05.10.2020 - 15:42 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Weiter Protest gegen Kaufland-Pläne

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Auch wenn die Würfel im Stadtrat gefallen sind und der Weg für einen Neubau frei ist: Der Protest gegen die Ansiedlung von Kaufland an der Bayreuther Straße geht weiter.

Rund ein Dutzend Anwohner versammelte sich am Freitag zum Protest gegen die Kaufland-Pläne.
von FPHSProfil

Wenige Tage vorher hatte der Marktredwitzer Stadtrat den Bebauungsplan im Bereich der Bayreuther Straße geändert und damit den Weg frei gemacht für den Kaufland-Neubau zwischen Kreisverkehr und der angrenzenden Siedlung entlang der Rembrandtstraße. Die Anlieger der Rembrandtstraße, unterstützt vom Bund Naturschutz, wollen aber nicht aufgeben mit ihrem Protest gegen die Pläne.

Wie mehrfach berichtet, will der Lebensmittelanbieter, der bisher in der untersten Etage des Kösseine-Einkaufs-Centrums (KEC) beheimatet ist, selbst bauen und an die Bayreuther Straße ziehen. In der jüngsten Sitzung hatte der Stadtrat mehrheitlich für das Vorhaben an der Bayreuther Straße gestimmt und sich damit auch der Drohung von Kaufland gebeugt, ganz aus Marktredwitz wegzugehen, wenn man nicht bauen dürfe. Die dann wegfallenden Arbeitsplätze gaben letztlich den Ausschlag für den Stadtrat, den Plänen zuzustimmen.

Hier der Bericht zur Kaufland-Entscheidung des Stadtrats

Marktredwitz

Am Freitag versammelte sich etwa ein Dutzend Anlieger mit dem Bund-Naturschutz-Vorsitzenden Fred Terporten-Löhner und der BN-Geschäftsführerin Johanna Machala in der Rembrandtstraße und protestierte erneut gegen die Pläne. Terporten-Löhner bedauerte den Beschluss des Marktredwitzer Stadtrats, der grünes Licht für den Neubau gebe. „Der BN steht auf Seiten der Anwohner“, sagte er. Zum einen sei es ärgerlich, wenn in der Marktredwitzer Innenstadt der letzte große Anbieter von Lebensmitteln weggehe. Das werde vor allem für ältere Menschen zu einem Problem.

Damit leistet Marktredwitz einen weiteren Beitrag zu den Problemen, die zum Klimawandel führen.

BN-Geschäftsführerin Johanna Machala

Heftige Kritik äußerte der BN-Vorsitzende auch an der hohen Flächenversiegelung in Marktredwitz. „Damit steht die Stadt wohl an der Spitze im Landkreis Wunsiedel“, klagte er. Angesichts der damit verbundenen 500 Arbeitsplätze habe man den Neubau von Edeka noch toleriert. Jetzt komme aber schon wieder eine Flächenversiegelung für Kaufland hinzu, wenn die Pläne verwirklicht werden.

BN-Geschäftsführerin Johanna Machala bezweifelte die Notwendigkeit einer Kaufland-Aussiedelung aus der Stadt. Bei einem Neubau würden weitere 16.000 Quadratmeter an der Bayreuther Straße, bisher Hecken und Wiesenfläche, versiegelt. „Damit leistet Marktredwitz einen weiteren Beitrag zu den Problemen, die zum Klimawandel führen.“ Die Anwohner würden unter Lärm, Schadstoffen und dem Verkehr leiden. Das vertrage sich auch nicht mit den Maximen von Kaufland, ökologisch und ökonomisch zu handeln.

Mehrere Anwohner trugen anschließend ihre Bedenken gegen den Neubau in ihrer Nachbarschaft vor. Neben Lärm- und Schadstoff-Belastung befürchten sie Erdbewegungen und einen Mauerbau zum Wohngebiet hin.

Johanna Machala
Fred Terporten-Löhner

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