Gymnasiasten lernen in der Schule, mit der Praxis in Industrie und Handwerk haben sie nichts zu tun. Diese Aussage mochte vielleicht vor Jahrzehnten noch richtig sein. In der modernen Gymnasialbildung gilt sie jedenfalls kaum mehr. Und so organisierte die Initiative Junge Forscherinnen und Forscher aus Würzburg zwei MINT-Tage im Otto-Hahn-Gymnasium Marktredwitz. Vor Ort war Chemiker Matthias Gerhard.
Die Initiative will dabei unterstützen, den Bedarf an moderner MINT-Bildung zu decken und mittel- bis langfristig dem Fachkräftemangel in Technologieberufen entgegenzuwirken. MINT ist dabei die Abkürzung für die Fachgebiete Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. Schüler aus zwei zehnten Klassen des OHG bauten im Unterricht einen Controller. Auch gab es einen Besuch bei der Scherdel GmbH. Das Industrieunternehmen unterstützt den naturwissenschaftlichen Bereich des OHG. Die Schule ist zertifiziertes Mitglied im nationalen Excellence-Schulnetzwerk MINT-EC. Und für diese Auszeichnung ist eine Kooperation mit einem Unternehmen wichtig.
Zunächst gab Sandro Hertwig aus dem Bereich Personal einige Informationen zum Unternehmen. Die Scherdel-Gruppe ist ein mittelständisches Familienunternehmen mit inzwischen 6000 Mitarbeitern weltweit. Davon arbeiten rund 2000 in der Region. Scherdel hat hier Werke in Marktredwitz, in Brand (Fridau), in Leutendorf, in Röslau, in Waldershof und in Poppenreuth. An diesen Standorten haben insgesamt 40 Auszubildende heuer ihr erstes Lehrjahr begonnen. Insgesamt hat Scherdel 42 produzierende Werke an 32 Standorten in zwölf Ländern und erzielt einen konsolidierten Umsatz von 672 Millionen Euro. Für Schüler gibt es verschiedene Einstiegsmöglichkeiten, erläuterte Sandro Hertwig. Über eine Ferienarbeit oder ein Schnupperpraktikum könne man einen ersten Einblick gewinnen. Eine Ausbildung in kaufmännischen, gewerblichen und technischen Berufen sei ebenso möglich wie ein Duales Studium. Auch ein Praktikumssemester oder die Bachelor- und Masterarbeit eines anderen Studiums könne man bei Scherdel machen. Dabei stehen im Unternehmen moderne Branchen wie Medizintechnik, E-Mobilität und Maschinen- und Anlagenbau ebenso zur Verfügung wie die klassischen Branchen Metallumformung, Oberflächentechnik und Automobil. Noch eine erstaunliche Zahl: 80 Prozent aller Autos und Nutzfahrzeuge weltweit haben mindestens ein Bauteil der Marke Scherdel an Bord. Den ersten technischen Vortrag hielt Diplom-Ingenieur Manfred Fink aus dem IT-Bereich zum Thema Interaktion zwischen Mensch und Maschine. Sarah Schörner steht kurz vor der Prüfungsphase ihres Dualen Studiums. In ihrem Vortrag "Kollaborative Robotik" erläuterte sie die Anwendung eines Tischroboters. Die gut 50 Schüler des Otto-Hahn-Gymnasiums waren beeindruckt von den Vorträgen und Praxisanwendungen.














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