Mitterteich
23.10.2018 - 19:17 Uhr

Im Dialog mit einem Modehaus

Bündnis für Familie beim Modehaus Zeitler

Mitglieder der AG „Familie und Arbeitswelt“ mit Katrin Paschedag beim Unternehmensdialog zum Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ im Modehaus Zeitler
Von links: Hilke Janssen (Jobcenter Tirschenreuth), Sabine Frank (Koordinatorin Bündnis für Familie), Katrin Paschedag (Modehaus Zeitler), Florian Rieder (IHK Weiden) Bild: exb
Mitglieder der AG „Familie und Arbeitswelt“ mit Katrin Paschedag beim Unternehmensdialog zum Thema „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ im Modehaus Zeitler Von links: Hilke Janssen (Jobcenter Tirschenreuth), Sabine Frank (Koordinatorin Bündnis für Familie), Katrin Paschedag (Modehaus Zeitler), Florian Rieder (IHK Weiden)

Ihr Engagement und ihre Zufriedenheit ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für das Unternehmen. Dies bestätigte Katrin Paschedag, Geschäftsführerin des Modehauses Zeitler in Mitterteich und des Modehauses "La Donna" in Regensburg, beim zweiten Unternehmensdialog der Arbeitsgruppe "Familie und Arbeitswelt" des Bündnisses für Familie. Seit 2003 leitet sie gemeinsam mit ihrem Mann Holger Paschedag den 1929 gegründeten Familienbetrieb in dritter Generation. Inzwischen verzeichnet das Unternehmen 25 Beschäftigte - überwiegend Frauen.

Ohne groß Aufhebens darum zu machen, sei Familienfreundlichkeit hier gelebter Alltag, berichten die Unternehmer. Mit qualitativ hochwertiger Kleidung und bestmöglicher Beratung wolle man sich im Modeeinzelhandel gegen den Trend des Online-Shoppings durchzusetzen. Um den Kleiderkauf zum Erlebnisshopping in Wohlfühl-Atmosphäre zu gestalten, stünden gemütliche Lounges mit Getränke- und Kaffeebars bereit. An wichtigster Stelle stehe die individuelle Kundenbetreuung. Das bedeute für die Mitarbeiter, täglich mit den unterschiedlichsten Menschen in Beziehung zu treten und bestmögliche Beratung zu leisten. Zufriedenheit und Identifikation der Mitarbeiter mit dem Betrieb seien hier unabdingbar. Hierzu trage das familienfreundliche Klima im Unternehmen enorm bei.

Unterschiedliche Arbeitszeitmodelle und familienfreundliche Urlaubsplanung seien eine Selbstverständlichkeit. Bei kurzfristigen Geschichten springe die Geschäftsführerin und dreifache Mutter notfalls selbst ein: "Ich weiß ja selbst, wie das ist. Dann ruft plötzlich der Kindergarten an, man müsse das Kind abholen, weil es ihm nicht gut ginge. Was willst du dann machen? Dann musst du halt los."

Dass sich diese verständnisvolle, wertschätzende Haltung gegenüber den Mitarbeitern lohnt, zeigt die hohe, teilweise jahrzehntelange Bindung ans Unternehmen. Fluktuation - zumindest am Standort Mitterteich - gebe es so gut wie gar nicht. "Außer, wenn jemand in Rente geht" fügt die Unternehmerin lachend hinzu.

In der Diskussion mit der Arbeitsgruppe wurde ein allgemein massives Betreuungsproblem angesprochen. Öffnungszeiten von Kitas oder Hort seien oft schwer mit regulären Arbeitszeiten vereinbar. Die Schulferienzeiten seien bei zwei berufstätigen Elternteilen nicht abzudecken. Höchstmögliche Flexibilität in der Arbeitszeitgestaltung sei daher enorm wichtig, um die Arbeitskraft im Betrieb zu halten. Gerade viele Kleinbetriebe seien sehr aufgeschlossen gegenüber den Anliegen der Beschäftigten.

Info:

Die Arbeitsgruppe "Familie und Arbeitswelt" des Netzwerks Bündnis für Familie im Landkreis Tirschenreuth hat es sich auf die Fahnen geschrieben, das Thema "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" im direkten Austausch mit Unternehmen zur Diskussion zu stellen.

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:
Zum Fortsetzen bitte

Sie sind bereits eingeloggt.

Um diesen Artikel lesen zu können, benötigen Sie ein OnetzPlus- oder E-Paper-Abo.