Zu einem Arbeits- und Informationsbesuch traf sich CSU-Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht mit Bürgermeister Stefan Grillmeier im Rathaus. Beide besprachen gut eine Stunde lang aktuelle Themen und gingen zudem auf lokale Gegebenheiten ein.
„Es gibt derzeit viele heiße und brennende Themen“, sagte Bürgermeister Stefan Grillmeier, als er MdB Albert Rupprecht im Rathaus willkommen hieß. Erstes Thema war Corona. Der Bürgermeister fragte nach der Zukunft der Gastronomie, des Einzelhandels, der Schulen und der Kinderhäuser. „Warum werden bei uns Einrichtungen geschlossen, während in Großstädten U- und S-Bahnen sowie überfüllte Busse weiterfahren?“.
"Warum werden bei uns Einrichtungen geschlossen, während in Großstädten U- und S-Bahnen sowie überfüllte Busse weiterfahren?"
Albert Rupprecht sagte, entscheidend in der derzeitigen Situation sei das Verhalten der Bevölkerung. „Wir müssen unter den Inzidenzwert von 50 kommen, damit wir die Krankheit wieder in den Griff bekommen.“ Der Bundestagsabgeordnete zeigte sich einverstanden, über die Weihnachtsfeiertage den Menschen etwas Spielraum zu geben. „Aber dann müssen wieder verschärfte Maßnahmen kommen, sonst schaffen wir das nicht.“
Impfstoff in Schott-Glasrohren
Rupprecht betonte, dass die allermeisten Menschen vernünftig sind. "Aber es gibt halt auch Ausnahmen." Er selber war auch an Corona erkrankt und durfte drei Wochen lang sein Zuhause nicht verlassen. „Ich weiß schon, was da ein Mensch durchmacht“, sagte er. Hoffnungen setzt er darauf, dass bald geimpft werden wird. Bürgermeister Stefan Grillmeier verwies auf die Firma Schott, die dazu die entsprechenden Glasröhrchen herstellt. Sprichwörtlich seinen Hut zog der Bürgermeister vor der Disziplin seiner Mitterteicher, die nach der harten Zeit im Frühjahr sehr verantwortungsvoll mit der Krankheit umgehen und sich an die Regelungen halten.
Hohes Fördergefälle
Weiteres Thema waren die EU-Fördermittel für die Region. Bürgermeister Stefan Grillmeier befürchtet, dass die Region aus der EU-Förderung rausfällt, während die tschechische Grenzregion im Fördergebiet bleibt. Grillmeier befürchtet eine Wettbewerbsverzerrung und eine mögliche Abwanderung von Betrieben. Albert Rupprecht wusste, dass bislang mehr als zwei Milliarden EU-Fördergelder in die Region geflossen sind.
Entscheidend nannte er das Europäische Beihilferecht, das die EU-Kommission festlegt. Europaabgeordneter Christian Doleschal setze sich dafür ein, dass die Region EU-Fördergebiet bleibt. „Sollten wir aus der EU-Förderung rausfallen, droht uns ein Fördergefälle von mindestens bis zu 40 Prozent“, sagte Rupprecht. „Wir kämpfen um eine Fortsetzung der Förderkulisse wie bisher." Entschieden werde dies im Frühjahr 2021. Gleichzeitig bat Rupprecht Unternehmen, die 2021 investieren wollen, schon bald Förderanträge bei der Regierung der Oberpfalz einzureichen. Dann könnten sie noch in den Genuss der höheren Förderung kommen.
Freibad-Sanierung
Weiter dankte Bürgermeister Stefan Grillmeier für die hohe Förderung für die Sanierung der Eishalle. „Jetzt geht es um die Freibad-Sanierung und wir hoffen auch hier wieder auf staatliche Unterstützung." 40 Jahre sei das Freibad alt, es müsse dringend saniert werden. Als möglichen Kostenrahmen nannte der Bürgermeister 4,9 Millionen Euro. Albert Rupprecht sicherte seine Unterstützung zu und will das Thema im Haushaltsausschuss im Deutschen Bundestag besprechen.
Bezüglich der Stromtrassen bedauerte Bürgermeister Stefan Grillmeier, dass das Stadtgebiet durch den Süd-Ost-Link, die Gleichstromtrasse, und die Elektrifizierung der Bundesbahntrasse gleich doppelt betroffen ist. Er befürchtet große Auswirkungen auf die Flächen und Umgebung. „Es werden ganze Fluren zerschnitten“, kritisierte Grillmeier und nannte vor allem die Gegend rund um Oberteich.
Landwirte schlimm betroffen
„Es trifft unsere Landwirte schlimm, wenn diese Pläne so verwirklicht werden“. Albert Rupprecht bat die Stadt, rechtzeitig ihre Einwände geltend zu machen. Weiter bot der Abgeordnete seine Vermittlung bei Gesprächen mit der Deutschen Bahn an. Auf der Karte zeigte der Bürgermeister dem Abgeordneten, welche Einschnitte die Trassen in der Landschaft verursachen.
Abschließend kündigte der Bürgermeister für die Zukunft wichtige Entscheidungen an. „Wir haben viele wichtige Projekte in der Planung, unser Ziel ist klar, wir wollen Mitterteich weiter vorwärts bringen“. Unter anderem erwähnte Stefan Grillmeier, dass das Gewerbegebiet an der Autobahn A93 erweitert werden soll. Gespräche dazu laufen bereits.
Gewerbeförderverein generiert 250.000 Euro Umsatz
- Bürgermeister Stefan Grillmeier trat beim Gespräch mit MdB Rupprecht im Rathaus vor dem Hintergrund der Pandemie für eine deutliche Stärkung des Einzelhandels ein. „Wir müssen mehr vor Ort als im Internet einkaufen, sonst wird es Probleme geben“.
- Grillmeier berichtete von mehr als 250.000 Euro Umsatz pro Jahr bei Gutscheinen, wie sie der Gewerbeförderverein anbietet. Das Gutscheinsystem sollte erhalten bleiben. Denn damit könnten die Einzelhändler gut unterstützt und gefördert werden.















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