22.01.2020 - 13:59 Uhr
Michelfeld bei AuerbachOberpfalz

Achterbahn der Gefühle beim „Bodschamperl-Spuk“

Drei ausverkaufte Vorstellungen in Neuhaus und zwei gut besuchte Termine in Pegnitz versprechen einiges. Und die Abende in Michelfeld erfüllen die Erwartungen trotz eines Handicaps.

Moderator „Doci“ Müller (links) stellt das Ensemble vor, in dem seine Tochter Eva Müller (rechts) zur Entdeckung des Abends avanciert.
von Autor SCKProfil

Nach dem Schluss der Abendkasse blieben im Pfarrzentrum St. Otto am Freitagabend nur wenige Karten liegen, und am Samstag spielte der Theaterverein D' Veldensteiner sein Stück "Der Podschamperl-Spuk" dort vor einem voll besetzten Saal - ein erfolgreicher Start ins Jahr 2020.

Krankheitsbedingter Ausfall

Dabei erreichte das Ensemble am Freitagnachmittag nur wenige Stunden vor dem Beginn der Vorstellung eine unerfreuliche Nachricht: "Sophia Ferstl kann wegen Erkrankung nicht spielen." Trotz der kurzen Zeit, bevor sich der Vorhang zum ersten Akt heben sollte, erklärte Eva Müller kurzentschlossen, die Rolle ohne Proben zu spielen. Den Kaltstart auf der Theaterbühne beendete sie als die Entdeckung des Abends.

Eva Müller übernahm kurzfristig die Rolle von Sophia Ferstl alös Mina.

Der Schwank von Ralph Wallner, ein Dreiakter mit zeitweise tragikomischem Inhalt und Happy-end, nahm das Publikum mit auf eine Achterbahn der Gefühle. Der Ort der Handlung ist der verlassene und sagenumwobene Dusterhof, der bereits seit 25 Jahren leer steht. Dort soll es spuken; vor allem in den Rauhnächten bei Vollmond.

Wunschzauber der Rauhnacht

Das Bühnenbild, gebaut von Leo Schleicher und Egon Müller und gemalt von Michael Wilhelm, zeigt die bäuerliche Wohnküche des Dusterhofs, verhangen von Spinnweben und verstaubt. Giggi (Manuela Beyer) und Mina (Eva Müller) betreten vorsichtig den Raum und besprechen ihre Pläne, den Wunschzauber der Rauhnacht zu nutzen, um Langersehntes wahr werden zu lassen. Mina kennt die Regel dafür: Die Wünsche müssen aufgeschrieben und in einer Schale in den Dusterhof gestellt werden.

Kaum haben Giggi und Mina die Szene verlassen, kommen zwei Landstreicher des Wegs. Vater Langfinger-Franz (Achim Zinner) und Sohn Abstauber-Bartl (Michael Buchfelder), legen ihre Taschendieb-Beute auf den Tisch und sind froh, in dieser kalten Nacht ein Dach über dem Kopf zu haben.

Danach begutachtet Braumeister Malz-Beppo (Joachim Kroher) in Begleitung seines Brauknechts Tschako (Thomas Zinner) den Dusterhof. Er wie auch wenig später die Sonnhoferin (Petra Kipfer) äußern Interesse, den Dusterhof zu kaufen.

Mina, Tschako, Giggi und Fräulein Lehrerin unter dem Einfluss des "parapsychologischen Schnupftabaks".

Bei den Vorbereitungen auf die Rauhnacht werden Giggi und Mina, die Tochter der Sonnhoferin, von der Dorflehrerin Adelheid Amsel (Zenzi Fischer) überrascht. Sie alle machen nach und nach mit den beiden Taschendieben Bekanntschaft und erleben den Spuk des Dusterhofs, denn Gegenstände verschwinden, Türen öffnen und schließen sich, und der Besen fällt immer wieder um.

Vom IQ zur Kuh

Als Tschako zugibt, dass Uhrenlesen in der Schule nicht seine Stärke war, kommt die Gegenfrage des Braumeisters, ob seine Stärke wohl der Tafeldienst war. Die Vermutung seines Chefs, er habe wohl nicht mal einen IQ von 12, beantwortet Tschako: "Ich hab' doch gar keine Kuh."

Langfinger-Franz (Achim Zinner) und Abstauber-Bartl (Michael Buchfelder) sind wieder vereint.

Nach der ersten Nacht der beiden Vagabunden wird ein altes Nachttöpfchen in den Zuschauerraum entleert. Dieser "Heilige Gral der Blasenschwäche", das "Bodschamperl", hält mangels anderer Gefäße für die notierten Wünsche der Rauhnacht her. Da wird das Fräulein Lehrerin als jungfräuliche Spaßbremse tituliert, die in Originalverpackung zurückgegeben wird, und Minas Mutter, die robuste Sonnhoferin, war sowieso die "Dorfbulldogge".

Paare finden zusammen

Da erkennt die Sonnhoferin im Langfinger-Franz jenen Mann, der auf dem Dusterhof eingeheiratet hat. Als seine Frau vor 25 Jahren starb, war er mit dem neugeborenen Bartl über Nacht verschwunden. Die Rede ging damals, die zwölf Husaren vom Dusterhof hätten sie mitgenommen. Im Lauf der Rauhnacht werden manche Wünsche nach Zweisamkeit wahr. Für den Bartl bedeutet dies ein Vagabundieren mit seiner Giggi, für Tschako ein Leben mit Fräulein Lehrerin, und Franz kann endlich mit seiner verstorbenen Traudl Frieden schließen.

Fräulein Lehrerin Amsel (Zenzi Fischer) und Tschako (Thomas Zinner) - ein Pärchen hat sich gefunden.

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