30.03.2020 - 19:24 Uhr
MitterteichOberpfalz

Corona stürzt Reisebranche in die Krise

Durch den Coronavirus steht auch die Reisebranche still. Marion Stowasser-Fürbringer, geschäftsführende Gesellschafterin der Stowasser Touristik GmbH, glaubt, dass es nach der Krise weniger Reiseveranstalter und Reisebüros geben wird.

Marion Stowasser-Fürbringer glaubt, dass es nach der Coronakrise weniger Reiseveranstalter und Reisebüros geben wird.
von Konrad RosnerProfil

"Wir wickeln im Moment nur ab", erklärt Marion Stowasser-Fürbringer, die mit Jürgen Stowasser geschäftsführende Gesellschafterin der Stowasser Touristik GmbH ist, zur aktuellen Lage. Sprich, alle Urlaubsreisen, ob Pauschalreisen oder Kreuzfahrten, die bis zum 30. April hätten stattfinden sollen, sind deutschlandweit storniert. Im Klartext heißt dies viel Arbeit, aber nichts verdient. Wie es ab 1. Mai weitergehe, bleibe aktuell eine Grauzone, so Stowasser-Fürbringer. Man müsse "abwarten, wie die Bundesregierung entscheidet".

Stowasser Touristik betreibt in der Region fünf Reisebüros, neben Arzberg und Selb auch noch in Altenstadt/WN, Waldsassen und Mitterteich. Alle Reisebüros sind aktuell geschlossen, aber sie sind mit einer Notbesetzung telefonisch oder per E-Mail erreichbar. Das Reisebüro mit seinen insgesamt 17 Beschäftigten hat Kurzarbeit beantragt. "Ich muss all meinen Beschäftigten ein großes Kompliment zollen, denn alle halten zusammen und stehen wie ein Mann hinter unserem Unternehmen", sagt Stowasser-Fürbringer.

Gruppenreisen begehrt

Ihre Firma bietet auch viele Gruppenreisen an, die bekanntlich monatelang vorgeplant werden müssen. In diesem Jahr hätte die Osterreise in die ungarische Hauptstadt Budapest geführt. Diese ist natürlich bereits storniert. Für Anfang Mai ist eine Gruppenreise nach Moskau und St. Petersburg bereits restlos ausgebucht. Wegen der sehr großen Nachfrage wurde sogar ein zweite Gruppe, die Mitte Mai starten soll, fest terminiert. Aktuell sieht es jedoch nicht danach aus, dass diese Touren stattfinden werden, zumal im Moment in Russland bei Einreise ein zweiwöchige Quarantäne-Pflicht besteht.

Einige "schwarze Schafe"

Die Gesellschafterin dazu: "Diese Reisen haben sehr viel Arbeit beansprucht, auch wegen der Auflagen und des Visums." Aktuell seien die Reisepässe der Teilnehmer, die mitfliegen wollten, noch im russischen Konsulat. Eine offizielle Absage für diese beiden Termine gebe es aktuell jedoch noch nicht.

Für die Tourismus-Branche sei die Coronakrise ein Scheideweg. "Die Spreu wird sich vom Weizen trennen, Reiseveranstalter und Reisebüros werden sich ausdünnen", vermutet sie und erwartet eine Regulierung des Markts. Ihre Hoffnung sei, dass künftig die Reisebüros enger zusammenstehen und sich wertschätzen. Denn in der Branche gebe es doch einige "schwarze Schafe", die mit zum Teil seltsamen und aggressiven Rabatt-Regulierungen den Markt "bekämpfen".

"Wir werden uns auch weiterhin nicht unter Wert verkaufen, wir stehen für unsere Kunden ein", blickt Stowasser-Fürbringer voraus. Nach dieser Krise werde sicherlich vieles nicht mehr so sein, wie es bisher war. Umso erfreuter zeigt sie sich, dass viele ihrer Kunden sehr verständnisvoll waren. "Wir fühlen uns wie eine große Familie", sagt sie mit Blick auf ihre Kunden und die Beschäftigten fast mit einer Träne im Auge. Trotz alledem, "die aktuelle Lage ist sehr schwierig, aber wir werden das schaffen".

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