01.08.2019 - 12:50 Uhr
MitterteichOberpfalz

Von Einbahnstraßen bis Kreisverkehr

Wie soll der Obere Marktplatz in Mitterteich künftig aussehen? Wo und wie soll der Verkehr fließen? Städteplanerin Annegret Michler stellte im Stadtrat ein erstes Konzept mit Handlungsmöglichkeiten vor, danach wurde eifrig diskutiert.

Im Zuge der Neugestaltung des Oberen Marktplatzes soll auch die Bushaltestelle (rechts) neu gestaltet werden. Vieles ist noch offen, unter anderem die Frage, ob bei der jetzigen Aufteilung mit Hauptfahrbahn und Nebenstraße bleibt.
von Josef RosnerProfil

Eine gute Stunde lang nahm der Tagesordnungspunkt mit Präsentation und Diskussion in der Sitzung am Dienstagabend ein. Am Ende war sich der Stadtrat einig, dass Bürgermeister Roland Grillmeier mit der von Annegret Michler erarbeiteten Konzeption an die Regierung der Oberpfalz herantreten soll, um die Förderoptionen abzuklären. Ohne großzügige Zuschüsse könne das Projekt nicht gestemmt werden, so der Tenor. Ein für Dienstag geplanter Ortstermin in Mitterteich war vonseiten der Regierung kurzfristig abgesagt worden (siehe Infokasten).

Städteplanerin Annegret Michler.

Zwei Stoßzeiten

Annegret Michler zeigte sich eingangs voll des Lobes für die Stadt und deren Entschlossenheit zur Veränderung. "Andere Kommunen könnten sich hier eine Scheibe abschneiden. Hier geht es Schritt für Schritt voran." Michler verwies darauf, dass der meiste Verkehr am Oberen Marktplatz zwischen 11.30 und 12.30 Uhr sowie zwischen 16 und 17 Uhr rolle - jeweils rund 900 Fahrzeuge. Ein mögliches Ziel einer Umgestaltung nach der kürzlich vereinbarten Abstufung der innerörtlichen Staatsstraße 2176 könnte sein, dass die Verkehrsteilnehmer von beiden Marktplatz-Seiten her kommend an der Kreuzung Oberer Marktplatz/Bachstraße Vorfahrt haben. Die Bachstraße wäre dann eine nachrangige Straße. Umwandeln ließe sich die Bachstraße auch in eine Einbahnstraße, mit Umleitung des bisherigen Gegenverkehrs über die Martin-Zehendner-Straße.

Als drittes Szenario brachte Frau Michler einen "Mini-Kreisverkehr" an der Kreuzung Oberer Marktplatz/Bachstraße ins Gespräch. Allerdings müsste diese Option noch genauer geprüft werden. Den Schwerlastverkehr, der von der Bachstraße her kommt, sehe sie nicht als Problem an. "Der Anteil liegt bei nur zwei Prozent." An diesem Knotenpunkt bestehe kein dringender Handlungsbedarf. Als wichtig bezeichnete Annegret Michler, dass der Obere Markt im Zuge der Neugestaltung an den bereits ausgebauten Unteren Markt angeglichen wird.

Mehrere Möglichkeiten gibt es für die Umgestaltung des Kreuzungsbereiches Oberer Marktplatz/Bachstraße. So könnte eine Vorfahrtsstraße über den Markt führen, mit der Bachstraße als nachrangiger Straße oder als Einbahnstraße. Auch ein "Mini-Kreisverkehr" wurde ins Gespräch gebracht.

