Krasser könnte der Gegensatz nicht sein. Bei 30 Grad plus verließ Pater Tony Sunny seine indische Heimatstadt Kerala. Nach zwei Tagen landete er bei minus 2 Grad in Marktredwitz. Der Vinzentiner-Pater trat Anfang Dezember seinen neuen Dienst als Pfarrvikar in der Pfarrei Herz Jesu, in der Expositur Sankt Michael in Brand und in der Filialkirche St. Marein Lorenzreuth an. Außerdem ist er als Vertreter in der gesamten Diözese vorgesehen, wenn ein Priester krankheitsbedingt ausfällt. Nicht nur die Temperaturen waren neu für den 37-jährigen Pater Tony, sondern auch das erste Mal auf europäischem, deutschem und vor allem bayerischem Boden zu stehen.
Am 18. Oktober 1988 wurde Tony Sunny in Kerala, Indien, geboren. Er wuchs dort als zweiter von drei Söhnen seiner Eltern James und Celine Sunny auf und erhielt eine religiöse, christliche Erziehung in seiner Familie und Schule. Nach dem Abitur begann er 2005 seine Priesterausbildung im Vincentiner-Seminar. 2009 schloss er das Noviziat ab und legte sein erstes Ordensgelübde ab. Anschließend erwarb er einen Bachelor in Philosophie am De-Paul-Institut für Philosophie und Religion in Bangalore sowie einen Bachelor in Theologie am Päpstlichen Institut in Alwaye. Zudem besitzt er einen Masterabschluss in Politikwissenschaften von der Universität Madras.
Deutsch verbessern
Am 27. Dezember 2017 wurde Pater Tony in der St.-George-Kirche in Muthalakodam zum Priester geweiht. Zunächst war er als Finanzbeauftragter der De-Paul-Privatschule in Kuravilangad tätig. Ab 2019 übernahm er die Aufgabe des Redakteurs für das Evangelisierungsmagazin „Vachanolsavam“. Im Jahr 2023 schloss er seine Lizenz in Systematischer Theologie am Päpstlichen Athenaeum in Pune ab.
Viel Zeit zum Eingewöhnen in die neue Aufgabe wird ihm nicht bleiben. Er muss eine Vielzahl anstehender Fragen möglichst schnell erledigen. Wie er selbst sagte, richtet er sein Hauptaugenmerk darauf, seine Deutschkenntnisse zu verbessern. Er hat zwar schon am Goethe-Institut in Paris Deutsch gelernt, doch für eine Unterhaltung und ein Gespräch mit der hiesigen Bevölkerung und den Gläubigen reicht das noch nicht aus. Hinzu kommt, dass sein indischer Führerschein eine deutsche Ergänzung benötigt. Dies möchte er so bald wie möglich erledigen.
Lesen und Basketball
Kein Problem dürfte die Umstellung vom syro-malabarischen Ritus, der in seiner Heimat üblich ist, auf den lateinischen Ritus sein, der in unseren Gottesdiensten gepflegt wird. Eine weitere Umstellung und ein Umdenken erfordert die Adventszeit; während sie in seiner Heimat eher als Fastenzeit begangen wird, wurde er bei uns mit einem Lichtermeer und viel Geschäftigkeit empfangen. Alles fasste er in dem Ziel zusammen, dass er eine gute Seelsorge bieten möchte, die Gott und den Menschen dient.
Pater John von der Pfarrei begrüßte den Mitarbeiter herzlich und versprach ihm jegliche Hilfe und Unterstützung. Diese habe er selbst bei seinem Dienstantritt erfahren und wolle sie nun weitergeben. Es bleibt zu hoffen, dass die Hobbys von Pater Tony bei der Fülle der anstehenden Aufgaben nicht zu kurz kommen: Lesen, Fahrradfahren und Basketballspielen. Mit einer Körpergröße von 1,81 Metern ist er dafür bestens geeignet.



















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