nicht zurück in die Geschichte, sondern hinein in die teilweise unberührte Landschaft. Hermann lässt bunte Bilder folgen und zeigt Dörfer, Burgen, Bäche, Weiher und Wälder. Man passiert das Städtchen Asch. Verfallene Häuser erinnern an frühere, glanzvolle Zeiten vor dem Zweiten Weltkrieg. Schließlich gelangt er in Hohenberg an der Eger an. "Besuchen Sie die Burg, dort auch das Porzellanmuseum. Legen Sie eine Rast an der Carolinen-Quelle ein", ermuntert er, daran nicht vorbeizugehen. Am Buchbrunnen, der auch auf der Wanderroute liegt, wird eine Pause eingelegt, um dort das Wasserhäuschen zu besichtigen, das die Stadt Eger mit Trinkwasser versorgt. "Das war auch vor der Grenzöffnung bereits der Fall, die Zusammenarbeit klappte hervorragend.", erklärt der Wunsiedler.

Mit einem letzten Blick hinein nach Franzensbad und hinauf zum Grünberg, bewegen sich Hermann und der Historische Club langsam in Richtung Waldsassen, wo das Dörfchen Pechtnersreuth bereits auf die Ausflügler wartet. Am Ende empfiehlt er: "Wenn Sie die Wanderung nachlesen möchten, sie erscheint im Herbst in der Schriftenreihe des Fichtelgebirgsvereins."

Noch zwei Vorträge

Langsam nähert sich der Historische Club, um das Vorsitzenden-Gespann, Bernd Leutheußer, Hermann Meier und Friedrich Haubner, der Sommerpause. Am Dienstag, 4. Juni, referiert Stefan Niedermeier über "100 Jahre Otto-Hahn-Gymnasium". Und am Dienstag, 2. Juli, blickt Dr. Peter Seisser auf die Reformationszeit im Fichtelgebirge zurück. Die Veranstaltungen finden im Meister-Bär-Hotel statt, jeweils um 19.30 Uhr.

Dietmar Hermann ist Mitglied im Fichtelgebirgsverein. Beim „Historischen Club“ erzählte er von seinen Grenzerfahrungen.
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