05.05.2019 - 17:00 Uhr
Michelfeld bei AuerbachOberpfalz

Jubiläen nicht als Nostalgieveranstaltungen sehen

Festzug und feierlicher Gottesdienst zum 900-jährigen Bestehen des Klosters in Michelfeld: Erzbischof Ludwig Schick spricht von der DNA des Evangeliums.

Erzbischof Ludwig Schick (Mitte) gestaltete den feierlichen Gottesdienst zum Jubiläum des Klosters Michelfeld gemeinsam mit mehreren Konzelebranten.
von Autor SCKProfil

Ein imposanter Festzug begleitete am Sonntag Erzbischof Ludwig Schick zum Kloster Michelfeld und zur Klosterkirche St. Johannes der Evangelist. Formiert hatte er sich am Gasthof Schenk unweit des Friedhofs mit Ministranten, Blaskapelle, einer Reihe von Konzelebranten, Honoratioren und Fahnenabordnungen der Vereine. Als sich der Zug zur Marschmusik der Blaskapelle Michelfeld in Bewegung setzte, schlossen sich viele Menschen auf ihrem Weg zum Pontifikalamt an.

Am Torbogen zum Klosterhof standen weitere Konzelebranten Spalier, die Erzbischof Ludwig Schick, Dekan Pater Markus Flasinski, Monsignore Karl Ellmann und Rainer Remmele, den Geistlichen Leiter der Regens-Wagner-Stiftungen in Bayern, entgegengegangen waren und auf dessen großen Einzug gewartet hatten. Beim Durchschreiten der Pforte der berühmten Asamkirche, dem Kleinod des nun 900 Jahre alten Klosters, intonierte Sonja Schwemmer das Halleluja aus Händels Messias. Ministranten, Konzelebranten und Erzbischof kamen in den Altarraum, und die Fahnenabordnungen nahmen Aufstellung an den vorderen Seitenaltären.

Zunächst zitierte Dekan Flasinski in Erinnerung an das frühere Benediktinerkloster die Ordens-Regel des heiligen Benedikt von Nursia, der den Mönchen in ihrer Zuwendung zu Gott das Wetteifern mit guten Taten empfahl. "Der gute Eifer, der von der Sünde trennt und zum ewigen Leben führt" soll laut der Ordensregel ein Leben prägen, das nichts dem Herrn Jesus Christus vorzieht und das dem Mitmenschen selbstlos die christliche Bruderliebe erweist.

Der Dekan hieß daraufhin seine Mitbrüder im priesterlichen Dienst willkommen, von Monsignore Karl Ellmann und Rainer Remmele bis zu Diakon Franz-Josef Reck, die Schwestern der Dillinger Franziskanerinnen um Provinzoberin Maria Gerda Friedl und Oberin Madlen Kolbrand vom Kloster Michelfeld, die Schwestern aus dem Auerbacher Kloster der Schulschwestern von Unserer Lieben Frau um Provinzoberin Schwester Maria Lucilla Hauser und schließlich die weltlichen Honoratioren angefangen bei Landrat Richard Reisinger und Bürgermeister Joachim Neuß mit Ehefrau Christine über die Stadträte und den Leiter von Regens Wagner Michelfeld, Peter Miltenberger.

Nun eröffnete der Erzbischof im Zeichen des dreifaltigen Gottes den Gottesdienst, in dem Gott uns seine Gegenwart schenkt. Der Kirchenchor unter Leitung von Brigitte Kormann sang das Kyrie eleison. Nach dem Evangelium vom reichen Fischfang bei der dritten Offenbarung Jesu nach seiner Auferstehung von den Toten, verlesen durch Diakon Reck, wandte sich der Erzbischof an die feiernde Gottesdienstgemeinschaft mit der Erinnerung an Dientzenhofer, den Baumeister des Klosters, und an die Gebrüder Asam, deren Werk die kunstvolle Ausgestaltung des Gotteshauses war. Nicht unerwähnt ließ er auch den Geist des Gründers des Klosters und die benediktinische Ordensregel, wonach nichts dem Gotteslob vorgezogen werden dürfe.

Mit Blick auf das Jubiläum "900 Jahre Kloster Michelfeld" betonte Schick, dass Jubiläen keine Nostalgieveranstaltungen seien. Vielmehr sollten sie uns anspornen, durch das Geschaffene und Erreichte Mut und Kraft für die Zukunft zu geben. Gemäß dem Jahresmotto des Erzbistums "Getauft und gesendet" sei es Aufgabe, die Werte des Glaubens - die DNA des Evangeliums - weiterzutragen.

Den Grundgedanken der Klostergründung zur Verbreitung des Glaubens folge heute die Neu-Evangelisierung. Um den Erhalt der Klostergemeinschaft und -anlage sowie den Erhalt der Kirche, in der schon ungezählte Generationen Halt gefunden haben, betete die Gottesdienstgemeinschaft in den Fürbitten zum lebendigen und menschenfreundlichen Gott, der sich um seine Schöpfung sorgt.

Feierlich gestaltet war auch der Auszug aus dem Gotteshaus in den Klosterhof zum Weißwurstfrühstück mit Festbier und Brezel oder auch mit Kaffee, Kuchen und Torte zur Musik der Blaskapelle Michelfeld. Manches Volkslied und manches Jagdsignal brachte der Bläserchor der Jagdhornbläser der Jägerkameradschaft zu Gehör.

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