Marktredwitz
21.10.2018 - 13:01 Uhr

Großübung am Klinikum Fichtelgebirge

Über 200 Einsatzkräfte proben den Ernstfall: Feuer im Krankenhaus. Ein Brand auf einer Station wurde bekämpft und Verletzte mussten geborgen und versorgt werden.

Die Feuerwehren evakuierten die "Patienten" auch mittels Tragen über das vorgelagerte Dach. Bild: exb
Die Feuerwehren evakuierten die "Patienten" auch mittels Tragen über das vorgelagerte Dach.

Am Dienstagabend gegen 18.05 Uhr ging bei der Leitstelle ein Alarm aus dem Klinikum Fichtelgebirge in Marktredwitz ein. Feuer im Krankenhaus. Ein paar Minuten später erreichte die Feuerwehr Marktredwitz mit mehreren Einsatzfahrzeugen und rund 15 Mann den Einsatzort, um das Szenario "Feuer auf einer mit Patienten belegten Station" zu üben. Es galt einen "Brand" auf einer Station zu bekämpften und Verletzte zu bergen und zu versorgen. Erschwerend hinzu kam dabei eine dichte Rauchentwicklung, die mittels mehrerer Nebelmaschinen simuliert wurde.

Patienten haben Priorität

Nach dem Eintreffen der Löschzüge auf dem Klinikgelände verschafften sich die Einsatzkräfte zunächst einen Überblick, lokalisierten den Brandherd und drangen mit schwerem Atemschutzgerät und Schläuchen zur Station C 4 vor, um das Feuer zu löschen und die eingeschlossenen Personen zu evakuieren. Gleichzeitig standen mehrere Drehleitern zum Einsatz bereit. Neben dem obersten Gebot - der Personenrettung - galt es auch das weitere Ausbreiten von Feuer und Rauch zu verhindern und den Brand schnell zu bekämpfen.

Nachdem alle Patienten aus dem Brandbereich evakuiert werden konnten, wurden sie zur dem BRK übergeben und zu weiteren medizinischen Versorgung in die Notaufnahme des Klinikums gebracht. Dort wurde geübt, wie mit einem solchen Patienten-Ansturm umzugehen ist.

Geprobt wurde "ein realitätsnahes Szenario", sagte Dr. Philipp Koehl, Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie am Klinikum Fichtelgebirge und ärztlicher Leiter der Brandschutzübung: "Ein Brand kann jederzeit passieren." Im Klinikum sollte zum Beispiel geübt werden, wie bettlägerige Menschen durchs Treppenhaus oder über die Drehleiter transportiert werden können.

Die Übung wurde mit Feuerwehr, BRK und den Brandschutzbeauftragten des Klinikums detailliert vorbereitet, auch um den normalen Patientenbetrieb nicht zu beeinträchtigen. Das Aufrüsten der Station mit Betten und Medizingeräten durch die Abteilung der Haustechnik sowie das Ausstaffieren der Schauspielerinnen und Schauspieler mit Verbänden und Infusionen durch das Pflegepersonal machten die Übung nachempfindbar echt.

Bestmögliche Vorbereitung

"Wir wollen auf so eine Situation bestmöglich vorbereitet sein", ergänzte Dr. Koehl. Ein "Massenanfall" von Verletzten kann letztendlich verschiedene Ursachen haben. In der Klinik muss dann durch die ärztliche Leitung schnell entschieden werden, wer zuerst behandelt wird und welche Patienten stabil genug sind, um gegebenenfalls auf umliegende Krankenhäuser verteilt zu werden. Diese "Triagierung" und die organisatorischen Abläufe wurden erfolgreich geprobt, so dass sich Dr. Koehl am Ende des Abends mit der Leistung der pflegerischen, administrativen und ärztlichen Mitarbeiter in der Notaufnahme sehr zufrieden zeigte. "Diese Übungen tragen erheblich dazu bei, die Versorgungsqualität und Sicherheit stetig zu verbessern. Bei jeder Übung lassen sich letztlich Verbesserungsoptionen finden", bilanziert der Leiter der Brandschutzübung. Eine kritische Nachbetrachtung zusammen mit Rettungsdienst und Feuerwehr schließen die Übung dann ab.

"Die Übung verlief ohne Zwischenfälle. Die Einsatzkräfte haben einen guten Job gemacht. Herzlichen Dank an alle Unterstützer für diese gute Gelegenheit, den Ernstfall der Ausbreitung eines Feuers in einem Krankenhaus, zu trainieren", betont auch Maximilian Seiler, Stadtbrandinspektor von Marktredwitz. Im Anschluss gab es für alle Einsatzkräfte und Unterstützer eine deftige Mahlzeit in der Cafeteria.

In der Magistrale des Klinikums wurde eine „Triage“ durchgeführt. Hierbei wird durch die ärztliche Leitung schnell entschieden, wer zuerst behandelt wird und welche Patienten stabil genug sind, um auf umliegende Krankenhäuser verteilt zu werden. Bild: exb
In der Magistrale des Klinikums wurde eine „Triage“ durchgeführt. Hierbei wird durch die ärztliche Leitung schnell entschieden, wer zuerst behandelt wird und welche Patienten stabil genug sind, um auf umliegende Krankenhäuser verteilt zu werden.
In der Magistrale des Klinikums wurde eine „Triage“ durchgeführt. Hierbei wird durch die ärztliche Leitung schnell entschieden, wer zuerst behandelt wird und welche Patienten stabil genug sind, um auf umliegende Krankenhäuser verteilt zu werden. Bild: exb
In der Magistrale des Klinikums wurde eine „Triage“ durchgeführt. Hierbei wird durch die ärztliche Leitung schnell entschieden, wer zuerst behandelt wird und welche Patienten stabil genug sind, um auf umliegende Krankenhäuser verteilt zu werden.
Einsatzfahrzeug vor dem Klinikum Fichtelgebirge. Bild: exb
Einsatzfahrzeug vor dem Klinikum Fichtelgebirge.
 
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