06.04.2020 - 15:35 Uhr
MitterteichOberpfalz

Ende der Ausgangssperre in Mitterteich ab Dienstag

Ab Dienstag ist die Ausgangssperre in Mitterteich beendet. Mit der Maßnahme reagierte das Landratsamt Tirschenreuth auf die vielen Corona-Fälle im Stadtgebiet. Jetzt zeigt das Infektionsgeschehen dort keine signifikanten Unterschiede mehr.

Noch am Montag kontrollierten Beamte der Bereitschaftspolizei aus Nürnberg die Zufahrten um Mitterteich. Seit heute ist die strenge Ausgangssperre wieder aufgehoben.
von Werner Schirmer Kontakt Profil

"Die getroffenen Maßnahmen zeigen Wirkung, der Anstieg der Fallzahlen hat sich in der Stadt Mitterteich deutlich verlangsamt", schreibt am Montagmittag die Pressestelle des Landkreises Tirschenreuth in der offiziellen Mitteilung. Damit kann zum Dienstag, 7. April, die "Ausgangssperre" für Mitterteich aufgehoben werden. Die "Ausgangssperre" wurde zuletzt mit Allgemeinverfügung bis einschließlich 9. April 2020 verlängert. Die Aufhebung sei am Montag in der Sitzung des Krisenstabes Katastrophenschutz beraten worden, teilt Wolfgang Fenzl von der Pressestelle mit. Mitterteichs Bürgermeister Roland Grillmeier sei über die Aufhebung vorab informiert worden.

Bayernweite Regelung

Damit gelten auch im Stadtgebiet Mitterteich die bayerischen Regelungen. Die Inhalte der Bayerischen Verordnung über Infektionsschutzmaßnahmen anlässlich der Corona-Pandemie finden sich auch auf der Homepage des Landratsamtes Tirschenreuth unter www.kreis-tir.de. "Das Stadtgebiet Mitterteich darf wieder betreten und verlassen werden", teilt das Landratsamt mit. Allerdings sei auch weiterhin das Verlassen der eigenen Wohnung nur bei Vorliegen triftiger Gründe erlaubt. Diese sind jedoch etwas umfassender. Es ist nicht mehr nur der Hin- und Rückweg zur jeweiligen Arbeitsstätte mit Bescheinigung des Arbeitgebers erlaubt, sondern insgesamt die Ausübung beruflicher Tätigkeiten.

Einkaufen auch außerhalb

Versorgungsgänge für die Gegenstände des täglichen Bedarfs sind auch außerhalb des Stadtgebiets Mitterteich möglich, schreibt die Pressestelle. Der Besuch bei/von Lebenspartnern, Alten, Kranken oder Menschen mit Einschränkung und die Wahrnehmung des Sorge- und Umgangsrechts im jeweiligen privaten Bereich sind erlaubt, ebenso die Begleitung von unterstützungsbedürftigen Personen und Minderjährigen sowie die Begleitung Sterbender und Beerdigungen im engsten Familienkreis. Sport und Bewegung an der frischen Luft ist zwar nicht mehr begrenzt auf das Stadtgebiet, aber auch weiterhin nur alleine oder mit Angehörigen des eigenen Hausstandes und ohne jede sonstige Gruppenbildung erlaubt. Dennoch wird jeder angehalten, die sozialen Kontakte zu anderen Menschen außerhalb der Angehörigen des eigenen Hausstandes auf ein absolut nötiges Minimum zu reduzieren. Wo immer möglich, ist ein Mindestabstand zwischen zwei Personen von 1,5 Meter einzuhalten.

Unbedingt zu beachten sind auch weiterhin die speziellen Anordnungen des Gesundheitsamtes, insbesondere zur häuslichen Quarantäne. Das Robert-Koch-Institut hat sowohl für die Quarantäne von Kontaktpersonen als auch für positiven Fällen unter www.rki.de die notwendigen Informationen hierzu zur Verfügung gestellt.

Regierungspräsidenten informiert

"Die Zahlen haben sich stabilisiert" sagt Landrat Wolfgang Lippert auf Nachfrage von Oberpfalz-Medien. Er habe die Zahlen für Mitterteich am Montag einem Krisenstab, darunter laut Lippert etwa Vertreter der Kliniken AG und der Polizei, geschildert. Auch dem Regierungspräsidenten Axel Bartelt sei die Lockerung der Ausgangssperre mitgeteilt worden, sagt der Landrat.

Laut Lippert gab es am Donnerstag bisher insgesamt 148 bestätigte Fälle in Mitterteich, am Montag lag die Zahl bei 157. "Es gab in Mitterteich lediglich einen Anstieg von neun Fällen seit Donnerstag. Das ist relativ wenig", so Lippert. Damit liege die Stadt "zum Teil im Trend", vereinzelt gebe es in anderen Kommunen im Landkreis auch verhältnismäßig höhere Anstiege.

