20.12.2019 - 17:53 Uhr
MehlmeiselOberpfalz

Jetzt muss Frau Holle liefern

Das idyllische winterliche Umfeld des "Familienlands" an den Klausenliften schürt die Vorfreude auf das Ski- und Schlittenfahren für die gesamte Familie - für Kinder, Eltern und Großeltern, "die hier wieder jung werden", wie Bürgermeister Franz Tauber lächelnd betonte.

Eine 200 Jahre alte Glocke schreibt Geschichte. Ihren Bestimmungsort hat sie kürzlich erreicht: Im Köhl´n-Keller von Bernhard Dötterl im Dorf Tirol. Standesgemäß mit ordentlicher Glockenweihe und einer gepflegten weltlichen Feier.
von Gisela KuhbandnerProfil

Der Rathauschef übergab am Freitag die Anlage seiner Bestimmung - pünktlich zum Start der Wintersaison rund um den Ochsenkopf. Mit einem besonders kräftigen Spritzer Weihwasser segnete Pfarrer Ferdinand Weinberger das Areal, dankbar "für die Freude, die Gemeinschaft, die gesunde Bewegung, die Hilfsbereitschaft, die wir hier erfahren dürfen". Den Wintersportlern wünschte er "immer genug Schnee unter den Skiern". Die Festversammlung war überzeugt: "Der wird nicht ausbleiben."

Die Anlage ist die größte ihrer Art in Nordbayern, ausgestattet mit zwei überdachten Förderbändern - "Zauberteppiche" mit einer Länge von 40 und 90 Metern, die in einer Stunde 2600 Wintersportler befördern können. Ein buntes Ski-Karussell und Spielfiguren werden kleine und große Skihaserln noch mehr motivieren, Profis zu werden. Auch Voraussetzungen für Flutlicht sind installiert. Zudem wird die Skischule Nordbayern mit dabei sein.

Fast wäre das Projekt zur unendlichen Geschichte geworden, da bereits vor neun Jahren im Gemeinderat mit dem damaligen Bürgermeister Günter Pöllmann an der Spitze die Idee verfolgt wurde, die Fläche gegenüber der Klausenlifte mit einem Anfängerbereich zu erweitern. Mit den Bayerischen Staatsforsten als Grundstückseigentümer war man sich schnell einig geworden, eine Fläche von einem Hektar für die damals als "Kinderland" bezeichnete Anlage zu roden.

Für den Ausgleich der Flächen, auf denen die Bänder stehen, gibt es Naturschutz- und Ausgleichsmaßnahmen im Gemeindewald. Eine riesige Talsenke, durch die sich der Holderbach schlängelte, war vorhanden. "Nach langem Ringen und Diskussionen für eine Wegfindung", so Tauber, wurden 2016 die Genehmigungen erteilt, 2017/18 der Holderbach verlegt, das Erdreich eingefüllt und das Gelände modelliert. "Die Bauleitung und die Aufsicht über all diese Arbeiten hatte "unser gemeindeeigener Ingenieur" und Ehrenbürger Manfred Schinner auf ehrenamtlicher Basis übernommen. Da konnte sich die Gemeinde sehr viel Geld sparen", würdigte Tauber dessen großes Engagement, was die Anwesenden mit spontanem Applaus quittierten. Großes Lob erhielt auch der gemeindliche Bauhof, für die vielen Arbeiten in Eigenregie.

Im Übrigen sieht der Bürgermeister das "Familienland" als kleines, eigenes Jubiläumsgeschenk für die Gemeinde zum 50. Geburtstag der Klausenlifte (wir berichteten).

Seit bekannt ist, dass es hier diese Anlage gibt, hat Mehlmeisel schon viele Anfragen von Skiclubs und Schulen aus den Einzugsgebieten von Schwandorf bis Coburg erhalten. Unter anderem veranlasste das den Bürgermeister zu der Aussage, dass "wir ohne den Wintersport dicht machen könnten im Fichtelgebirge und die Förderungen für den Wintersport entsprechend überdacht werden sollten".

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