Ein bedeutender Schritt für den Katastrophen- und Zivilschutz in der Region: Der THW-Ortsverband Marktredwitz hat offiziell mehrere neue Einsatzmittel in Dienst gestellt. Im Rahmen einer Feierstunde wurden die modernen Fahrzeuge und Logistikkomponenten gesegnet und ihrer Bestimmung übergeben.
Der Ortsbeauftragte Andreas Ernstberger begrüßte hierzu zahlreiche Ehrengäste sowie Abordungen von Feuerwehr, Polizei, Landratsamt, BRK und THW. Die Ansprachen kamen vom Bundestagsabgeordneten Heiko Hain (CSU), der stellvertretenden Landrätin Martina von Waldenfels sowie von Evelyn Moise von der THW-Regionalstelle Hof.
"Wir brauchen Menschen, die anpacken und nicht nur nachdenken", betonte Erstgenannter. Der rote Faden in den Ansprachen war auch, dass die beste Technik nichts hilft, wenn sie niemand bedient. Den feierlichen Höhepunkt bildete die ökumenische Segnung durch die evangelische Pfarrerin Katja Schütz sowie die beiden katholischen Pfarrer Pater John und Pater Tony Sunny. Hier stand der Psalm 90, Vers 17 im Mittelpunkt: "„Und der Herr, unser Gott, sei uns freundlich und fördere das Werk unsrer Hände bei uns."
Mit dem neuen Fuhrpark erweitert der Ortsverband gezielt die Leistungsfähigkeit seiner Fachgruppe Logistik-Materialwirtschaft. Das Herzstück bildet ein hochgeländegängiger Unimog U 5025 (252 PS, 1.000 Nm Drehmoment), der als Teil einer bundesweiten THW-Beschaffungsserie nach Marktredwitz rollte. Dank Portalachsen, 1,20 Metern Watfähigkeit und hoher Achsverschränkung ist der Lkw speziell für Einsätze in unwegsamen Gelände, bei Hochwasser oder für Evakuierungen gerüstet. Ein integrierter HMF-Ladekran und die Aufnahme für genormte 10-Fuß-Wechselbehälter machen ihn zu einem vielseitigen Allrounder.
Ergänzt wird der Unimog durch einen Spezialanhänger (3,5 Tonnen Gesamtgewicht), der vollhydraulisch auf Bodenniveau abgesenkt werden kann. Dies ermöglicht das schnelle Be- und Entladen ohne Hilfsmittel wie Gabelstapler. Durch ausklappbare Seitenwände dient der Anhänger vor Ort gleichzeitig als geschützter Arbeitsbereich. Für eine geordnete Bevorratung sorgt zudem ein neuer Lagercontainer, der eine schnelle Bereitstellung von Material bei großen und länger andauernden Einsatzlagen garantiert.
Ein weiteres starkes Plus gab es für die Notfallversorgung im Landkreis: Im Rahmen der Feierstunde wurden zwei 100-kVA-Stromaggregate übergeben. Diese wurden vom Landratsamt für den regionalen Bevölkerungsschutz angeschafft und verbleiben in dessen Besitz, werden jedoch künftig vom THW betrieben. Während ein Aggregat direkt in Marktredwitz stationiert ist, verstärkt das zweite Stromaggregat künftig den Standort Selb.
Mit den neuen Investitionen ist der THW-Ortsverband Marktredwitz bestens gerüstet, um auch in extremen Schadenslagen schnell, flexibel und autark Hilfe zu leisten. Ab dem späten Vormittag begann dann der Tag der offenen Tür im Ortsverband, bei dem die Bürger die technischen Gerätschaften und das Areal des THW ausgiebig besuchen durften.




















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