18.05.2020 - 11:14 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Über 1400 Stunden im Einsatz

Logistik-Experten des THW Marktredwitz unterstützen die Örtliche Einsatzleitung im Landkreis Tirschenreuth. Sie kümmern sich beispielsweise um den Einkauf von Schutzausstattung.

Allein bis Ende April kamen die Einsatzkräfte des THW Marktredwitz bereits auf rund 1400 Einsatzstunden. Zu ihren Aufgaben gehört die Verteilung von Schutzausstattung an die regionalen Bedarfsträger. Im Bild von links Stephan Wölfl, Julia Merk und Sebastian Prüm.
von Autor ABIProfil

Die Örtliche Einsatzleitung (ÖEL) des Landkreises Tirschenreuth unterstützt die Führungsgruppe Katastrophenschutz (FüGK) bei ihren Aufgaben rund um den Einsatz in der Coronakrise. Die einzelnen Aufgaben der Örtlichen Einsatzleitung unter der Führung von Kreisbrandrat Andreas Wührl verteilen sich auf sechs verschiedene Stabsfunktionen, welche von Mitgliedern der Feuerwehr sowie des Technischen Hilfswerks besetzt werden. Andreas Ernstberger, Ortsbeauftragter des THW Marktredwitz, und Sebastian Prüm, Leiter der dort ansässigen Fachgruppe Logistik, waren von Beginn an in den Aufbau des Stabes involviert. Bis Ende April sammelten die Einsatzkräfte des THW Marktredwitz dabei bereits rund 1400 Einsatzstunden.

Schnelle Versorgung

Andreas Ernstberger nimmt als THW-Fachberater an den täglichen Sitzungen des Krisenstabes Katastrophenschutz der FüGK teil, um bezüglich der vielseitigen Einsatzoptionen des THW zu beraten und steht auch im Stab der ÖEL als Fachberater zur Verfügung. Stephan Wölfl, ebenfalls Helfer des THW Marktredwitz, ist für den Einkauf von Schutzausstattung zuständig, um die schnelle, aber auch langfristige Versorgung des Landkreises sicherstellen zu können. "Binnen weniger Tage habe ich mich quasi zum Spezialisten auf dem Weltmarkt von Masken, Handschuhen und Schutzkitteln entwickelt", resümiert Wölfl.

Sebastian Prüm wurde durch den Örtlichen Einsatzleiter Wührl mit den Aufgaben Versorgung und Logistik betraut und stellte seinerseits ein Team für die Bewältigung der bevorstehenden Aufgaben zusammen: "Um die Verteilung der Schutzausstattung an die Bedarfsträger strukturiert und nachvollziehbar abwickeln zu können, habe ich ein Konzept entwickelt, das den Prozess der Disposition und Kommissionierung bis hin zur Auslieferung der Ware abbildet und entsprechend dokumentiert", erklärt Prüm. Meldet eine Einrichtung im Landkreis Tirschenreuth Bedarf an Schutzausrüstung an das Landratsamt, wird dieser durch Mitarbeiter der FüGK geprüft, die anschließend den Auftrag zur Auslieferung der Ware erteilen. Dieser Auftrag landet im nächsten Schritt bei der ÖEL, wo er durch Julia Merk, ebenfalls Helferin des THW-Ortsverbandes Marktredwitz, und Sebastian Prüm in der eigens entwickelten Lager-Software erfasst und zur Kommissionierung an das Lager übermittelt wird.

113 verschiedene Artikel

Im Lager wird die Ware durch den Lageristen Thomas Bock, auch Helfer des THW Marktredwitz, gepackt und im letzten Schritt an eine der wechselnden Feuerwehren zur Auslieferung an die jeweilige Einrichtung übergeben. "Bis zu 30 Einzelaufträge werden so an einem Tag abgewickelt", betont Julia Merk. "Was klein anfing, entwickelte sich innerhalb weniger Wochen zu einer größeren logistischen Herausforderung. Aktuell werden im Lager 113 verschiedene Artikel verwaltet, fast täglich werden Lieferungen mit neuer Ware angenommen, die geprüft, kommissioniert und verbucht werden müssen." Nach ihren Worten werden rund 190 Empfänger regelmäßig mit Schutzausstattung beliefert. "Hier gehören unter anderem Pflegeheime, mobile Pflegedienste, Zahnärzte aber auch Physiotherapeuten dazu", erläutert Julia Merk. Dabei wurden unter anderem bereits rund 180.000 Stück Handschuhe, 25.000 FFP2-Masken sowie über 5000 Liter Handdesinfektionsmittel ausgeliefert.

Einmal pro Woche

Der Verteilungsprozess von Schutzausstattung wurde mittlerweile so weit optimiert, dass durch die FüGK nur noch einmal pro Woche eine Liste mit allen gesammelten Bedarfen der verschiedenen Empfänger an die ÖEL übermittelt wird.

"Das Verfahren im Wochenrhythmus wird bis auf weiteres beibehalten, solange eine zentrale Versorgung der Einrichtung mit Schutzausstattung notwendig ist. Zudem ist die Örtliche Einsatzleitung, und insbesondere die Logistik, jederzeit dazu in der Lage, den Personalansatz so weit wie nötig hochzufahren, um in Notfällen Sonderlieferungen mit Material gewährleisten zu können", betont das THW-Team.

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