Marktredwitz
26.11.2019 - 15:43 Uhr

Grünes Licht für den „Löwen“

Das Traditionsgasthaus in Dörflas soll wieder öffnen. Mit einer Förderzusage über eine halbe Million Euro geben Regierung und Stadt den Startschuss für eine Renovierung.

von FPHS
Zur Übergabe des Förderbescheids für die Restaurierung des „Goldenen Löwen“ kamen (von links) Daniela Pöhlmann von der Stewog, Martina Prucker vom Bauamt, Bauamtsleiter Stefan Büttner, Krystina Stegert, Oberbürgermeister Oliver Weigel, Reinhard Stegert und Max Wittmann. Bild: fphs
Zur Übergabe des Förderbescheids für die Restaurierung des „Goldenen Löwen“ kamen (von links) Daniela Pöhlmann von der Stewog, Martina Prucker vom Bauamt, Bauamtsleiter Stefan Büttner, Krystina Stegert, Oberbürgermeister Oliver Weigel, Reinhard Stegert und Max Wittmann.

Der "Goldene Löwe" ist nicht nur eine der historisch wertvollsten Gaststätten in der Region, sondern - wie in einem Buch beschrieben - eine der schönsten Gaststätten Bayerns. Allerdings hat das historische Gebäude mit seinem Saal und der original "Dörflaser Stube" in den vergangenen Jahrzehnten gelitten. Der Zahn der Zeit nagte nicht nur an dem Interieur, sondern auch an dem Dach. Schließlich wurde das Gebäude vor vier Jahren im Landgericht Hof versteigert.

Den Zuschlag hat das Ehepaar Reinhard und Krystina Stegert aus Marktredwitz bekommen. Das Ehepaar, der Mann Zahntechniker und die Frau Zahnärztin, hat nach eigener Aussage ein Faible für schöne Altbauten. Mit der Restaurierung der alten Geyer-Villa, einer alten Fabrikantenvilla an der Thölauer Straße, haben die Stegerts in den vergangenen Jahren bewiesen, dass sie ein Händchen haben für die Restaurierung alter Anwesen und dass sie es verstehen, Altes zu erhalten und mit Neuem zu kombinieren.

Viel Arbeit gekauft

Mit dem "Goldenen Löwen" haben sich die Stegerts viel Arbeit gekauft. Das Dach ist seit Jahren schadhaft, die gesamte Installation und Elektrik veraltet. Tausende von Arbeitsstunden haben die beiden bisher schon in dem Gebäude verbracht und es - in enger Abstimmung mit dem Landesamt für Denkmalpflege - restauriert. Mit Unterstützung der Familie haben sie Schutt beseitigt, alte Böden und Holzdecken gereinigt und erhalten. Fußböden mussten herausgerissen, Leitungen erneuert, neue Logistik geplant werden.

Bereits vor zwei Jahren hat der Stadtrat die Baugenehmigungen im Einvernehmen mit dem Landesamt für Denkmalpflege erteilt. Jetzt überreichte Oberbürgermeister Oliver Weigel bei einem Termin im "Löwen" dem Ehepaar einen Förderbescheid über eine halbe Million Euro. Mit 450 000 Euro fördern die Oberfrankenstiftung und der Staat aus dem Entschädigungsfonds das Vorhaben, ein Millionenprojekt. Weitere 50 000 Euro gibt die Stadt Marktredwitz dazu, damit das Traditionsgasthaus wieder in neuem Glanz erstrahlt. "Schritt um Schritt" werde man nun das Gebäude restaurieren, verspricht Reinhard Stegert. Ehefrau Krystina hat bereits einige Kleinode wie eine Bar aus Holz geschnitzt und alte Schränke zusammengetragen. Es wird aber noch etwas dauern, bis im Ludwig-Saal wieder gefeiert werden kann. Nicht nur im Inneren, sondern auch außen ist da einiges zu tun und erst einmal trocken zu legen. Im Dachgeschoss des Anwesens sind Wohnungen geplant.

Gemeinsames Hobby

Der "Löwe", sagte Weigel bei der Übergabe des Förderbescheids, "ist eines der historisch wertvollen Gebäude in der Stadt." Nach einem Rundgang durch das Gebäude war er sich sicher: "Auf euch wartet viel Arbeit." Reinhard Stegert unterstrich, dass er das Hobby und die Vorliebe für alte Bauten mit seiner Frau gemeinsam habe. Deshalb wolle man alles tun, damit das Traditionsgasthaus bald wieder geöffnet werden kann. Zeitlich festlegen wollte er sich nicht. Unterstützt wird das Ehepaar vom Thiersheimer Architekten Gerhard Plaß sowie Max Wittmann aus Mitterteich.

Stadtbaumeister Stefan Büttner ergänzte, dass sich in den nächsten Jahren auch die Bebauung auf dem Benker-Gelände entwickle. Dazu werde die Dörflaser Straße als Sanierungsgebiet ausgewiesen. Das locke sicher auch viele Gäste in das restaurierte Lokal.

 
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