02.01.2019 - 15:46 Uhr
MarktredwitzOberpfalz

Zweieinhalb Stunden Musikgenuss pur

Die Neujahrskonzerte der Marktredwitzer Blasmusik sind ein Hit. Den Beweis liefern die Musiker am Dienstagabend.

Dirigentin Sabrina Hinz (rechts) nimmt die Konzertbesucher mit ihrem knapp 40-köpfigen Orchester auf eine rund zweieinhalbstündige musikalische Reise mit.
von Autor ABIProfil

„Beginnen Sie das neue Jahr nicht mit guten Vorsätzen, sondern mit einer guten Tat“, lautete der Rat von Moderatorin Christl „Muck“ Schemm an das Publikum in der Stadthalle. Und dieses tat sich am Dienstagabend selbst etwas Gutes: den Besuch des Neujahrskonzertes der Marktredwitzer Blasmusik. Die Halle war restlos gefüllt.

Zur Einstimmung gab es den Konzertmarsch von Ernst Hoffmann. Als "roter Faden" des Abends standen diesmal Kompositionen aus großen Musical- und Filmerfolgen auf dem Programm. Und gleich vorneweg: Es wurde wieder einmal hervorragend umgesetzt. Oder wie Christl Schemm kommentierte: „Jedes Mal bei den Proben denke ich, das wird eh nichts. Und dann übertreffen sich alle wieder aufs Neue.“ Damit lüftete sich auch das Geheimnis um die beiden neuen Instrumente, die diesmal zum Einsatz kamen. Für die Melodien aus „Der Glöckner von Notre Dame“ wurde eigens ein Glockenturm mit lautstarkem Läutwerk auf die Bühne gestellt. Weiterhin kam hier eine ganze Reihe „Tubular Bells“ zum Einsatz; Musikkennern sind diese besonderen Röhrenglocken aus Mike Oldfields gleichnamigem Album bestens bekannt. Die beiden Instrumente wurden von Peter Gärtner aus Waldershof und Markus Werner aus Großkonreuth zur Verfügung gestellt.

Highlights aus dem oskarprämierten Musikfilm „La La Land“, „Moon River“ aus „Frühstück bei Tiffanny“ sowie „Puttin on the Ritz“ fanden sehr großen Anklang beim Publikum. Carina Hippeli gab mit viel Können ein Saxofonsolo in "Moon River" zum Besten. Darth Vaders Erkennungsmelodie, sprich der "Imperial March" aus "Star Wars" rundete die Arkade der filmischen Evergreens ab. Passend dazu lieferten sich zwei Filmfiguren ein Duell mit ihren Lichtschwertern. Und so richtig rockig wurde die Marktredwitzer Blasmusik mit den größten Hits von Bon Jovi. Dieser Mix aus vier bekannten Titeln der Band ging sofort in die Beine.

In eine ganz andere Sparte ging die sehr gut umgesetzte symphonische Ouvertüre „Slovenia“ von Alfred Bösendorfer alias Kees Vlak. Sie war ein Teil des Klassik-Teils, zu dem auch „An der schönen, blauen Donau“ von Johann Strauss, „Nanga Parbat“ von Michael Geisler sowie die Kompositionen „Die lustigen Dorfschmiede“ von Julius Fucik und der Astronautenmarsch von Josef Ulrich gehörten. Tobias Holzinger mimte den zugehörigen Schmied im Werk von Fucik und schlug kräftig auf einen schweren Ambos. Mit „Rockin Elise“ feuerten die Musiker beeindruckend eine moderne Variation Beethovens „Für Elise“ in die Zuschauerränge. Es ist jedoch auch eine gute Tradition, dass Musikschulleiter Erwin Jahreis eigens für die Neujahrskonzerte ein Musikstück als Unikat arrangiert. Diesmal hatte er sich den Swing als besondere Stilrichtung des Jazz vorgenommen und ein Medley namens „Swingtime“ kredenzt.

Normalerweise wäre das Konzert nach 14 Musikstücken und rund zwei Stunden offiziell zu Ende gewesen. Das heftig applaudierende Publikum entlockte dem Orchester jedoch noch drei Zugaben: "Skyfall" aus dem gleichnamigen James-Bond-Film, das Jazz-Stück „Sweet Home Chicago“, gesungen von Christl Schemm sowie den obligatorischen Radetzky-Marsch. Die Neujahrskonzerte in dieser Form haben bereits eine über 30-jährige Tradition, die Anfänge gehen sogar auf die 1910er Jahre zurück. Allerdings gab es am Schluss einen kleinen Wermutstropfen: Seit zehn Jahren übernimmt Christl Schemm bei den Neujahrskonzerten den Part der charmanten Moderatorin und Sängerin. Nun gab sie bekannt, dass sie in den Ruhestand geht und dies somit heuer ihr letztes Konzert ist. Sie bekam einen großen Blumenstrauß aus der Hand von Heinz Wölfel.

Für die restlichen Marktredwitzer Neujahrskonzerte am 5. Januar (19 Uhr) sowie am 6. Januar (17 Uhr) gibt es noch Restkarten in der Tourist-Info und an der Abendkasse. Beide Konzerte finden in der Stadthalle statt. Für den Auftritt in der "Bergbräu" Arzberg am 4. Januar (19 Uhr) sind die Karten an der Abendkasse erhältlich.

Dirigentin Sabrina Hinz mit der Marktredwitzer Blasmusik beim Neujahrskonzert.
Christl „Muck“ Schemm gibt bekannt, dass sie in den Ruhestand geht und dies somit heuer ihr letztes Konzert ist.
Christl „Muck“ Schemm gibt bekannt, dass sie in den Ruhestand geht und dies somit heuer ihr letztes Konzert ist. Heinz Wölfel überreicht einen großen Blumenstrauß.
Carina Hippeli gibt mit viel Können ein Saxofonsolo in "Moon River" zum Besten.
Tobias Holzinger mimt den Schmied zum Werk von Julius Fucik und haut kräftig auf einen schweren Ambos.
Hintergrund:

Die Mitwirkenden

Flöte: Myonnie Bada-Albrecht, Nicole Friedrich-Sznopek, Fredericke Hock, Corinna Leibl, Carolin Wurzel. Klarinette: Viola Freitag, Lennart Köppel, Corinna Nickl, Annalena Senft, Volker Senft, Lisa Singer, Carsten Wölfel. Saxofon: Lisa Biersack, Simona Englmann, Carina Hippeli, Susanne Gräf. Trompete, Flügelhorn: Lukas Englmann, Reiner Fischer, Oliver Lipfert, Lubomir Mandaus, Armin Müller, Lena Schöffel, Paula Wohlrab. Waldhorn: Manuela Bergmann, Teresa Bühring, Johanna Wenisch. Tenorhorn: Gerald Bühring, Michael Heindl, Benedikt Wenisch. Posaune: Felix Heindl, Friedrich Rusch, Gabriel Schieder. Tuba: Hans Katholing, Heinz Wölfel. Schlagzeug: Jonas Barthel, Lena Bock, Florian Fischer, Simon Heining, Tobias Holzinger. (abi)

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