26.07.2020 - 10:42 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Kind aus Alexander-von-Humboldt-Mittelschule positiv auf Corona getestet

von Autor FPHProfil

Für den Leiter der Alexander-von-Humboldt-Mittelschule Marktredwitz, Andreas Wuttke, ist der Freitag eine gefühlsmäßige Berg- und Talfahrt gewesen: Einerseits freute er sich bei der Ehrung der besten Abschlussschüler, dass viele Jugendliche trotz aller Corona-Wirren hervorragende Noten erzielt haben. Andererseits hat ihn noch eine halbe Stunde vor der Feier die Nachricht erreicht, dass ein Schüler der fünften Jahrgangsstufe positiv auf Corona getestet worden ist.

Wie Wuttke im Gespräch mit der Frankenpost sagt, befinden sich die zehn Mitschüler, mit denen das infizierte Kind Kontakt hatte, und der Lehrer bereits in Quarantäne. Der Pädagoge muss daher seinen bereits gebuchten Urlaub absagen und ebenso wie die Schüler und alle Kontaktpersonen im privaten Umfeld die ersten beiden Ferienwochen in den eigenen vier Wänden verbringen.

"Das Kind ist am Mittwoch mit Grippe-Symptomen in den Unterricht gekommen. Wir haben es sofort isoliert und nach Hause geschickt", sagt Wuttke. Glücklicherweise sei der Mittwoch der erste Schultag nach eineinhalb Wochen für den Schüler gewesen. "Wir haben ein rollierendes Unterrichtssystem, das heißt, eine Woche Unterricht in der Schule und eine Woche Fernunterricht daheim." Da die letzte Woche vor den Sommerferien auf zwei Tage in der Schule und zwei Tage daheim gesplittet worden sei, gebe es relativ wenige Kontaktpersonen aus der Schulfamilie.

Da die Eltern die Schulleitung nicht über das Ergebnis des Corona-Tests informiert hätten, mussten die Pädagogen das Ergebnis selbst erfragen. "Wir haben schließlich eine Verantwortung für alle 460 Schüler an unserer Schule."

Das Gesundheitsamt und die Schule haben noch am Freitagvormittag alle Hebel in Bewegung gesetzt und unter anderem die Eltern der Mitschüler informiert. "Wir sind als Schule natürlich auch auf einen Corona-Fall vorbereitet und können schnellstens alle Maßnahmen in die Wege leiten", sagt Wuttke.

Der Ferienbeginn kommt für die Mittelschule nicht ungelegen. Immerhin verpassen die von der Quarantäne betroffenen Schüler dadurch keinen Unterricht. Auch die Eltern können unbesorgt sein, dass sich ihre Kinder nicht anstecken, da sie eh daheim sind.

Nun hofft Wuttke darauf, dass die Ansteckungszahlen in Bayern in den nächsten Wochen nicht steigen und das neue Schuljahr für Schüler und Lehrer möglichst normal verläuft. "Wir sind auf alle Szenarien vorbereitet." In der zurückliegenden Woche hat er beim Schulamt Konzepte eingereicht, wie der Schulbetrieb im Falle eines neuerlichen Lockdowns mit halber und voller Schülerzahl möglich ist. "Ich gehe davon aus, dass wir mit 460 Schülern wieder den Regelbetrieb aufnehmen. Das ist für uns zwar eine logistische Herausforderung, aber wir werden die bestmöglichen Voraussetzungen schaffen."

Bereits in den vergangenen Monaten haben die Verantwortlichen in der Mittelschule mehrmals rasch reagieren müssen, wenn wieder mal neue Bestimmungen vom Kultusministerium verlautbart worden sind. "Auch die haben wir sehr gut umsetzen können."

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