19.10.2018 - 13:45 Uhr
Maxhütte-HaidhofOberpfalz

Beruf: Fangirl

Um all ihren Leidenschaften nachgehen zu können, muss Simone Bauer aus Maxhütte-Haidhof ihren Alltag gut organisieren. Sie ist Journalistin, Autorin und Moderatorin – und hat einen "größenwahnsinnigen Traum".

Simone Bauer aus Maxhütte-Haidhof hat in diesem Jahr ihren sechsten Roman veröffentlicht.
von Miriam Wittich Kontakt Profil

Hauptberuflich arbeitet Simone Bauer aus Maxhütte-Haidhof als Spezialistin für Öffentlichkeitsarbeit in der PR-Abteilung eines größeren Unternehmens in München. Hier lebt sie seit elf Jahren, machte zunächst eine Ausbildung zur Industriekauffrau. Doch es war schon immer ihr Traum, zu schreiben. Sie begann mit Berichten über Konzerte und Kurzgeschichten. Ihr erstes Buch “Ganz entschieden unentschieden“ veröffentlichte Bauer 2011. „Danach habe ich kontinuierlich sehr hart daran gearbeitet, dass es nicht bei diesem einen bleibt.“

Autorin, Journalistin, Moderatorin – „das bin ich natürlich nicht den ganzen Tag alles drei. Es kommt immer darauf an, auf welchem Projekt gerade mein Hauptaugenmerk liegt“, erklärt die junge Frau. „Es gibt auch mal Wochen, in denen ich nebenher gar nichts Kreatives mehr arbeiten kann, weil man natürlich abends auch mal fertig ist von der Arbeit.“ Sie genieße es, auch mal Pause zu haben und sich inspirieren zu lassen. „Damit ich auch wieder richtig Lust auf das Schreiben bekomme. Dann geht es in der Regel auch nochmal besser.“

Eine ganz persönliche Bezeichnung für das, was sie tut, hat Bauer irgendwann für sich selbst gefunden. „Ich nenne mich immer ein ,professional Fangirl‘“, erzählt sie und lacht. „Ich trample nicht gerne auf irgendetwas herum, sondern ich möchte anderen Leuten zeigen, was ich gerade so cool finde.“ Großen Spaß bereitet ihr alles im Bereich Popkultur, sie schreibt für verschiedene Magazine und Online-Plattformen. Auch Radio macht sie gerne und moderiert für die Ego-FM-Sendung „Junge Talente“. „An einem Tag interviewe ich eine Band, am nächsten rezensiere ich ein Buch. Und dann stelle ich die journalistische Arbeit mal wieder hinten an und arbeite ganz fiktional.“ Diese Abwechslung genießt Bauer: „Dadurch hat man immer wieder voll Lust, das andere zu machen.“ Manchmal müsse sie sich selbst aber auch bremsen. Als Ausgleich geht sie zum Yoga, lernt japanisch und näht Cosplay-Kostüme. Ein japanischer Verkleidungstrend, bei dem eine Figur aus Anime oder Computerspiel dargestellt wird. „Da kann ich total runterkommen und mich ablenken. Das brauche ich zwischendurch, dass ich mal nichts am PC mache.“

In diesem Jahr veröffentlichte Simone Bauer ihr sechstes Buch. „Butterflies – Die Göttin wird sich erheben“, heißt ihr neuestes Werk. „Ich wollte schon immer mal eine Geschichte mit Fantasy- und Mystery-Elementen schreiben, angesiedelt in der Realität“, erzählt die Autorin. Ihre bisherigen Romane spielen alle in Regensburg oder München, diesmal ist es eine „klischeebehaftete, kalifornische High-School“. „Ich wollte auch mal so etwas Amerikanisches verwursten.“ Das Jugend-Fantasybuch handelt aber vor allem von Freundschaft und Familie. Dabei ist die Zielgruppe für Bauer aber gar nicht unbedingt nur „jung und weiblich“. Sie hoffe, dass ihre Charaktere gut bei den Lesern ankommen und die Geschichte gefalle. Denn die Idee zu ihrem Buch kam Bauer schon mit 13 Jahren, seither habe sie immer wieder daran gearbeitet. Damals waren die Serien „Buffy – Im Bann der Dämonen“ und „Charmed – Zauberhafte Hexen“ angesagt. „Die habe ich als Teenager Anfang der Nullerjahre gerne geguckt.“ Dabei sei der Wunsch entstanden, selbst einmal eine solche Geschichte zu schreiben, der Fantasie freien Lauf zu lassen.

