06.11.2018 - 16:23 Uhr
Oberpfalz

Nach dem Marsch Musik

Mit Wandern, Einkehr und und ein wenig Kultur beschreitet Kultopf Sulzbach-Rosenberg neue Wege. Alte Wirtshäuser, Wurstsalat mit Musik und eklige Tellerrandgeschichten, geht das zusammen?

Wirtstöchterchen Mara vom "Genf international" ist fasziniert von der Musik des Spittling-Duos: Georg Leugner-Gradl mit der Klarinette und Konni Sommer, Gitarre.
von Helga KammProfil

(hka) Der Felsenkeller in Etzelwang war der erste Versuch, bei dem der Sulzbach-Rosenberger Verein Kultopf Wandern mit Kultur verband. Diesmal war das Ziel Eberhardsbühl.

Eine stattliche Zahl von Wanderern hatte sich am späten Nachmittag auf den Weg gemacht, ging vom Feuerhof über Rummersricht und Iber durch den Wald hinauf und erreichte nach zwei Stunden das Gasthaus "Genf international".

Erwartet wurden sie dort von Georg Leugner-Gradl mit seiner Klarinette und Konni Sommer, der seine Gitarre mitgebracht hatte. "Gefühlt spielen wir schon seit hundert Jahren zusammen", beschreiben sie ihre Zusammenarbeit, einen neuen Namen aber haben sie sich erst an diesem Abend gegeben: "Spittling", nach ihren Adressen Spittlberg und Steinling. "Tellerrandgeschichten" von Gerhard Polt waren angekündigt, und der Leugner Schorsch legte sich mächtig ins Zeug, diese wiederzugeben. Um Pommes frittes, Kalbsschnitzel und Buletten ging es dabei, aber auch um Schmeißfliegen, Viren und Salmonellen, die sich den Platz auf dem Teller teilen, im Hackfleisch ihre Eier ablegen und schließlich in Wastis Hundemagen landen.

Verteilte Rollen, verschiedene Stimmlagen und dazu Polts besonderer Humor, nicht leicht für den Erzähler, aber pures Vergnügen für die Zuhörer. Garniert wurden die Tellerrandgeschichten mit der passenden Musik und mit Gesang. Dass der "Haarmann mit dem Hackebeilchen" aus den Augen Sülze und dem Hintern Speck macht, tat dem Zuspruch zu eben diesen Brotzeiten im Gasthaus keinen Abbruch.

Die Kultopf-Idee, alten Wirtshäusern ein besonderes Augenmerk zu schenken, war an diesem Abend ein voller Erfolg. Der Seniorwirt des Hauses konnte den eigenartigen Namen seines Gasthauses erklären, wies darauf hin, dass alle paar Wochen einmal der "Boder" ins "Genf international" zum Haareschneiden seiner Kunden komme, und Mara, das Töchterchen der jungen Wirtsfamilie, konnte sich nicht satt sehen an den Musikern und ihren Instrumenten.

Als Kultopf-Kassier Ralf Volkert zwischendurch die Wanderer fragte: "Wöi kumma denn eigentlich hoim?", gingen viele Arme hoch, die Mitfahrgelegenheit in ihren Autos anboten. So konnte es also noch gut eine Weile weitergehen mit "Marina", dem wunderbaren Mädchen, mit "Mäcki Messer" und weiteren Tellerrandgeschichten, diesmal von der Biermösl-Blosn aus den 80er-Jahren.

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