20.11.2019 - 11:04 Uhr
MehlmeiselOberpfalz

Der biologische Konkurrent

Ab Freitag geht es in Mehlmeisel wieder lustig und verworren zu: Die "Mehlmeisler Dorfkomödie" lädt ein zu ihrem neuen Stück.

Die „Mehlmeisler Dorfkomödie“ mit ihrem neuen Leiter Martin Schinner (erste Reihe, Zweiter von links) und der Schauspieltruppe um Josef Wiche (oben links) lädt zum neuen Stück „Der biologische Konkurrent“.
von Gisela KuhbandnerProfil

Es ist ein sehr anheimelndes Bild: Zwei rustikale Holzhütten samt Bankerl vorm Haus zum Ausruhen von den Mühen des Tages, ein Kirschbaum mit einer Futterglocke für hungrige Vögel - Bäume und Wiese im Hintergrund - wie geschaffen zum beschaulichen Verweilen.

Aber die Idylle trügt: Schon bald werden die Fetzen fliegen, wenn sich Franz (Josef Wiche), der geldgierige Bauer, ein Geizhals bis in die Fingerspitzen, und sein mehr oder weniger gelassener Bruder Albert (Martin Nickl), der "Alternative", sowie ihre ständig geifernden, streitsüchtigen Ehefrauen (Gabi Ehlich und Carmen Köstler) samt weiteren Zeitgenossen in den Haaren liegen und schwindeln, was das Zeug hält.

Mit dem Stück "Der biologische Konkurrent", eine bayerische Komödie in drei Akten von Wolfgang Kynaß, das am morgigen Freitag Premiere hat, betritt die "Mehlmeisler Dorfkomödie" Neuland und - nachdem Petra Köstler nach elf Jahren die Regie abgab - mit einem neuen Leiter: Martin Schinner. Der Hobby-Schauspieler der ersten Stunde, der den Vieh- und Gemüsehändler Jeremias spielt, suchte das Stück aus und verteilte auch die Rollen, in die sich jeder nach seiner Persönlichkeit und Eigenart einbringen kann. "Und letztendlich sind wir alle darin so verwurzelt, dass sich auf der Bühne keiner mehr verstellen muss", sagt Wiche.

Testament sorgt für Wirbel

Es geht darin um zwei miteinander konkurrierende Brüder. Der eine betreibt einen herkömmlichen Hof, der andere hat auf biologisch umgestellt. Der erste beerbt seinen Vater, während der "Ökologische" mit dem Rest zufrieden sein muss - bis der Tresor geknackt wird, in dem sich das Testament befindet.

Ziemlich gelassen verfolgt Martin Schinner mit Rat und Tat die letzten Probearbeiten in der Turnhalle: Josef Wiche schiebt gerade ein Fahrrad auf die Bühne, während Martin Nickl sich für den ersten Akt schon mal ein kunterbuntes Outfit überzieht. Birgit Dumler, als selbstbewusste, nicht auf den Mund gefallene "Magd" á la Erni Singerl, schlüpft in ihre Arbeitshose. Nichts hätte sie lieber als einen Mann bzw. den Bauernsohn Bernd (Valentin Pscherer), der aber wiederum in Verena (Marie Pscherer) aus der Stadt verschossen ist, die mit ihrem viel Verwirrung stiftenden Vater (Franz-Josef Pscherer) hier Urlaub macht und allen Burschen den Kopf verdreht. Die Bäuerin (Gabi Ehlich) probiert schnell noch eine dunkle Locken-Perücke auf, die sie so verstellt, dass sogar eine gute Bekannte zu ihr sagt: "Di hait i ötza wirkle nimmer kennt."

Bis man sich allerdings nach vielen Wirrungen und Irrungen, in die letztendlich noch ein Polizist (Harald Prokisch) eingeschaltet wird, arrangiert, spielen noch die Knechte, der ununterbrochen gscheit daherredende fränkelnde Rudi (Franz-Julian Pscherer) und der mit viel bodenständiger Bauernschläue ausgestattete Josef (Marco Ehlich), ganz wichtige Rollen.

Spielfreude trifft Talent

Zwischendrin ein Schluck Kaffee aus der Warmhaltekanne und eine Gabel voll Käsekuchen als Energie für das Team, das wieder mit ungebrochener Spielfreude, Improvisation, Spontanität, verbunden mit einer gehörigen Portion Talent ihrem Publikum ein Stück weit den Alltag vergessen lassen wird: auf echt miameisslerisch natürlich.

Das ansprechende Bühnenbild schuf Heiko Dumler, unterstützt von der Schreinerei Jungnickl, um die Maske kümmert sich Marie Pscherer, Souffleuse ist Johanna Pscherer, Ton und Lichttechnik: Party Planet.

Info:

Spielzeiten in der Turnhalle

Freitag, 22. November, 19 Uhr; Samstag, 23. November, 19 Uhr; Sonntag, 24. November, 18 Uhr; Freitag, 29. November, 19 Uhr; Samstag, 30. November, 19 Uhr; Sonntag, 1. Dezember, 18 Uhr; Kartenvorverkauf: Gabi Ehlich, Mehlmeisel, Hauptstraße 12, Telefon 09272/300 ab 18 Uhr.

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