12.09.2019 - 11:46 Uhr
MitterteichOberpfalz

Mit Eichen in die Zukunft

Auf den Klimawandel reagiert auch die Stadtgärtnerei Mitterteich. Gepflanzt werden vermehrt Bäume, die vor allem mit längerer Trockenheit besser zurecht kommen.

Auf dem Parkplatz vor der Grundschule wurden schon vor Jahren fünf Ungarische Eichen gepflanzt, die prächtig gediehen sind. Künftig setzt die Stadtgärtnerei verstärkt auf klimaresistente Baumarten. Im Bild (von links) Stadtgärtner Willi Kilian (links) und seine Mitarbeiterin Brigitte Bassek mit Zweitem Bürgermeister Stefan Grillmeier.
von Josef RosnerProfil

Willi Kilian erklärte bei einem Pressegespräch, dass nicht nur Wälder, sondern auch Bäume und Sträucher in den Innenstädten unter Trockenheit und dem Rückgang der Niederschlagsmenge litten. Besonders seit Jahrzehnten stehende Bäume in den Ortszentren bekämen Probleme. Die Stadt Mitterteich habe bereits vor einigen Jahren einen neuen Weg bei der Bepflanzung eingeschlagen.

So setzt die Stadtgärtnerei etwa auf die Ungarische Eiche und die Zerreiche. "Ihre Eigenschaften machen sie zu "Klimabäumen der Zukunft", betonte Kilian. Die Ungarische Eiche bevorzuge warme Lagen und komme häufig im südlichen Osteuropa, auf dem Balkan und in Süditalien vor. Verwendung finde sie gerne als Baum zwischen Parkbuchten. Die "Zerreiche", die ursprünglich aus Südfrankreich und Italien kommt, sei in warmen Gegenden Europas häufig in Parks zu finden.

Photosynthese eingeschränkt

Kilian machte deutlich, dass zunehmende Trockenheit manche der bisher hier üblichen Baumarten bei der Fähigkeit einschränke, Kohlendioxid aufzunehmen. Dieses sei aber wichtig für die Photosynthese. "Durch den Trockenstress kommt es zu einem frühzeitigen Blattfall", so Kilian weiter. Neben den erwähnten Eichen-Arten nannte der Stadtgärtner weitere Baumarten, die mit veränderten klimatischen Bedingungen gut zurecht kämen, etwa Mehlbeere, Woll-Apfel, Ahornblättrige Platane, Silberlinde, Stadtulme, Kugeltrompetenbaum, Ginkobaum, Kupfer-Felsenbirne und Kornelkirsche.

Willi Kilian versicherte, dass die Stadtgärtnerei stets bestrebt sei, den Bäumen vor Ort die notwendigen Wassermengen zuzuführen. Verwendet werde dazu aber kein Trinkwasser aus der städtischen Versorgung, sondern ausschließlich Wasser aus einem Tiefbrunnen. "Eine ständige Bewässerung ist nötig, wenn ein bestmögliches Anwurzeln der Pflanzen sichergestellt werden soll", so Kilian.

Stürme und Schnee

Weiter informierte Killian, dass sich die Stadtgärtnerei in ständigem Austausch mit einem Baumpfleger befinde, der die städtischen Bäume überwache und kontrolliere. Kilian machte deutlich, dass eine Überwachung des städtischen Baumbestands unumgänglich sei im Bemühen, diesen zu erhalten. Kilian gab zu bedenken, dass nicht nur Trockenheit ein Problem für den Baumbestand sei. Zu nennen seien auch Sturmereignisse und Schneelasten.

Zweiter Bürgermeister Stefan Grillmeier begrüßte die Maßnahmen der Stadtgärtnerei und der Baumpflege, den Baumbestand dem Klimawandel anzupassen. Damit bewiesen sie viel Weitblick. Die Stadt Mitterteich habe schon immer großen Wert auf viel Grün gelegt, daran werde sich auch künftig nichts ändern. Grillmeier erinnerte in diesem Zusammenhang auch an Obstbaumwiesen an den Stadträndern und an Radwegen sowie Anpflanzungen an Loipen und Wanderwegen bei Großbüchlberg. Willi Kilian sagte abschließend: "Viel Grün in der Innenstadt trägt zur Lebensqualität der Menschen bei."

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