11.01.2019 - 11:52 Uhr
Michelfeld bei AuerbachOberpfalz

Bei vielen Einsätzen gefordert

„Wir wissen, was wir an unseren Feuerwehren haben und werden sie auch in Zukunft unterstützen.“ Das sichert Bürgermeister Joachim Neuß bei der Jahreshauptversammlung der Michelfelder Wehr zu. Gewählt wird auch.

Über 25 Jahre gehört Johannes Lindner (zweiter von links) als Fördermitglied der großen Feuerwehrfamilie in Michelfeld an. Vorsitzender Sebastian Höllerl (Zweiter von rechts) überreicht bei der Jahreshauptversammlung ein Präsent. Mit im Bild der alte und neue Vorstand, Bürgermeister Joachim Neuß und Kreisbrandinspektor Hans Sperber.
von Autor CSProfil

Mit der Neuwahl wurde nahezu unverändert der Vorstand komplett für weitere sechs Jahre mit der Vereinsführung betraut. Die rund 3000 Einsatzstunden im Jahr 2018 dokumentieren das Engagement der Truppe. Dass es die Stadt nicht nur bei Worten belässt, wird durch die geplanten Anschaffungen für die Ortswehr deutlich. Wobei schon vor einigen Jahren für verschiedene Projekte im Rathaus Anlauf genommen wurde, die in den nächsten Jahren umgesetzt werden sollen. Realisiert werden konnte bereits der Kauf eines neuen Mannschaftswagens in Höhe von 53 100 Euro, der noch in diesem Monat vom Werk abgeholt werden kann, der aber den Stadtsäckel nicht belastet: Dank der nicht zweckgebundenen Spende in Höhe von 40 000 Euro durch A.I.B. (Ambulante Intensivpflege Bayern) an die Stadt und der Förderung durch den Freistaat in Höhe von 13 100 Euro. Die Deckungslücke für die Ausstattung von 2380 Euro hofft man durch den Verkaufserlös des alten MTW, der von der Wehr einbehalten werden darf, auffangen zu können.

Man hofft, dass sich das alte Auto noch gut verkaufen lässt. Im schlimmsten Fall müsste „schweren Herzens“, so der Vorsitzende Sebastian Höllerl, die Vereinskasse angezapft werden. Für nächstes Jahr steht außerdem das von langer Hand versprochene LF10 zur Realisierung an. Darüber hinaus soll 2022 der Umbau des Gerätehauses erfolgen. Um die lange Anlaufzeit zu verkürzen, erging das Angebot der Wehr schon im Vorgriff mit der einen oder anderen Maßnahme tätig zu werden. „Denn die Rahmenbedingungen sollten schon stimmen“, so der Vorsitzende.

„Ich bin überzeugt, dass die Wehr adäquate Verhältnisse für ihre Arbeit bekommt, auch für die Jugend, die mit einem hohen Maß an Kreativität an die Arbeit in der Wehr herangeführt wird", hielt der Bürgermeister dagegen. Er räumte ein, dass es nicht immer leicht sei, eine Feuerwehr zu führen. Zugleich lobte er die gute Zusammenarbeit mit der Stadt.

Mit der enorm hohen Zahl von insgesamt 2976 ehrenamtlichen Stunden, davon 593 beim Ausrücken, wurde das Jahr 2018 abgeschlossen. Die einzelnen Einsätze (41), darunter 17 Hilfeleistungen, 7 Brandeinsätze, 1 Einsatzübung, 6 Fehlalarme, 1 Täuschungsalarm und 9 weitere Einsätze zur Verkehrssicherung ließ Kommandant Andreas von der Grün Revue passieren. Nach seinen Angaben zur Altersstruktur stehen in der Altersklasse zwischen 27 und 40 Jahren die meisten Aktiven zur Verfügung. „Bei der Jugend im Alter zwischen 12 und 17 Jahren sind zum Glück auch vier Mädchen dabei“. Sie werden zusammen mit zwölf Jungen durch den Jugendwart und seinem Team optimal auf die Aufgaben im Feuerwehrdienst vorbereitet. „Die Jugendfeuerwehr bewies sich in der Vergangenheit als einzige und sichere Chance unsere Personalstärke zu halten bzw. auszubauen“, unterstrich der Kommandant.

