10.09.2021 - 11:36 Uhr
MehlmeiselOberpfalz

"Wo Schwalben nisten, wohnt das Glück": Familie Voit aus Mehlmeisel mit Plakette ausgezeichnet

Andreas und Andrea Voit (von links) freuen sich über die Plakette „Schwalben willkommen“, die Nadine Arzt und Anna Schäffer vorbei brachten.
von Gisela KuhbandnerProfil

„An Mariä Geburt flieg'n d'Schwalben furt“: Nicht ganz haben sich die Schwalben am Haus von Andrea und Andreas Voit in der Hauptstraße 42 an das alte Sprichwort gehalten - zwei Tage früher, am 6. September, haben sie ihr Nest verlassen. „Spät, erst Mitte Juni, sind sie bei uns eingezogen, haben an der Hauswand 15 Versuche gemacht, bevor sie endlich den passenden Platz fanden. Und es war das erste Mal, dass bei uns Schwalben gebrütet haben“, erzählt Andrea Voit. Dann begann das Gezwitscher auf dem Dach, später die emsige Futtersuche der Vögel für ihre vier Jungen, für die der Tisch in der naturnahen Gartenanlage der Familie reich gedeckt war.

„Unseren ersten Kaffee in der Früh haben wir schon vor dem Haus getrunken, um die morgendlichen Hin-und-Her-Flüge unserer Hausgenossen zu beobachten“, sagt Andreas Voit. Durch Zufall erfuhr er von dem „Mehlschwalben-Artenschutz-Projekt" der Landesbund-für-Vogelschutz-Hochschulgruppe Bayreuth

Er bewarb sich um eine Plakette „Schwalben willkommen“, will Vorbild sein, das ökologische Bewusstsein stärken und ist der Meinung, dass „diejenigen, die Natur haben wollen, auch Natur zulassen müssen“. Jetzt besuchten die Zweite Vorsitzende obiger Gruppe, Anna Schäffer, und Mitarbeiterin Nadja Arzt Familie Voit, überreichten ihr die Plakette, die der Hausherr gleich anbrachte. Zudem zeichneten die beiden Studentinnen die Familie mit einer Urkunde aus und dankten ihr, dass diese Vögel, die nicht bei allen Hausbesitzern gern gesehen sind, hier wohnen dürfen.

Klar, dass Schwalben Dreck machen. Dagegen hat Andreas Voit auf dem Fensterbrett unter dem Nest eine Plexiglasscheibe angebracht, die den Kot auffängt, so dass die Hauswand sauber bleibt. Ein „Kotbrett“ zum Schutz vor Schmutz schlägt auch der Landesbund für Vogelschutz vor. "Natürlich werden wir auch im nächsten Jahr die Schwalben - selbst, wenn sie ihr Zuhause bei uns vergrößern wollen - willkommen heißen“, sagen Andrea und Andreas Voit und schmunzeln: „Heißt doch ein altes Sprichwort: 'Wo Schwalben nisten, wohnt das Glück'.“ Übrigens: Die Mehlschwalben stehen auf der Roten Liste. Das Entfernen von Schwalbennestern oder das Stören der Brut ist eine Straftat.

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