10.09.2019 - 14:58 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Polierte Schätze auf vier Rädern

Das hätte Hans Schwägerl gefallen: 50 prächtige Oldtimer machten sich auf eine 150 Kilometer lange Tour durch Oberfranken und die Oberpfalz. Dem 2017 verstorbenen Ehrenvorsitzenden des ADAC Nordbayern war eine Gedächtnisfahrt gewidmet.

Die im Markt aufgereihten Oldtimer zogen viele bewundernde Blicke auf sich.

Der Mitgründer des MSC Marktredwitz hat sich viele Ehrennamen erworben in seinem Leben. Hans Schwägerl wurde schon beizeiten zum "Rallye-Papst" gekürt. Verdient hat er sich diese Auszeichnung allemal. Hat er doch zum Beispiel die legendäre Olympia-Rallye im Jahr 1972 als Fahrtleiter ausgeheckt und betreut. Im Vorfeld der Olympiade in München führte die anspruchsvolle Fahrt mit Rallye-Größen aus aller Welt über 3400 Kilometer von Kiel durch ganz Deutschland bis nach München - mit einer Zwangspause im Marktredwitzer Schulzentrum.

Mehr als 40 Jahre war Hans Schwägerl Vorsitzender des MSC Marktredwitz, viele Jahre Gausportleiter des ADAC Nordbayern. Früher selber Rallyefahrer, war er später für eine ganze Reihe von motorsportlichen Veranstaltungen vom Gokart über Slalom und Bergrennen bis zur Oldtimer-Ausfahrt verantwortlich. Schon lange vor der Grenzöffnung knüpfte er Kontakte zum Motorsportclub Karlsbad und organisierte gemeinsame Veranstaltungen. Auch die Euregio-Egrensis-Oldtimer-Ausfahrt geht auf seine Initiative zurück.Ford aus dem Jahr 1931

Im vergangenen Jahr war diese Veranstaltung wegen des Todes von MSC-Sportleiter Wolfgang Bareuther ausgefallen. Deshalb übernahm Helmut Burner aus Nagel, früherer Sportleiter des MSC, die Initiative und erarbeitete eine neue Ausfahrt, die Hans-Schwägerl-Gedächtnisrallye. Wer die Materie kennt, kann ermessen, welcher Arbeitsaufwand dahintersteckt. Da müssen Ausschreibungen verschickt, die Strecke ausgearbeitet und abgefahren, Genehmigungen eingeholt und vieles andere organisiert werden. Warum er das alles auf sich genommen hat? Burner überlegt nicht lange: "Das habe ich für meinen Sportfreund Hans gerne gemacht."

Am Samstag zeigte sich der Erfolg: Rund 50 Oldtimerliebhaber waren trotz leichten Regens mit ihren Schätzen aus Chrom und Blech in den Marktredwitzer Markt zum Start gekommen. Schon kurz nach 9 Uhr glich die Marktredwitzer Innenstadt einem Parc fermé. Da standen viele wertvolle Oldtimer und warteten auf ihren Einsatz, bestaunt von fachkundigem Publikum. Zu sehen war eine stattliche Sammlung historischer Autos (älter als 30 Jahre). Am häufigsten vertreten war die Marke VW, gefolgt von BMW, Mercedes, Porsche, Opel, Fiat, aber auch MG und vielen anderen.

Bei der Fahrerbesprechung blickte Burner auf die Leistungen von Hans Schwägerl zurück. Ab 10.30 Uhr schickten Oberbürgermeister Oliver Weigel und Helmut Burner die Fahrzeuge dann auf die 150 Kilometer lange Strecke. Zum Start stellte Moderator Erhard Eckert die Fahrer und ihre Oldtimer vor. Kurz vorher hatte noch ein Vertreter des TÜV einen Blick auf die Fahrzeuge geworfen.

Das erste Fahrzeug war auch das älteste: Ein Ford aus dem Jahr 1931, auch heute noch alltagstauglich. Dann folgten in bunter Reihenfolge Schätze in Blech: Porsche 356, Buckel-Volvo, MG-Cabrio, 50 Jahre alte 3er-BMW, die auch heute noch mithalten könnten, Porsche aus der 911- und 944-Reihe, Opel GT, Diplomat, um nur einige zu nennen.

Ausfahrt bis Altmugl

Die Strecke führte über Lorenzreuth, Korbersdorf, Elisenfels, Arzberg, Konnersreuth, Mitterteich zurück zur Kapplkirche bei Münchenreuth. Über Waldsassen und Neualbenreuth ging es weiter nach Altmugl, Wondreb, Ottengrün, zurück über Wiesau, Waldershof vorbei an der "Schlemmermeile", Neusorg und Poppenreuth zum Ziel in Friedenfels, wo die Teams am späten Nachmittag zur Siegerehrung ankamen. Vorher mussten auf der Strecke noch einige Geschicklichkeitsprüfungen mit den Autos absolviert werden.

Bei der Siegerehrung gab es Pokale und Urkunden. Gesamtsieger wurden Thomas Gottfried und seine Frau Waltraud auf einem BMW 323i. In der Klasse Baujahr 1931 bis 1945 erreichten Frank Lauterbach und Uwe Leupold auf einem Ford A, Baujahr 1931, den ersten Platz.

In der Klasse 1946 bis 1960 siegte Fritjof Schelenz mit seinem Sohn Thimo auf einem Volvo 544, dem "Buckel-Volvo". Platz zwei erfuhren sich Roland Reichenberger und Elisabeth Reichenberger auf einem Volvo 544 Sport, vor Moritz und Konrad von Waldenfels auf einem MG TF. Die Klasse 1961 bis 1975 entschieden Markus und Helmut Zwanziger (BMW Tii) für sich. Auf den zweiten Platz kamen Max Raithel/Roland Schug auf VW Käfer vor Thilo und Silke Köstler (VW Käfer).

Die Klasse Baujahr 1976 bis 1989 gewannen Thomas und Waltraud Gottfried (BMW 323i) vor Rainer und Renate Bayer auf Porsche 911 und Rainer Ziegler/Christian Pointel auf Golf GTI.

Oberbürgermeister Oliver Weigel und Helmut Burner schickten die Oldtimer auf die Strecke.
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