Arthrosebehandlung mit körpereigenen Fett-Stammzellen statt Gelenkersatz: Das ist das Fachgebiet von Dr. Marita Eisenmann-Klein, die seit diesem Sommer im Klinikum Fichtelgebirge im Bereich Orthopädie und Unfallchirurgie tätig ist. Sie ist laut Pressemitteilung eine Expertin im Bereich Plastische Chirurgie und verhelfe dem Krankenhaus dazu, einen neuen Weg der Schmerzbehandlung bei Arthrose zu gehen.
Dafür wurde die neue Sektion für "Regenerative Medizin" in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie in Marktredwitz gegründet. Hier kooperiert Dr. Eisenmann-Klein mit den orthopädischen Experten Dr. Achim Benditz, Leiter Orthopädie und Wirbelsäulenchirurgie, Dr. Markus-Johannes Rueth, Leiter der Sportklinik und der rekonstruktiven Gelenkchirurgie, und Dr. Libor Mada, dem leitenden Arzt der Handchirurgie.
Regeneration durch Stammzellen
"Die Idee zu dieser interdisziplinären Zusammenarbeit entstand aus unserem grundsätzlichen Ziel des Gelenkerhalts", wird Dr. Phillip Koehl, Ärztlicher Direktor am Klinikum Fichtelgebirge, zitiert. So habe die konservative Therapie von Gelenk- und Wirbelsäulenerkrankungen einen hohen Stellenwert. "Konnten die gelenkerhaltenden Verfahren nicht mehr angewandt werden, blieb häufig nur die Option des Gelenkersatzes. Daher freut es uns, die Regeneration von Gewebe durch Stammzellen in unser Leistungsangebot mit aufzunehmen zu können", so Dr. Koehl. Damit meint er die Transplantation von Stammzellen aus körpereigenem Fettgewebe in geschädigte Gelenke. Diese Methode sei auch bei fortgeschrittenen Stadien von Arthrose eine etablierte Alternative zum Gelenkersatz. Dr. Eisenmann-Klein war langjährige Chefärztin für plastische und rekonstruktive Chirurgie in Regensburg und über ein Jahrzehnt Präsidentin des Weltverbands der Plastischen Rekonstruktiven und Ästhetischen Chirurgen (IPRAS), heißt es in der Mitteilung des Krankenhauses.
Die Verbindung zur Orthopädie sei neben der Narbenbehandlung vor allem die regenerative Therapie bei Arthrose durch Nanofett-Stammzellentransplantation. "Durch die regenerative Medizin und besonders durch die Beschäftigung mit adulten Stammzellen aus Fettgewebe habe ich erkannt, dass diese zukunftsträchtige Methode nur durch interdisziplinäre Zusammenarbeit weiterentwickelt werden kann", erklärt Dr. Eisenmann-Klein in der Mitteilung.
"Die Methode richtet sich vor allem an Arthrose-Patienten, aber auch an Patienten mit Wundheilungsstörungen und nach Nervenverletzungen", so Eisenmann-Klein. Bis vor kurzem arbeitete die Spezialistin an der orthopädischen Universitätsklinik in Bad Abbach. Dort sei die Wirksamkeit der Methode nachgewiesen worden. Die Tatsache, dass Fettgewebe 300 Mal mehr Stammzellen enthalte als Knochenmark, sei lange verkannt worden.
Brustrekonstruktion mit Fett
Eine zweite von Dr. Eisenmann-Klein seit zwei Jahrzehnten etablierte Anwendung ist die Brustrekonstruktion mittels körpereigenem Fett. "Als willkommenen Nebeneffekt stellen wir immer wieder fest, dass Gewebeschäden, die durch Bestrahlung entstanden sind, sich unter dem Einfluss der regenerativen Fähigkeiten des konzentrierten Fettgewebes deutlich bessern. Hyperpigmentierungen verschwinden, die Sensibilität kommt zurück, die Elastizität der Haut nimmt zu", so Dr. Eisenmann-Klein.
Auch Dr. Maria Dietrich, Chefärztin der Frauenklinik, freut sich über die interdisziplinäre Zusammenarbeit. "Die implantatfreie Rekonstruktion der Brust stellt auch für uns eine sehr gute Ergänzung zu den etablierten Verfahren dar." Im Bereich der Mamma-Chirurgie sieht Dr. Dietrich durch die Kooperation mit Dr. Eisenmann-Klein eine sinnvolle patientenorientierte Erweiterung und eine Stärkung des zertifizierten Brustzentrums in Marktredwitz.
Fett-Stammzellen statt Gelenkersatz
- Anwendung bei Arthrose: etwa bei Kniegelenken, im Sprunggelenk, bei Schulter- und Daumensattelgelenken sowie bei Facettengelenksproblemen
- Anwendung bei Diabetikern: bei Wundheilungsstörungen und bei Narbenbildungen
- Entnahme von Fettzellen: Erfolgt mit einer Vakuumspritze, die schonend die Fett-Stammzellen entnimmt.
- Vorteil: Patienten haben weniger Blutergüsse als mit maschinellen Techniken. Ein Filter isoliert die Stammzellen, es ist kein Zentrifugieren notwendig. Die Aufarbeitung kann im OP stattfinden und dauert wenige Minuten.
- Kosten: Da das Verfahren neu ist, steht die Behandlung noch nicht im Therapiekatalog der Kostenträger. Das Klinikum empfiehlt Patienten, die Kostenübernahme bei der Krankenkasse zu beantragen.













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