„Manche Szenen, die ich als 13-Jährige geschrieben habe, ergeben als Erwachsene einfach keinen Sinn mehr“, erklärt Bauer. „Aber ich konnte damit noch relativ gut arbeiten.“ So habe sie in den letzten Jahren immer wieder an dem Roman geschrieben, wenn sie nicht gerade an einem ihrer anderen fünf Bücher saß. Ideen für ihre Geschichten kommen Bauer häufig auf dem Weg zur Arbeit oder wenn sie nach Feierabend unterwegs ist. „Da entstehen in meinem Kopf schon fertige Szenen, die muss ich dann nur noch irgendwann aufschreiben“, schildert sie. „Nervig ist, dass ich manche Sachen extrem schnell wieder vergesse. Das ärgert mich dann.“ „Butterflies war ein langes Projekt und mir persönlich so wichtig. Deshalb fand ich es auch gut, mir so viel Zeit dafür zu nehmen. Und es hat dann auch Sinn ergeben, es selbst zu veröffentlichen“, erzählt die Autorin. Die Chance dazu ergab sich letztes Jahr in der Weihnachtszeit. Damals gewann Bauer einen Schreibwettbewerb des Diana-Verlages in Kooperation mit dem Twentysix-Verlag. Der Gewinn: Eine Veröffentlichung bei dem Self-Publishing-Verlag. Dadurch konnte Bauer bis zum Schluss alles selbst betreuen. Das Cover des Buches gestaltete ihre Freundin Rebecca Pohlenz, die unter dem Namen „Silver Serenity“ zeichnet. Über den Gewinn freute sich Bauer „tierisch“, „weil ich meine eingereichte Kurzgeschichte über eine Katze, die Weihnachten hasst, auch selber so mochte“.

Nachwuchsautoren rät Bauer, dranzubleiben: „Man braucht auf jeden Fall Ausdauer, Geduld und eine gewisse Spur von Kritikfähigkeit.“ Zum einen, um sich selbst zu verbessern, und weil es normal sei, Absagen zu erhalten und Ablehnung zu erfahren. „Da muss man sich ein dickes Fell zulegen.“ Aber es lohne sich, den großen Traum zu verfolgen. Träume hat auch Bauer selbst noch einige. „Es gibt noch ganz viele Sachen, die ich auf jeden Fall gerne noch ausprobieren möchte.“ Vor allem das Thema Drehbuch interessiert die Wahl-Münchnerin. „Ich bin für alles offen. Aber ich lasse es auf mich zukommen.“ Auch einen ihrer „ganz größenwahnsinnigen Träume“ verrät die gebürtige Oberpfälzerin und schmunzelt: „Eine eigene Anime-Serie.“

"Butterflies - Die Göttin wird sich erheben" von Simone Bauer ist als Taschenbuch im Twentysix-Verlag erschienen.

Darum geht’s im Buch:

Neu an der Santa Monica High School, trifft die burschikose Kelly Burke auf die geheimnisvolle Mary-Kate McGoven, die immerzu ohnmächtig wird und an ihren Visionen leidet. Kelly entschließt sich, Mary-Kate zu helfen, nicht ahnend, was sich in der neuen Freundin verbirgt. Amber Malloy, in die sich die 16-Jährige auf den ersten Blick verliebt, warnt sie vor weiterem Kontakt zu dem Mädchen, dessen Eltern auf mysteriöse Weise vor zwei Jahren starben. Ob Kellys Bruder Matt helfen kann, der sich selbst in seinem eigenen Gefühlschaos verliert? Eine Geschichte über Freundschaft, Familie und den Feind in unserem Inneren.

„Butterflies: Die Göttin wird sich erheben“ von Simone Bauer, 180 Seiten, Twentysix-Verlag, Taschenbuch: 5,99 Euro.

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