Maßnahmen waren sinnvoll

Man wolle Mitterteich nun nicht mehr den verschärften Beschränkungen aussetzen, so Lippert. Und sagt weiter: "Das tadellose Verhalten der Mitterteicher soll nicht noch länger eingeschränkt werden." Zu der Ausgangssperre, die seit 18. März in Mitterteich galt und ab Dienstag, 7. April, eine Ausgangsbeschränkung – wie generell in Bayern – ist, meint er: "Die Maßnahmen waren sinnvoll und wichtig." Die Zahlen der Infektionen in Mitterteich hätten sich im Vergleich zu denen in Nachbarorten "relativ angeglichen", sagt auch Bürgermeister Roland Grillmeier. Auch er verweist auf den relativ geringen Anstieg an Fällen in Mitterteich in den vergangenen Tagen.

Kleiner Hoffnungsschimmer

"Mich freut's natürlich. Wir als Mitterteicher sind glücklich", so Grillmeier zum Ende der Ausgangssperre. Für ihn ist es ein "kleiner Hoffnungsschimmer" . Dass die Zahlen in Mitterteich relativ stabil sind, deutet er als "positives Signal". "Wir haben es diszipliniert ertragen", resümiert er. Viele Mitterteicher hätten einen Waldspaziergang vermisst, sagt Grillmeier. Einen längeren Spaziergang oder eine Radtour möchte nach der Aufhebung der Ausgangssperre auch er unternehmen, verrät er. Dennoch appelliert er an die Bevölkerung, sich an die geltenden Regeln zu halten.

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Kommentare

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Christoph Driesner

Meine Meinung:

Nein Herr Lippert,

diese Massnahmen waren nicht sinnvoll und wichtig, damit wollen Sie nur Ihr Versagen kaschieren.

Als es nach dem Starkbierfest klar war dass dieses die Infektionsquelle war wäre Folgendes sinnvoll und richtig gewesen:
1. Der Herr Grillmeier als Bürgermeister von Mitterteich hätte, anstatt zu behaupten dass das Starkbierfest keine Infektionsquelle war, dazu aufrufen müssen, dass alle Besucher desselben soweit als möglich zuhause bleiben und soweit sie z.B. in Altersheimen u.ä arbeiten sich beim Gesundheitsamt melden.

Wer weiss, vielleicht hätte man dann beim Hamm gar nicht zusperren müssen, jetzt haben auf jeden Fall die Leute dort das Nachsehen.

Da Herr Grillmeier aber sagte, das Starkbierfest scheidet als Infektionsquelle aus fühlten die Leute sich noch ermutigt, weiter zur Arbeit zu gehen usw.

2. Was die Ausgangssperre angeht, so war diese rein auf Mitterteich beschränkt und damit sinnlos, denn die Besucher kamen aus dem ganzen Landkreis. Und wenn Sie schon eine Ausgangssperre erlassen, dann hätten Sie einfacherweise nur den Text der Ausgangssperren Frankreichs oder Belgiens abtippen müssen, die Texte gibts auch auf Deutsch, die waren nämlich wesentlich professioneller formuliert.

Dann hätten Sie auch nicht in einzigartiger und beispielloser Weise in die Grundrechte der Mitterteicher Bevölkerung eingreifen müssen indem Sie diesen das alleine Spazierengehen verbieten, eine Massnahme die europaweit ihresgleichen sucht. Das zeigt nur eine gewisse Hilflosigkeit ihrerseits und war total sinnlos.

Ich hoffe sehr dass hier ein juristisches Nachspiel folgt.

Es ist leider so, dass ein Kommunalpolitiker, der bei jedem Feuerwehrfest mit der Lederhose vorneweg marschiert und kräftig mitanstösst und auf seinem Facebookprofil möglichst viele nichtssagende Fotos postet, eine grössere Chance hat, gewählt zu werden als einer, der kompetent ist aber sich nicht zu verkaufen weiss.

Ob so einer dann was kann sieht man erst in einer Krise wie der jetzigen und hier haben bestimmte Herrschaften aus meiner Sicht glatt gezeigt dass sie eben nichts auf dem Kasten haben.

Dank dieser absolut unfähigen Handhabung der Coronakrise im Landkreis Tirschenreuth und dank eines unter einem total blödsinnigen Motto durchgeführten Starkbierfestes in Mitterteich wird der Landkreis Tirschenreuth jetzt bundesweit ein totales Hinterwäldlerimage davontragen, so ungefähr, versoffene Oberpfälzer die sich unter allen Umständen die Birne zuknallen müssen, der Bürgermeister noch vorne dran, sogar die Bildzeitung hat sich schon lustig gemacht, von den Kommentaren auf yahoo ganz zu schweigen. BRAVO!!!!

09.04.2020