Parkplätze erhalten

In der folgenden Diskussion machte Bürgermeister Roland Grillmeier deutlich, dass die Tendenz dazu gehe, am Oberen Marktplatz künftig nur noch eine Fahrbahn und keine Nebenstraße mehr zu haben. "So wie es schon früher war." Ein große Rolle werde im Zuge des Umbaus das Thema Parken spielen. Skeptisch zeigte er sich hinsichtlich eines möglichen Kreisverkehrs im Kreuzungsbereich, weil der Platz begrenzt sei. Josef Schwägerl (CSU) plädierte dafür, keinesfalls etwas gegen die Anlieger zu planen. Diese müssten mit ins Boot geholt werden. "Parkplätze sind sehr wichtig", betonte Schwägerl. "Wir dürfen da keinen verlieren." Weiter wünschte er sich nach der Herabstufung der Straße eine Reduzierung auf Tempo 30.

Ein Verkehrskonzept für den Stadtkern forderte Johann Brandl (SPD). "Das Wichtigste ist die Verkehrssicherheit." Als nicht ungefährlich bewertete Brandl die bestehende Parksituation. Vorstellen könne er sich künftig zwei Einbahnstraßen am Oberen Markt, abgetrennt durch einen Grünstreifen. Andreas Kempf (CSU) sah in einem solchen Streifen zwischen zwei Fahrbahnen ein höheres Gefahrenpotenzial als es derzeit gegeben sei. Bürgermeister Grillmeier erklärte, dass die Regierung keine zweite Straße bezuschussen werde und dass unbedingt versucht werden müsse, den Schwerlastverkehr aus der Stadt herauszubringen.

Johann Brandl konnte sich zum sicheren Überqueren der Straße sogar einen Fahrbahnteiler vorstellen, ähnlich wie in der Tirschenreuther Straße. Bernhard Thoma (Freie Wähler) sprach sich dafür aus, die Verkehrsführung in der jetzigen Form beizubehalten. Er setzte sich zudem dafür ein, an den "wunderschönen Anpflanzungen durch die Stadtgärtnerei" unbedingt festzuhalten. "Da würde uns schon etwas fehlen." Auch er wolle, dass die Zahl der Parkplätze erhalten bleibt. "Wenn auf der Straße langsamer gefahren wird, kann auch leichter aus Parklücken ausgefahren werden."

An dieser Stelle soll im kommenden Jahr das neue Zoigldenkmal mit Brunnen entstehen.

Viel Grün am Oberen Markt

Bürgermeister Roland Grillmeier erinnerte daran, dass längst noch keine Detailplanung stehe. Aktuell gehe es nur um erste Vorschläge. Annegret Michler pflichtete ihm bei und versprach, dass es auch künftig viel Grün am Oberen Marktplatz geben werde. Holger Paschedag (CSU) nannte die Stoßzeiten im innerstädtischen Verkehr "Kinkerlitzchen" im Vergleich zu anderen Städten. Karl-Heinz Ernstberger (CSU) erklärte, dass er sich durchaus einen Kreisverkehr an der Ecke Oberer Marktplatz/Bachstraße vorstellen könne.

Bürgermeister Roland Grillmeier zog nach der Diskussion ein kurzes Fazit: "Es gibt noch viele Fragen, aber die Grundaussage steht: Wir wollen den Oberen Marktplatz barrierefrei ausbauen, in Anlehnung an den Unteren Markt."

Termin abgesagt:

"Das wirft uns zurück"

Eigentlich sollten Vertreter der Regierung der Oberpfalz am Dienstag vor der Stadtratssitzung nach Mitterteich kommen, um mit der Stadt Fördermöglichkeiten zum Umbau des Oberen Marktplatzes zu erörtern. Doch aus Krankheitsgründen wurde der Termin abgesagt. "Wir wurden erst am Montag kurzfristig informiert, dass der Besuch nicht zustande kommt", sagte Bürgermeister Roland Grillmeier in der Sitzung und ergänzte mit Bedauern: "Das wirft uns zurück." Nun wolle man versuchen, so schnell wie möglich einen neuen Termin zu vereinbaren. "Wir brauchen die Förderung und Zugeständnisse der Bezirksregierung, wenn wir den Oberen Marktplatz analog zumUnteren Marktplatz ausbauen wollen", erklärte Grillmeier.

 

 

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