28.11.2019 - 17:14 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Leuchtturm in der Krippenszene

Das Egerland-Museum eröffnet zwei Sonderausstellungen. Fast vergessene Krippen und fairer Handel erzählen viele Geschichten.

Verbands-Präsident Martin Martlmeier, "Kripperer" Albin Artmann, Ulrich Frey vom Verein "Solidarität in der Einen Welt" und Museumsleiter Volker Dittmar (von links) vor dem Schaufenster zum Fairen Handel.

Weihnachtskrippen stehen für eine Kultur der Begegnung. In der Gesellschaft driftet vieles auseinander, sie führen Menschen, Heiliges und Profanes immer wieder zusammen. Präsident Martin Martlreiter vom Verband Bayerischer Krippenfreunde betonte: „Ohne Begegnungen werden wir keine Zukunft haben. Dazu brauchen wir Bilder, die heilen. Krippen erschließen uns den Sinn des Lebens.“ Marktredwitz habe mit den Ausstellungen im Egerland-Museum, dem Krippenweg und dem Krippenbau einen Leuchtturm in der Krippenszene.

In einer Feierstunde wurden die beiden Sonderausstellungen „Fast vergessene Marktredwitzer Krippen“ und „Fair unterwegs“ am Mittwochabend im Egerland-Museum eröffnet. Zum einen werden zwei traditionelle Familienkrippen aus Marktredwitz erstmals öffentlich gezeigt wie die Hauskrippe von Hans und Barbara Ott. Die große Krippe der Textilfabrikanten Benker war seit Jahrzehnten in Umzugskartons verpackt. Carl-Albrecht Benker stellt sie als Dauer-Leihgabe zur Verfügung (Wir berichteten bereits ausführlich). In seinem Grußwort nahm er eine träumerische Vision in den Blick: Wie würde sich Marktredwitz entwickeln, wenn die vielen Amerikaner und Asiaten auf ihren Europa-Urlauben das Krippen-Schauen entdecken würden?

Zum anderen beleuchtet eine Wanderausstellung der Metropolregion Nürnberg Produkte, die einen weiten Weg zurücklegen, bevor sie zum Einsatz kommen. Werden sie fair, ökologisch und vielleicht sogar regional erzeugt, leisten sie einen wichtigen Beitrag für eine nachhaltige Entwicklung. Die Wanderausstellung zielt darauf ab, das Wissen und Bewusstsein der Besucherinnen und Besucher zum Fairen Handel zu schärfen und ihnen Tipps und Anregungen mit auf den Weg zu geben. In einem Regionalteil beleuchtet der Verein „Solidarität in der Einen Welt“ das Konsumverhalten der Käufer insbesondere in der Advents- und Weihnachtszeit kritisch, die Orange steht dabei im Mittelpunkt. Klima- und Umweltbelastung werden genauso hinterfragt wie die Ausbeutung der Menschen in den Erzeugungsländern.

Zweiter Bürgermeister Horst Geißel, der das verhinderte Stadtoberhaupt Oliver Weigel vertrat, freute sich, dass viele Menschen gemeinsam gleich zwei Ausstellungen auf die Beine gestellt haben: Für die Krippenraritäten, die mit echter Handwerkskunst in Marktredwitz entstanden sind, dankte er den Leihgebern und dem Kripperer Albin Artmann, der mit seinen Helfern viele Stunden in den Aufbau der Krippen investiert hat. Bei Ulrich Frey bedankte er sich für den Einblick in den Fairen Handel.

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