(ll) Längst überfällig ist die Sanierung schon, da sind sich Bürgermeister Joachim Neuß (FW) und Abteilungsleiter Stefan Noll vom Staatlichen Bauamt Amberg-Sulzbach beim Baustellentermin einig. „Die Straße ist komplett verbraucht“, sagt Noll über den gut 200 Meter langen Abschnitt der Auerbacher Straße zwischen den Einmündungen von Hofmühlweg und Schäfergasse. Der Asphalt, an die 50 Jahre alt, muss komplett raus.
Das war aber nicht die Herausforderung, sondern die seltsame Konstruktion des Triebwerkskanals neben der Straße; mit einem mittigen Grenzverlauf und Stützmauern auf dem Grund der Anwohner direkt daneben. Mit vielen betroffenen Leitungen, mit der Aufgabe, das Oberflächenwasser abzuführen und auch dem Seitenarm des Speckbachs ein Bett zu geben. Hätte man die althergebrachte Form beibehalten, wären die Eigentümer der Häuser nördlich der Straße für die Erneuerung der Stützmauern ordentlich zur Kasse gebeten worden.
Die Lösung, die das vermeidet, ist ein Stahlbeton-Gerinne mit U-Profil, 54 Meter lang und mit Aussparungen im Boden, die den Austausch mit dem Grundwasser zulassen. Statischer Vorteil laut Noll: „Wir mussten beim Gründen nicht so tief rein und konnten auf eine Bohrpfahlkonstruktion verzichten.“ Das brachte dann auch finanzielle Vorteile, obwohl die Ausführung technisch recht anspruchsvoll war. 1,3 Millionen Euro für eine 250 Meter lange Strecke sind zwar immer noch recht üppig, „aber für den Freisaat als Baulastträger der Staatsstraße günstiger als die Standardlösung“, sagt Noll.
„Und die Anwohner haben wir so weitgehend schadlos gehalten“, ergänzt Neuß, weil das neue Bauwerk ihre alten Stützmauern jetzt nicht mehr tangiert. Erst wenn es um die Zugänge zu ihren Häusern geht, zahlen die Nachbarn wieder mit, aber das geschieht dann in einer viel geringeren Größenordnung. Die Stadt sitzt mit im Boot, weil sie 20 Prozent der Kosten für das Troggerinne trägt.
Natürlich war sie auch Ansprechpartner, für die Anlieger der Baustelle ebenso wie für die diejenigen der innerörtlichen Umleitungsstrecke. „Die hatten schon Bedenken“, erzählt Neuß zur Vorgeschichte, „wegen zu viel Verkehr, der zu schmalen Straße, der zu hohen Lasten, eventuell drohender Schäden und der Frage, wer dann dafür aufkommen muss.“ Man habe diese Bedenken ernst genommen und sie nicht zuletzt durch eine „kooperative Vereinbarung“ ausräumen können.
Auch das gehört zu den Gründen dafür, dass die Sanierung ein Jahr später geschieht, als ursprünglich vorgesehen war. Wesentlich stärker schlagen hier aber die aufwendigen Ingenieursleistungen sowie die gelegentlich etwas zähen Abstimmungsverfahren zwischen den Behörden zu Buche. So war etwa zwischenzeitlich eine vollgedeckelte Lösung (wie früher) im Gespräch, die dann aber am Widerspruch des Wasserwirtschaftsamtes scheiterte. Dass der Speckbach auf dieser Teilstrecke in Zukunft sichtbar ist, versteht Noll als Aufwertung für das Ortsbild.
Für den Straßenbauer, der laut Bürgermeister Neuß von Anfang an „die besonderen Probleme dieser Baustelle verstanden und eine verträgliche Lösung gefunden hat“, wird der vierte Bauabschnitt der Sanierung der Michelfelder Ortsdurchfahrt ein Projekt bleiben, an das er sich gerne erinnert: „Die Kooperation mit den Anliegern, moderiert durch die Stadt, hat das hier angenehm und konstruktiv gemacht.“
Im August soll dieser Abschnitt fertig werden. Dann fehlen noch die rund 200 Meter bis zur Wendeanlage an der Einmündung der Regens-Wagner-Straße, um das seit 2012 laufende Gesamtprojekt abzuschließen. Das ist für 2019 ins Auge gefasst – falls keine neuen Verzögerungen auftreten.













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