Markus Prechtl, geprüfter Wanderführer, kommt gerade von einer Tour mit einer Behindertengruppe zurück, die im Sportcamp Bischofsgrün untergebracht war. Beeindruckt ist er von den begeisterten Jugendlichen, die sich nach der Tour gleich eine zweite Führung wünschten: „Da geht einem das Herz auf“, freut sich der 58-jährige Mehlmeiseler, der mit viel Herzblut, großem Engagement und Erfahrung durch die winterlichen Landschaften des Fichtelgebirges leitet. Er bietet sowohl leichte Wanderungen von etwa anderthalb Stunden als auch anspruchsvollere Halbtages- oder Ganztagestouren an – samstags, sonntags, an Feiertagen und in der Urlaubszeit.
Bei einem Glas Tee blickt der gelernte Maschinenbauer auf ein Vierteljahrhundert voller unvergesslicher Schneeschuhabenteuer zurück. Und er strahlt, denn die derzeit hohe Schneedecke bietet ideale Bedingungen. „Alles begann 2000 bei einer Schneeschuhwanderung mit dem Alpenverein Marktredwitz im Karwendelgebirge“, erinnert sich Markus. Ein sechsstündiger Aufstieg bei Dauerregen, dann aber der Abstieg am nächsten Tag bei strahlendem Sonnenschein: „Und da war es um mich geschehen – ich war schockverliebt in diesen Sport.“
30 Schneeschuhe im Verleih
Ein Jahr später führte er seine erste Schneeschuhtour mit dem Fichtelgebirgsverein Mehlmeisel zur Wolfsäule. Im Lauf der Zeit wurden die Gruppen immer größer, die Schneeschuhe schmäler, ein bisschen länger, das Bindungssystem moderner, wie der erfahrene Guide erklärt. Seine Ausrüstung ist auf 30 Top-Exemplare angestiegen, die er auch ausleiht, wenn die eine oder der andere ohne Führung schneeschuhwandern will. Die Sportgeräte, die er aber nicht verkauft, kosten ab 170 Euro, informiert er: „Und sie sind jeden Cent wert."
Ziel vieler seiner Touren ist der Ochsenkopf, „weil dort der meiste Schnee liegt, aber es ist eine anspruchsvolle Strecke mit 330 Höhenmetern“, sagt Prechtl. Weitere Lieblingsorte im Fichtelgebirge sind der Wildpark Mehlmeisel, der Fichtelsee, die Bleaml-Alm und viele mehr. Seine Gruppen bestehen meist aus bis zu 20 Personen, häufig im Alter von 30 bis 60 Jahren – darunter mehr Frauen als Männer. „Ich habe aber auch schon ein Ehepaar geführt, das keine Mitwanderer wollte“, erzählt Markus.
Ab 20 Zentimetern Schnee im Tal
Die Anzahl seiner Wanderungen sind natürlich von der Witterung und der Schneehöhe abhängig: „Ab 20 Zentimetern im Tal, dann sind's am Berg 30 Zentimeter.“ In den vergangenen zwei Jahren war Schneeschuhwandern nur an zwei Wochenenden mit zwei oder drei Touren möglich. „Der letzte gute Winter war während Corona mit 20 Touren, allerdings in kleiner Runde“, blickt Markus Prechtl zurück.
Bei den aktuell guten Schneeverhältnissen sind seine Touren ausgebucht. Neben Einheimischen kommen auch Gäste aus dem Großraum Bayreuth, Bamberg, Nürnberg, Weiden und Hof. „Mitmachen kann jeder, der sich auch in schneelosen Zeiten regelmäßig bewegt“, sagt der 58-Jährige und empfiehlt Nordic Walking als Vorbereitung.
Öfters wird er von einem zweiten Guide begleitet, aber immer, wenn mehr als 16 Leute mitwandern. Zu Beginn jeder Tour gibt er wichtige Hinweise zu Verhalten und Technik. „Ein Tipp: Nicht rückwärtsgehen – sonst liegt man im Schnee und die Gruppe hat ihren Spaß“, lacht er. Beim Anziehen der Schneeschuhe ist er stets behilflich – und so manche Dame freut sich über den „Kavalier, der vor ihr kniet“, schmunzelt Markus Prechtl. Oft enden die Schneeschuhwanderungen mit einem gemütlichen Beisammensein.
Feste Schuhe und Gamaschen
Für eine perfekte Schneeschuhwanderung gibt der Mehlmeiseler noch nützliche Hinweise: Am besten geeignet sind feste, wasserdichte Wander- oder Winterschuhe, dazu Gamaschen, eine Ski- oder Tourenhose, Kleidung im Zwiebelprinzip. Der erfahrene Guide empfiehlt auch Skistöcke zum Anschieben und um Ungleichheiten auszugleichen. Und natürlich sollte man immer etwas zu trinken dabeihaben. Aber der Wanderführer hat vorgesorgt: Heißer Tee, Glühwein und Snacks sind immer im Rucksack dabei – dazu gibt es humorvolle Anekdoten.
Mittlerweile summiert sich die Erfahrung von Markus Prechtl auf insgesamt rund 1500 Kilometer Schneeschuhwanderführungen. Vor allem ist er dankbar, dass in all den Jahren nie etwas passiert ist. Großen Wert legt der Guide auf naturverträgliches Verhalten, um Flora und Fauna zu schützen. Aus diesem Grund schließt er Gebiete wie rund um den Schneeberg für seine Touren weiträumig aus.


















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