Ebenso gut besucht wie die erste gestaltete sich die zweite Lesung über den berühmten Schriftsteller Max von der Grün, der mit seiner Mutter in Mitterteich gelebt hat. Im Mehrgenerationenhaus hatte der literarische Arbeitskreis eine Lesung organisiert, die Werk und Leben des Autors in den Mittelpunkt rückte. Monika Beer-Helm war es zu verdanken, dass die beiden Veranstaltungen zum 100. Geburtstag des Autors zustande kamen. Sie hat vor Jahren für eine Schulveranstaltung über Max von der Grün recherchiert und diesmal zum Jubiläum des deutschen Autors mehrere Termine organisiert.
Am Lesepult saßen Florian Winklmüller, Margot Konz und Berthold Kellner. Vorgetragen wurden Auszüge aus den Büchern Grüns wie aus seinem ersten Werk „Männer in zweifacher Nacht“ von 1962, in dem es um eine wahre Begebenheit geht. Max von der Grün arbeitete zeitweise in Bergwerken und wurde zweimal verschüttet. Seine Ängste und grausligen Erlebnisse fasste er in diesem Buch als „fiktive Geschichte“ zusammen. Der Zuhörerschaft gefror beinahe das Blut in den Adern, als Winklmüller, Konz und Kellner leidenschaftlich die Situation unter Tage in völliger Dunkelheit und mit einem durch das Unglück zu Tode gekommenen Kameraden schilderten.
Grüns Schreibstil lässt keine Details einer derartigen Tragödie aus, bei der es beinahe aus der Stresssituation heraus einen weiteren Toten gegeben hätte. Zwei Überlebende begannen im Dunkel des Bergwerkstollens zu streiten und sich heftig zu prügeln.
Wenig später drehte sich alles um von der Grün als Jugendbuchautor. Seine mehrmals verfilmten „Vorstadtkrokodile“ handeln von einem querschnittsgelähmten Buben, der unbedingt in eine Bande aufgenommen werden will. Freilich hat auch dieser Kinderroman eine wahre Hintergrundgeschichte: Der Autor war Vater eines behinderten Sohnes, der auf den Rollstuhl angewiesen war. 1926 in Bayreuth geboren, lebte von der Grün zuerst in Schönwald bei seinen Großeltern. Dann zog seine Mutter aus Tschechien nach Mitterteich, wo der Sohn viele Jahre verbrachte und auch mehrmals von anderen Aufenthaltsorten zu seiner Mutter zurückkehrte.
Nach dieser zweiten Lesung ist die Veranstaltungsreihe zum Leben des Max von der Grün nicht beendet. Am 25. Mai wird in der Bachgasse, wo der junge Max seine Kindheit verbrachte, feierlich eine Gedenktafel an den großen Autor enthüllt.













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