Jugendwart Stefan Neukam wurde in 82 ehrenamtlichen Stunden von 19 Aktiven, darunter sechs Frauen, unterstützt. Als personalaufwändig stellte sich die 24-Stunden-Übung heraus mit verschiedenen realitätsnahen Einsatztipps, die sowohl die Kameradschaft förderten als auch zur Festigung der für den Feuerwehrdienst so notwendigen Handgriffe einschließlich Wärmebildkamera beitrugen.

Dem Wunsch und Wissensdurst der Jugendlichen nach dem Umgang mit Atemschutzgeräten konnte mit Hilfe der Nachbarwehr Pegnitz durch die Umrüstung zweier ausgedienter Atemschutzgeräte zu Übungszwecken entsprochen werden. Freude kam beim Jugendwart über den in Auerbach erfolgreich abgelegten Wissenstest der Jugendlichen auf, die ihre Zeugnisse beim Kameradschaftsabend entgegen nehmen können. Bei Spaß und Spiel wird das Interesse an der Feuerwehr beim Nachwuchs in der vor einem Jahr gegründeten Kinderwehr gefördert.

Mit je 40 Cent Teilerlös pro Floriansbrot der Bäckerei Winter war die Jugendwehr unter dem Motto „Brotzeit machen und Gutes tun“ am Verkauf von insgesamt 558 Laiben beteiligt. Vorsitzender Sebastian Höllerl konnte den von Herbert Winter auf 250 Euro aufgestockten Betrag an die Jugend übergeben.

Sein erster offizieller Auftritt führte den frischgebackenen Kreisbrandinspektor Hans Sperber nach Michelfeld. Nach seinen Aussagen werden die Einsätze von Jahr zu Jahr mehr, die Zeit für Aus- und Weiterbildung aber von der Bevölkerung gar nicht so wahrgenommen. Wie unverzichtbar eine fundierte Ausbildung ist, habe sich erst wieder beim letzten Großbrand im unteren Landkreis gezeigt. „Im Bereich der Stadt Auerbach funktioniert das gut.“ Das Ehrenamt sei mit Sicherheit eines der wichtigsten Fundamente. „Was die Feuerwehr von anderen abhebt ist, wir wissen nicht, wann die Sirene ruft.“ Er lobte die Stadt für die Unterstützung, sie sei auch führend bei ihren Einsatzmitteln und Fahrzeugen rundum.

Zum Thema:

Zum Thema

In seine Grußworte bei der Freiwilligen Feuerwehr Michelfeld ließ Bürgermeister Joachim Neuß auch statistische Zahlen einfließen. Demnach gehören im gesamten Stadtgebiet 752 Menschen der Feuerwehr an, dazu kommen noch 33 Kinder. 347 Frauen und Männer stehen als Aktive im Dienst der Wehr, 162 Bürger unterstützen die Rettungsorganisation als passive, 184 als fördernde Mitglieder. 59 Jugendliche bringen sich ein. Den sieben Ortswehren stehen insgesamt 18 Fahrzeuge zur Verfügung, die 15 aktuellen Einsatzfahrzeuge weisen ein Durchschnittsalter von 13,2 Jahren auf. „Ein absoluter Spitzenwert“. Den Unterhalt für Gebäude bezifferte Neuß mit rund 15 000 Euro, für Fahrzeuge rund 25 000 Euro. Außerdem ist die Stadt mit 11 000 Euro Verdienstausfall und etwa 3000 Euro Kosten für Weiterbildung dabei. (cs)

Neuwahlen:

Neuwahlen

Kaum Veränderungen im Vorstand brachten die Neuwahlen bei der Freiwillige Feuerwehr Michelfeld. Für die nächsten sechs Jahre wurden von den 42 Wahlberechtigten ohne Gegenstimmen erneut Sebastian Höllerl und Christian Trenz als sein Stellvertreter mit der Führung betraut. Die Kassengeschäfte führt weiterhin Ronald Schmiedl, Jürgen Thiem ist wieder Schriftführer, Markus von der Grün wurde als neuer Beisitzer Carsten Lindner zur Seite gestellt. (cs)

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.