Angela Merkel wirkt in letzter Zeit wie ein alternder Fußballstar, dessen Vertrag, der allerletzte, bald ausläuft: Sie lässt ihre große Karriere ausklingen. Der Wille, noch mal eine erfolgreiche Saison rauszuhauen, er fehlt. Merkel hat kein politisches Ziel mehr, das sie noch erreichen muss.
Seit mehr als 14 Jahren ist sie Kanzlerin, nur Helmut Kohl regierte das Land länger. Aber: Merkel, die große Spielmacherin - das ist vorbei. In ihrer vierten Amtszeit häufen sich die Probleme. Klima, Bundeswehr, Digitalisierung, Pflege. Berater-Affäre im Verteidigungsministerium, Maut-Debakel im Verkehrsministerium. Die Groko wackelt sowieso immer. Und nun droht auch noch Merkels Partei, die CDU, auseinanderzufallen - im Osten wollen Teile der Partei mit Rechtsextremen zusammenarbeiten.
Und Merkel? Schweigt, meistens zumindest. Mit ihrem pragmatischen, sachlichen, ja fast leidenschaftslosen Politikstil fuhr sie jahrelang sehr erfolgreich. Ihre Art wurde gelobt, gerade in hektischen Zeiten. Aber: Leidenschaftslosigkeit kann man auch anders auslegen - und zwar negativ. Das Schweigen, das Aussitzen, für viele bedeutet das ein "Weiter so". Das löst allerdings kaum ein Problem, vor allem nicht so viele.
Deswegen ist es gut, dass Merkel keine fünfte Amtszeit in Angriff nimmt, um auch Kohl zu überholen. Denn irgendwann ist die Zeit - das gilt im Fußball wie in der Politik - für jeden vorbei.













Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.
Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.